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Zum Tode von Nicolaus Prinz zu Bentheim-Tecklenburg

Nachruf von Andreas Tietz

In jeder Familie gibt es den einen Bruder, die eine Tochter, Neffen, Oma oder eben Onkel, der nicht so ganz ins Bild passen will. Kein „Schwarzes Schaf“, sondern eher ein sehr weißes. Eines, dass die Werte und Traditionen seines Hauses auf ganz andere Weise lebt und pflegt, die Perspektive verändert und dafür nicht immer Zuspruch, aber immer Respekt erntet. Nicolaus Prinz zu Bentheim-Tecklenburg war ein Ästhet ohne Allüren, standesbewusst und zugleich bescheiden, unkonventionell und doch ein echter Spross der Familie. Am 26. März 2020 ist er im Alter von 95 Jahren in seinem Wohnsitz in Herzebrock-Clarholz verstorben.

Geboren wurde Nicolaus Prinz zu Bentheim-Tecklenburg am 12. März 1925 in Rheda als eines von vier Kindern von Adolf zu Bentheim-Tecklenburg und Amélie Prinzessin von Schönburg-Droyßig. Sein Bruder Moritz-Casimir wurde später Erbe und Oberhaupt des Fürstenhauses Bentheim-Tecklenburg. Nicolaus ist damit der Onkel des jetzigen Familienoberhauptes, Maximilian Fürst zu Bentheim-Tecklenburg.

Das Unkonventionelle, der Blick auf die Dinge mit dem inneren Auge, lag Nicolaus offenbar im Blut. In der Zeit, in der er aufwuchs, war das keine sehr gefragte Eigenschaft. Die Nazidiktatur verlangte Gleichschaltung, brachte Männer hervor, die Phrasen droschen und sich mit albernen Abzeichen schmückten ­– schon als Schüler kann Nicolaus dem nichts abgewinnen. Entfliehen kann er dem System nicht, aber vereinnahmen lässt er sich auch nicht: Als der musisch begabte, schon früh von der Klassischen Musik begeisterte junge Nicolaus den Kontrabass in einer Kapelle der Hitlerjugend spielte, wurde er von deren Leiter gefragt, ob er nicht der Partei beitreten wolle. Die Nazis schmückten sich gerne mit Adelssprösslingen in ihren Reihen. Doch Nicolaus wehrt dieses Ansinnen mit der ebenso spitzbübischen wie falschen und nicht ganz ungefährlichen Behauptung ab, er sei Freimaurer. Er wurde nie wieder gefragt.

Gleichwohl meldet er sich mit 17 Jahren für ihn selbstverständlich zur Wehrmacht und wird zum Panzersoldaten ausgebildet. Als Ladeschütze nimmt er 1943 an Kämpfen im Grenzgebiet von Polen, der UDSSR und der Ukraine teil sowie 1944 in Ungarn im Raum Debrecen. Vielleicht waren es diese Tage und Wochen, die seine spätere künstlerische Arbeit prägten: Hinter Stahl, ohne Sicht auf die Außenwelt, aber stets in dem Bewusstsein, was „draußen“ passiert, beobachtet er fasziniert die nachglühenden Flecken, die der Beschuss auf der Innenseite der Panzerung erzeugte. Eine Realität, die nur ein Abbild von etwas für ihn Unsichtbarem war, und dieser Surrealität spürt er Zeit seines Lebens in seinen Werken nach.

Nicolaus erlebt das Kriegsende als junger Leutnant in Süddeutschland und gerät dort in amerikanische Gefangenschaft. Im September 1945 wird er entlassen und geht zurück an den Familiensitz in Rheda. Dort hält es ihn aber nicht lang: 1946 wird er, obwohl nur ein Abgangszeugnis der 7. Klasse in der Tasche, an der Kunstakademie Düsseldorf angenommen – zeitgleich mit Joseph Beuys, der dort später auch Professor werden sollte. Für Nicolaus bleibt die Akademie ein kurzes Intermezzo. Er geht stattdessen schon ein Jahr später per Rad auf Wanderschaft, bereist ganz Deutschland und gelangt 1949 bis nach Italien, wo seine lebenslange Liebe für die Kultur und Lebensart dieses Landes entfacht wird.

Und noch eine lebenslange Liebe beginnt hier: Auf seinen Reisen, bei denen er immer wieder für Tage und Wochen Station macht, lernt Nicolaus die wichtigste Person seines Lebens kennen: Gräfin Franziska „Sissa“ von Hoyos, die er 1952, nach dem Ende eines weiteren Kunststudiums an der Werkschule Köln, schließlich heiratet. Sie teilt sein Faible für Kunst und Musik, vor allem aber seine Leidenschaft für lange, tiefgründige Gespräche, in denen immer wieder die Religion im Mittelpunkt steht: Hier der reformierte Protestant, dort die Katholikin ­– eine Verbindung, die von außen durchaus kritisch gesehen wird, aber auch ein Beispiel ist für den offenen Blick, mit dem Nicolaus auf die Welt sieht und in dem nichts in Stein gemeißelt ist außer den architektonischen Schätzen Roms, aber dazu später. Vor allem aber liebt Nicolaus den großen Humor von Sissa, ihr Talent zur Komik und Pantomime. Die beiden bleiben bis zum Tode Sissas im Jahr 2009 zusammen – 57 Jahre lang und zu ihrem großen Kummer kinderlos.

Das junge Paar lebt in den 1950-er Jahren abwechselnd im fürstlichen Schloss in Hohenlimburg oder auf dem Familienanwesen in Herzebrock, später in den 1960-er Jahren aber vor allem in einer Mietwohnung in Köln, wo Nicolaus über viele Jahre als Grafiker, Maler, Bühnenbildner und Designer arbeitete. 1970 dann packen die beiden aus einem spontanen Entschluss heraus die Koffer und fahren nach Rom, nicht für eine Stipvisite, sondern, wie sich herausstellen sollte, für über 30 Jahre. Nicolaus und Sissa suchen und finden nach acht Tagen eine kleine, einfache Wohnung, die fortan der Mittelpunkt des Lebens und Schaffens von Nicolaus ist – ein Künstlerhaushalt, bescheiden in materieller Hinsicht, aber reich an Genuss und Kreativität. Tagsüber erkundet er die Ewige Stadt zu Fuß, saugt das italienische Leben in sich auf und wird nach und nach zu einem ausgewiesenen Kenner der Architektur und Geschichte Roms, zu einem Italiener unter Italienern.

Dabei lässt er sich auch zu seinen Zeichnungen inspirieren. In diesen manifestiert sich nicht so sehr das Offensichtliche, sondern das, was Nicolaus mit geschlossenen Augen sieht: Phantastisches, Verstörendes, manchmal Düsteres verschmilzt mit der scheinbaren Realität zu rätselhaften, vielgestaltigen Bildwelten, für die der Begriff Surrealismus zu kurz greift. Es sind Visionen, die sich ihm für kurze Zeit wie ein Theatervorhang öffnen, so hat er es selbst geschildert. Nicolaus beobachtet akribisch, zeichnet detailversessen und mit großer Disziplin, teilweise auch sehr große Formate. Dabei interessieren ihn besonders die Gegensätze und Widersprüche, die Rom in seiner rund 3000-jährigen Geschichte angehäuft hat und die in Architektur und Stadtbild allgegenwärtig sind. Seelenverwandte findet er dabei in italienischen Malern und Grafikern wie Giorgio de Chiricos und Fabrizio Clericis, beide Vertreter der phantastisch-surrealistischen Malerei beziehungsweise der metaphysischen Malerei, aber auch in deutschen Vertretern der Kunstrichtung wie Fabius von Gugel und Mac Zimmermann.

Von letzterem stammt ein Zitat, mit dem Nicolaus seine Arbeit am besten beschrieben sah: „Phantastische Kunst ist anachronistisch, selten Gegenwart, nie aktuell. Sie kann visionär sein, das heißt, im Geiste geschaut, traumhaft. Wer phantastische Bilder malt, blickt nach innen, dorthin, wohin ihm sehr schwer ein anderer folgen kann. Er ist ein Einzelgänger, ein Außenseiter. Ihm kann der Versuch, seine Phantasie in gültige Form zu bannen, lebensnotwendig sein.“

Die Zeit in Italien ist nicht nur die seines intensivsten Schaffens als Künstler, sie ist auch die beste Zeit seines Lebens, oder, wie er später sagen wird: „In Italien ist es immer besser.“ Nicolaus und Sissa pflegen zahlreiche Kontakte zu anderen Künstlern, meiden aber die große Bühne. Nur einmal während dieser Zeit, 1992, stellt Nicolaus seine Bilder aus – nicht in Italien, sondern in der ostwestfälischen Heimat. Hierhin zieht sich das Paar schließlich zurück, als Sissa schwer erkrankt und pflegebedürftig wird. 2007 verlässt das Paar das geliebte Rom und lässt sich in Herzebrock nieder. Sissa stirbt zwei Jahre später in einem Pflegeheim. 2008 widmet der Kunstverein Gütersloh den Arbeiten von Nicolaus Prinz zu Bentheim-Tecklenburg eine Einzelausstellung im Schlosskeller Nordkirchen, gefolgt von Ausstellungsbeteiligungen 2009 und 2011. Ein feiner, zurückhaltender, sehr höflicher und gebildeter Mensch – so charakterisieren ihn Wegbegleiter aus Familie und Kunstszene. Nicolaus Prinz zu Bentheim-Tecklenburg, der im engsten Familienkreis den Kosenamen „Onkel Halla“ trug, stirbt am Donnerstag, dem 26. März 2020, zwei Wochen nach seinem 95. Geburtstag.

Count Adolph of Bentheim-Tecklenburg und Steinfurt who will henceforth be referred to as „Bentheim“ is the author of a travel diary kept between 1597 and 1600[1] and was a patron in Rheda from 1606 to the beginning of the Thirty Years War. His building, an additional wing at the castle of Rheda that was constructed under his auspices, and his travel diary which records his observations about the various Renaissance buildings he visited in Italy, France, Flanders and England are testimonies of his understanding of architecture. Both are evidence of his conservative approach to it which remains firmly within the limits of the German, or indeed the Westfalian Mannerist tradition. Nevertheless it is interesting to consider his activities as a patron of architecture in Rheda in the light his experiences and observations on this journey.

The Biography

His biography can be reconstructed from three main sources apart from the diary which covers only the period from 1597 to 1600. The most important one is the Vita Arnoldi[2], written by an anonymous scholar, which is the biography of his father Arnold of Bentheim-Tecklenburg and Steinfurt. In addition there are two treatises by Gerhard A. Rump[3] and Moritz Meier[4] which contain two almost identical short biographies[5]. Bentheim was born in 1577 at his father’s main residence in Steinfurt, he was the second of six brothers, two of whom died during his lifetime, and two sisters. In 1587 he joined his brothers at the school in Herborn. He had to interrupt his studies for several months recovering from a nearly fatal illness before he started his higher education at the universities of Heidelberg in 1591 and Utrecht in 1593 where he stayed until he set off on his journey, accompanied by his brother Arnold-Jobst which began at Geneva „where he mixed with Théodor de Bèze[6] and other excellent gentlemen for some time“[7]. After his return he stayed for several months at the court of Landgrave Moritz of Hesse-Kassel and did some further travelling. He married Magaretha zu Nassau-Wiesbaden und Idstein in 1606, the year of his father’s death and took over the government of the three territories Tecklenburg, Rheda and Hoya from his mother in 1616[8]. From 1606 until the beginning of the Thirty Years War he supervised the construction of an additional wing at the castle in Rheda. He must have been very preoccupied with the building work in this period as there is little further information of his activity apart from the construction bills[9]. After his death in 1627 his wife remarried in 1631[10]; she stayed in Rheda for the rest of her life until 1660. In 1667 his biographer Moritz Meier described the new wing as „a handsome new building that was created by the late Count Adolph.“

His education is recorded only in rough outlines by the biographers. He seems not to have had a great deal of instruction in the subjects of art and architecture, although they might have played a subordinate role in his studies. He was, as Rump mentions, taught the practice of the fine arts as soon as he was able to speak. Much greater emphasis was given to religious education and exercise in good manners. In his higher education the knowledge of foreign languages was regarded important as the much needed accomplishment as a nobleman. His conversation with famous scholars like Théodor de Bèze[11] was, according to Rump, essential to complete his studies and leaving him with an ability to talk fluently in French and Italian. In addition he seems to have also mixed with non-academics, the author of the Vita Arnoldi is keen to point out that Bentheim talked to the „highest potentates of Europe“[12] and derived educational benefit from it. „Conversiren“ with foreigners was considered an essential part of the count’s education by the anonymous author who mentions the term twice in the same paragraph. He says further that it was essential for Bentheim’s general, cosmopolitan attitude which he used for the purposes of diplomacy during the Eighty Years War. During this war which affected his father’s lands because of savaging Spanish troupes on their way to the Netherlands he received the Spanish colonel Ambrosius Spinola[13] who is described as a fierce man in the Vita Arnoldi at Erpen in order to stop the pillage of the family territories. He was also able to maintain a friendly relationship with another Spaniard, the Count of Solre[14] who was nursed in Steinfurt after escaping an ambush. Bentheim seems to have been well versed in diplomacy which he learned, in particular, on his travels in Europe. It is more uncertain, however, whether he also learned about architecture on this journey and it is interesting to examine the diary, which is the main source for our knowledge of his activities and observations in this period for signs of his particular interest in this subject.

The Diary

The diary which contains 48 folios of German, French and Latin manuscript text and which was written up in a neat sixteenth century hand after his return and corrected by another hand, probably by Bentheim himself[15]. The diary has little information about his exchanges with famous men who might have taught him architecture and he does not record any conversations. It is uncertain whether he was particularly interested in the content of these conversations if he had them. He met Justus Lipsius at Loewen on 4 October 1600[16] where he stayed for a day and Galileo Galilei on 20 December 1597 [17], but there is no indication in his diary of whether he actually talked to the famous scholars. Théodor de Bèze, who was, according to the biographers, his teacher in Geneva is not mentioned once in the text. The only academic he met at a social gathering, where he was one of several guests, is the famous anatomist Felix Platter[18] with whom he had dinner after a promotion ceremony at Basel which lasted two and a half hours on 23 June 1597[19]. He mentions visits of university colleges at Strasbourg, Loewen, Oxford (Queen’s College) and Cambridge (Kings College) but he does not seem to have stayed very long; in Strasbourg he merely paid a brief visit on 8 June 1597. The brevity of his stays at the universities indicates that these visits were touristic in character and we cannot justifiably call them educational in any formal sense. Only a closer examination of the dating of his more unspecific references to the university towns of Geneva, Padua, Strasbourg, Bourges and Paris may give further evidence of the educational relevance of his journey. Bentheim maintains in his diary a fairly accurate chronological record of his overnight stays during the journey and it is only during the stays at university towns that we find lapses of up to six months[20]. It is not unlikely that he spend these periods studying at the universities of these towns; periods at foreign universities were a common practice amongst German students of the sixteenth century. The contemporary traveller Thomas Platter, who met Bentheim in London[21], records in his diary that there was a German community in Bourges living in a hostel on the central square next to the church of St. Peter. There was also a long tradition of German students at Padua university, a prominent example being Dürer’s humanist friend Willibald Pirkheimer[22]. Bentheim’s elder brother Evervyn Wyrich was also at this university where he died in May 1597[23]. Bentheim may have intended to join his elder brother who passed away before his arrival in Padua on 30 July. It is surprising that he does not give details about his stays at these university towns. Maybe he intended to add relevant passages at a later date[24]. On the other hand he may have regarded this information as out of character with the aims of a travel diary and hence not worthy of record. The fact that he had a wide variety of interests such as natural history[25] and mechanics[26] as well as history[27], art[28] and architecture[29] which can be deduced from descriptions in the diary is in itself a fairly certain indication that he had a formal university education. The lack of more precise information about his interest in architecture which a detailed account of his university career would have supplied is regrettable. We have to turn to his descriptions of architecture in the diary itself for a more accurate understanding of his perception of the subject.

The evidence for his appreciation of the architecture of Italy, France and England which he saw during the journey is not abundant, there are lists of buildings in the diary entries of Rome and Florence, he names various châteaux in France and mentions the English royal palaces, Theobalds, the home of Robert Cecil as well as the two colleges at Oxford and Cambridge. There is not much evidence in the diary that he was very interested in the architecture of these buildings. The brief remarks about architectural details of palatial buildings such as Hampton Court where he saw on 29 August 1600 two courts and a fountain in the centre of the second court are merely the preamble to the descriptions of the interior of the palaces where he examined decorative objects with great interest, often recording them in extensive and rather arbitrarily ordered lists. He does not seem to have found it necessary to give equal attention to the exterior decoration of the palaces he mentions. He is unlikely to have been very interested in the revival of classical architecture evident in the facades of Renaissance palaces. In Italy he mentions only once, in a very unspecific reference to the Palazzo Farnese which had been redesigned by Michelangelo after the plans of Antonio da Sagallo the Younger, the general beauty of its architecture. Usually he seems to have been content with straightforward lists where he ticked off buildings such as Nonsuch Palace, Windsor Castle, Whitehall Palace, Greenwich, the ducal palaces at Mantua and Florence and the Vatican without further description; it is only very rarely that he mentions the gardens along with the account of the interior and, in the case of Nonesuch Palace he mentions nothing but the garden.

Often Bentheim’s lists include more than one building which he saw in larger towns like Rome or Florence, but also in London. Curiously he simply omits Paris in his diary although he stayed there for over six months. Many of the names of buildings which he records in the larger towns, particularly in Rome and Florence were probably derived from guide-books which he and other travellers used[30]. He may even have consulted such a guide-book to help along his memory when he wrote up the diary after his return. Such guides to Italy were very common in the sixteenth century, a good example is the Delitiae Italiae by Georg Krantz of Wertheim which retraces a cheap-budget tour[31]. There were also small printed volumes with pictures of the main sights such as Franzini’s Palatia[32] which depicts the most prominent Roman palaces and churches as well as large topographical works like Sebastian Münster’s Cosmographia[33] which many travellers consulted. It is thus not surprising that Bentheim’s descriptions match the accounts of other contemporary travellers such as the French diarist Jean Tarde. The main sights of Florence[34], which Bentheim saw an three visits to the town on 18 September, 28 October and 5 November in 1598 are also mentioned in the 1593 and 1614 diaries[35] of the French traveller who, like Bentheim, refrains from detailed descriptions of the town. Florence, which had flourished culturally and architecturally in the quattrocento seems to have been in the sixteenth century an obligatory stop for travellers who are rarely enthusiastic about its beauty. It was the last rest on the way to Rome.

Bentheim was one of a multitude of foreigners travelling to Rome about which Montaigne complains in his 1580 dairy, saying that most people he met were from abroad and greeted him in his own language[36]. On the brief visit to Rome, from 24 to 31 September, Bentheim spent only four days looking at sights which are recorded in the same enumerative fashion as the sights of Florence. There is little detailed description, he simply names the main sights which can be identified with the help of Tarde’s dairy. For both travellers St Peter’s Cathedral[37] was the first attraction, but they also saw the treasures in the Vatican[38]. Tarde who describes the precious objects in greater detail mentions also the gallery with maps of the world which is the only detail Bentheim records in the Vatican apart from the treasures[39]. The Lateran palace, the Palazzo Farnese[40], the Capitole[41] and the Castello St Angelo[42] are also mentioned by both authors as well as various antiquities[43]. The account of Roman monuments contains one significant analysis of a building, the centrally planned church of St Agnese, which distinguishes it from the notorious lists of sights Bentheim draws up elsewhere. He compares the church to the Pantheon, a classical building which Tarde calls the most beautiful of antiquities[44]. The Pantheon was universally admired in the Renaissance and mentioned in various treatises including the Cosmographia. Bentheim probably knew[45] this topographical work which contains a long description and an illustration of the famous antiquity that may have inspired him. The enthusiasm of Humanists since Alberti about its structure might explain the somewhat unusual and rare description in the diary which indicates that he had some however limited understanding of architecture. He seems to have been fond of centrally organised church, a design which he also recognises in the structure of the Sala Reale of the Castel Nuovo at Naples. He describes the Sala Reale as „circular like a church, enormously high, has a window at the top that illuminates the room and two large windows onto the sea“[46]. It is curious that his awareness of the architectural structure of the Pantheon becomes apparent only with reference to buildings such as the Castel Nouvo and St. Agnese whereas the visit to the Pantheon itself did not prompt any description. It seems that the classical architecture as such was of little interest for Bentheim and it certainly provoked no enthusiasm his account of Roman sights.

Bentheim’s disinterest in classical architecture is evident also in his description of the visit to the area around Pouzzoli and Baia in southern Italy. His attraction to this area where he saw several classical temples, an antique theatre and a cistern seems to have been inspired by his antiquarian taste for historical anecdote which is already apparent in the description of the Bocca di Verita, a classical sculpture of a river god in Rome which was thought to have the miraculous capacity to detect lies, helping Roman men to „test out their wives“[47]. The ruins that he mentions in Pouzzoli are associated with historical figures of classical antiquity such as oratorium and the sepulchre of Agrippa[48], the villa and the academy of Cicero, the piscina of Nero and the arch of Caesar. The two ruined temples are dedicated to the Roman deities Minerva and Apollo and the classical theatre is called the „Colisei“[49]. Sometimes this information differs from descriptions of the ruins by other travellers who visited the same sights which were well-known contemporary tourist attractions[50]. The anonymous author of the Discours Viatiques, who seems to have made a similar tour[51] and names the same sights in a slightly different order, declares the temple of Minerva to be that of Mercury. He also says Nero’s pool was in fact used by Lucullus to keep his fish.

The anonymous author seems to have shared Bentheim’s somewhat innocent admiration for the antiquities. In a few cases this admiration is coupled with a pseudo scientific interest in geology, Bentheim remarks for example that the Via Appia and the classical town of Patria are submerged in the Lago Averno and the Mediterranean Sea. He also notes the volcanic fumes of the „baths of Cicero“. His account of antique sights is mixed up indiscriminately with topographical descriptions and contemporary anecdotes. He mentions various grotti[52], lakes[53], mountains[54] and a volcanic crater called Solfaterra which was accessible through a long corridor. He recounts the eruption of the Monte Nuovo on 29 September 1538 which grew within a day covering up the town Trepergola and the Lago Lucrino in the process[55]. He mentions another story of a dog which died of the volcanic fumes when it was put into the Grotta del cane and which came back to life after it was thrown into the Lago Agnatum[56]. The names and anecdotes which agree to a large extent with contemporary travel diaries must have been derived from a common source, probably a guide book. Bentheim may have used his guide book after his return to write up the entry under 11 September 1598, which is arranged in a long paragraph consisting mainly of a list that is supplemented by the two short anecdotes about the Grotta del cane and the Monte Nuovo. There is, however, no evidence of any archeological interest in classical architecture. The interest in Pouzzoli has to be explained by its fame as a tourist attraction. There is for example a long entry and a map in the Cosmographia describing the area. Bentheim seems to have undertaken his journey to the south of Italy mainly to see this famous sight.

The appreciation of art and the decorative arts which is in many ways similar to the interest in the sights of Florence Rome and Pouzzoli, illustrates Bentheim’s approach to his travel abroad. He seems to have trodden mainly the established paths seeking out art in those places where a sixteenths century traveller in Italy might have expected it. One such place was the „guarderobbe“ of a town palace. The guarderobbe was a store room for objects which were used to decorate the palace on festive occasions. Often it was open to visitors; in the Palazzo Veccio in Florence it was guarded permanently by two armed soldiers[57]. Sometimes he records also the objects in the stately apartment of a palace. Like in his record of Florentine and Roman monuments Bentheim seems to have found it sufficient to simply list the objects that he saw in the palaces. The lists he records are particularly long in the descriptions of the ducal collections in Florence, Pisa and Mantua, the treasuries of the pope in the Vatican and the collections of the English royal palaces. On his Italian journey he seems to have been interested especially in objects made of precious stones and metal as well as engraved crystal such as the sets of golden and crystal tableware, the head made of a large turquoise, the writing desk inlaid with precious stones in the Palazzo Veccio in Florence, which he visited on 18 September, 28 October and 5 November 1597[58] as well as the golden rapier with thirty inlaid gems, the golden chain and the brown velvet saddle with golden borders in the ducal palace in Mantua which he saw on 15 November. In the Vatican which Bentheim visited on 26 September he mentions, in addition to secular objects like the sword with a golden scabbard and the pair of pearl studded Spanish and Indian boxes presented to the pope by the King of Portugal, some liturgical instruments made of crystal, gold or like the two golden chalices given by Cosimo di Medici, inlaid with precious stones, as well as other sacred objects like the various crosses, the silver statues of the Apostles and the pope’s mitre with the pontificals[59]. Bentheim must to have been attracted by the enormous value of the treasures that he describes. In the same spirit he records the price of the diamond worked into the royal throne in the Paradise Chamber at Hampton Court which was estimated at five hundred pounds sterling[60]. He also calculates the value of the gem in German thalers (2315 thalers) and French crowns (1666 crowns)[61]. Apart from the value of these treasures Bentheim admired the craftsmanship which went into the making of these objects. He seems to have disregarded the religious connotations of these works which might be explained by the Protestant, or in his case, Calvinist insistence on a distinction of content and form in religious works of art. This attitude made the art criticism of later times possible and culminated in the „l’art pour l’art“ of the nineteeth century[62]. His appreciation of the 1509 Holy Trinity panel in Frankfurt, which was probably Dürer’s Heller altarpiece[63], focuses merely on the impressive preservation of the pigment. He mentions, almost as a mockery of sacredness, the two ancient relics with the remains of flesh and blood at the end of the description of treasures in the Vatican. Although the content of a work of art seems to be of secondary importance, he is still interested in it as a record of history or classical myth such as the story from Ovid’s Metamorphoses[64] depicted in the fresco of the Mantuan ducal palace which he saw on 15 October[65]. This fresco is the only work of art that Bentheim records in a specific reference on his Italian journey, an indication that he was probably not a connoisseur of Italian art. This reticence about Italian art is made all the more notable by his detailed records of the titles and the content of many portraits and battle scenes at Whitehall palace.

The description of the contents of Whitehall Palace[66], as well as of the other royal residences in England which he saw after travelling though Austria, Bohemia, parts of southern Germany and France are not essentially dissimilar from the descriptions of treasures in the guarderobbes of the Italian palaces. It is unlikely that Bentheim, who records mainly the titles of paintings in the entry for Whitehall Palace suddenly lost his interest in precious objects when he came to England especially given his excitement about the treasures inside the famous Paradise Chamber at Hampton Court. He probably had no access to the store rooms of the English palaces equivalent to the guarderobbes in Italy. Travel in England during he reign of Queen Elizabeth I was a good deal more formalised than continental sight -seeing. Thomas Platter reports that he had to obtain a written permission to be shown „not only the gardens, the larger halls, chapels and rooms […] but also the smaller royal cabinets and whatever wonderful things may be in store inside.“[67] Bentheim may not have had such a permission. In addition travellers were not free to walk about the palaces freely, they were shown around by guides. They were not allowed access to the private rooms of a palace where the Queen was holding court, a fact which might explain the absence of detailed description of the interior of Nonsuch Palace in Bentheim’s diary[68]. Some German travellers such as the Baron Waldstein who came to England in 1600 and the Duke of Stettin-Pommerania also had a general guide who accompanied them on their tour around the country[69]. Everybody who came to England had to obtain official permission to travel upon arrival. Given the formality of English travel it is likely that Bentheim recorded the things that he was shown and not necessarily those that he wanted to see. More interesting, however, is the fact that he seems to have attempted to give a complete record of the objects that he was shown at Whitehall Palace[70], almost as an endorsement of the formality of the guided tour. His account of the interior closely reflects the description of the same palace by the contemporary traveller Baron Waldstein[71]. More than half of the seventy- one objects that Bentheim mentions, most of which are portraits, appear also in Waldstein’s diary. They are listed in an order which roughly reflects the succession of rooms that they visited although Bentheim does not always distinguish the separate rooms. He is silent, for example, about the long gallery that Waldstein mentions although the pictures in it are listed in the diary[72]. Apart from paintings which appear in both diaries[73] there seem to have been various precious and exotic objects in the palace that both authors note such as the Indian bed made of white and multi-coloured silk, the collection of tortoise shell boxes and caskets, the mother of pearl book-rest and a whole hermitage which was constituted by a rock with cells, as well as musical instruments, a telescope, tree globes, various maps and boards with inscriptions. Bentheim copies some of the inscriptions, one from a copy of Erasmus‘ Dialogus Fidei which is the book’s dedication of Queen Elizabeth I to her father[74], another from a musical instrument[75] and a third from a board which displayed a philosophical diagram [76] as well as from two of the paintings[77], all of which appear also in Waldstein’s dairy. The relative completeness of the section on Whitehall is striking in comparison with his descriptions of Italian palaces, particularly the Vatican where he does not mention the most obvious and popular of sights, the Galleria delle Carte Geogaphiche[78], not to speak of the frescoes of Raphael or Michelangelo. Whether or not the section of Whitehall which is surprisingly similar to Waldstein’s account was copied from the diary of a fellow traveller by Bentheim who might have known Waldstein [79] and possibly plagiarized his description or whether it is a faithful record of the guided tour is uncertain. Whatever the source of his account may have been, the desire for completeness conceals his insecurity about a building and indeed a country which was not as yet fully mapped out by the writers of topography and guide books.

It is possible that the the reorganisation of the diary in the period in between 2 September 1599 and 25 February 1600 which marks out the section on England from the rest of the manuscript in a purely visual sense has the same purpose as the completeness of the Whitehall paragraph: to conceal the insecurity about the objects described. Bentheim seems to have found it necessary to change the format of the diary in this section, he abandons the simple dated diary entries which were written in French in favour of Latin paragraphs with headings for each paragraph. Some of the earlier diary entries as for example the visit to Hampton Court and Nonsuch Palace on 29 August 1599 are re-edited in the new format which is reminiscent of a formal treatise intended for publication not unlike those written by his contemporaries Heinrich Schickhardt and Thomas Platter. It may have been the influence of Thomas Platter who reports a meeting with Bentheim on 19 September[80] which inspired him to the change of format. The chronology of this alteration, though, betrays his particular insecurity about his observations in England: when he is back on the continent on 25 February 1600 he returns to the former practice of simple dated entries. The credibility of his diary seems to have been important to Bentheim who seems to have found it necessary to insert quotations from secondary sources in the text. Curiously it is only in the English section of the diary that mentions the authors and sometimes the title of his sources which are usually topographical or historical works. The main source he records is the Britannica by the antiquary William Camden[81] whose name he mentions three times in the diary[82]. From it he quotes either the historical information[83] and mythological anecdote which he seems to have regarded as one single category. Another historical treatise, the De Antiquitate Cantabrigiensis Academiae[84] by John Caius is quoted alongside the Britanica in the short paragraph on Cambridge which describes the foundation myth of the university. Bentheim seems to have been particularly fond of what he regarded as the early history the town, he copied two different accounts[85] describing the foundation of the university by the Spaniard Cantaber[86] as well as the subsequent history up to the destruction of the town by the Danish invaders. The relative frequency and the length of such historical quotations as well as the reference to the authors and titles of the sources in this section of the diary reflect Bentheim’s desire to produce a safe and credible report of his journey as well as to provide an authoritative account the sights he saw. He justifies his observations with the authority of the sources he quotes and the format he chose thus concealing his lack of orientation about what to observe.

It is not only in the English diary where Bentheim seems to have felt insecure about the information he was recording but also in his descriptions of sights off the beaten track. He seems to have needed the explanation of either literary or oral sources to help along his understanding of the significance of a sight. Two of his more comprehensive descriptions of architecture, both of buildings which were no general tourist attractions, are preceded by the reference to a visit to some benevolent individual. The early quattrocento monastery of St Ambrosio was shown to him by an Italian monk who afterwards gave him a meal with „cheese,bread and delicious wine“[87]. It is likely that this monk who had lived in Germany for a long time and presumably spoke good German explained to Bentheim the architecture of the building which was designed by Bramante in 1497. Bentheim accurately describes it as a construction with two adjacent cloisters and beautiful cells for the monks on the first floor which are connected by galleries that match the width of the cloisters below[88]. The fact that the monk probably talked to him in his own language may have been helpful to Bentheim who is likely to have been less fluent in Italian than his biographers claim. He seems to have been influenced more significantly by conversations in German rather than in French or Latin. Another German-speaker, his cousin Philipp of Hanau probably explained to him the architecture of the castle of Hanau (ill.1)which had been reorganised according to Renaissance plans with corridors and a large hall. Bentheim who records this information in the entry of 27 May 1597[89] describes the interior of the castle in great detail. He marks down the width and the length of the hall which measured seventeen by fifty yards, mentions that there are no pillars to support the ceiling, notes the large and high windows with round-arched tops and an additional oval window above and says that on the right there was the entrance into another large room which was the silver-cabinet as well as an entrance at the far side which lead into a corridor that connected the wings on the interior of the building. The description betrays awareness of the shift towards greater functionality and the emphasis on easier access to individual rooms in the organisation of the interior space of Renaissance architecture[90]. The length and the detail of his description indicate that he was impressed by his cousin’s construction of a Renaissance court superimposed over the medieval castle which unfortunately no longer exists as the building was partly demolished by the Elector of Hesse who inherited it in 1736[91]. It is likely that the conversations with Philipp of Hanau, who was in a position similar to Bentheim as a Protestant ruler on the eve of the Thirty Years war had an important influence on his understanding of architecture. For Bentheim it must have been easier to identify with his own countrymen and relatives, a fact which may explain his sudden interest in minute architectural detail.

The main descriptions of German architecture were probably influenced not only by his conversation with Philipp of Hanau but also his future brother-in-law, Johann of Nassau. He seems to have explained to Bentheim the plan and elevation of the stately homes of the Nassau family whose building activity in the 1570ies influenced the architecture of some of the neighbouring families[92]. In the relatively detailed description of the no longer extant stately home at Bobenhausen, a building which was based in its structure on the vanished Nassau residences of Neunkirchen, Ottweiler and Philippsborn Bentheim mentions circular pavilions and a square tower, probably a gateway tower, that was built „out of well cut stones“[93]. His description reflects the main features of all Nassau residences which had either square or circular pavilions at the corners of a square or rectangular court. He inspected the exterior of Schloß Bobenhausen together with Johann of Nassau and Philipp of Hanau who accompanied him on a walk around the interior wall of the structure. They must have been aware of the significance of the corner pavilion, an architectural detail taken over from French architecture by German architects in the 1560ies. It was an important feature in French sixteenth century architecture where it structured the corners of square or rectangular courts of châteaux such as Ancy-le-Franc, Bury or Ecouen which were recorded and publicised in the accurate birds-eye views of Ducerceau’s prints[94]. These prints were known in the Nassau family[95] and may have provoked some of the enthusiasm about this architectural design which was shared by their neighbour, the Landgrave of Hesse -Cassel. The landgrave who was a keen amateur architect designed hunting lodges and summer-residences (ill.3/4) all of which reflect the style of the Nassau residences in their use of corner pavilions[96 ]. In the drawings for the Schloß at Fahre the pavilions are attached to the corners of a free standing building which is placed on an artificial plateau. In the design for the summer residence at Waldau the illusion of a rectangular court is simulated by two storeyed walls with blind windows projecting from the sides of the main building as well as by four round corner towers. Like in the Nassau residences the facades are very simple, they are structured by horizontal mouldings which mark the floor divisions, undecorated window frames, portals and gabled windows[97]. It is likely that Bentheim saw these drawings when he stayed in Kassel for two months in 1600. He seems to have fulfilled the function of a personal adviser as well as ambassador of the landgrave and he may well have shared some of the enthusiasm about this design which must have had a twofold attraction to German rulers in this period. First the lack of classicising decoration which was stripped away in facades of the somewhat simplistic imitations of the French châteaux in Hesse and Nassau made the design easier to copy and cheaper to build. Second the emphasis on historical continuity of the pavilions which hark back to the towers of a medieval castle in a time when such fortifications were superseded by large fortresses better adapted to warfare with firearms must have appealed to rulers like Johann of Nassau and Moritz of Hesse who sought to revitalise the feudal claim to sovereignty. Bentheim, at the age of twenty may well have taken these men as role models for his own future ambitions.

The Patronage

The emphasis on the medieval past fits very well with the historical interest displayed in the diary and with the future ambitions of Bentheim who planned to build his residence in the castle of Rheda. The castle was located in one of the three territories, Rheda, Tecklenburg and Hoya which he took over from his mother in 1616. The most dominant architectural features of the castle were two large towers which must have appealed to Bentheim as a reminder of the glorious past of chivalry, particularly as they were thought to have been constructed by the Templar knights who were the alleged inhabitants of the medieval castle. In 1685 Moritz Meier mentions the „Knights of the Templars“ who inhabited „this castle several hundred years ago“ and cites and inscription[98] as well as a painting of one of the knights as evidence[99]. It may well be that this association with the Templars was initiated by Bentheim himself who may also have been responsible of the association of the round tower in the no longer extant castle of Tecklenburg with the Old Testament giants who were thought to have ended up in Germany after they were expulsed by the Israelites[100]. Bentheim was certainly fascinated by such myth. He recognised for example the Ovidian story of the giants building a tower into heaven in the Mantuan fresco, and he also records, as we have seen, different versions story of Cantaber taken from the works of John Caius and William Camden. The story of the order of the Templars which was secularised by the French king Philipp the Fair because of accusations of black magic and sinister rites such as the sacrifice of babies[101] might have appealed to Bentheim who records similar acts of cruelty in his diary[102]. On the other hand some writers like Boccacio or, in the sixteenth century, Torquato Tasso characterise the Templars as examples of medieval heroism, an association which might furnish a better explanation of his attraction of this order.

Curiously enough, Bentheim does not mention the temples in London and Paris. It is possible that he, like Thomas Platter, did not recognise the temple in London which was used as a law college whereas he probably saw the Parisian one but did not describe it as he left out Paris altogether in his diary. A curious link of the towers in Rheda and the temple in Paris was established by Matthäus Merian who in his 1646 topographical print of Rheda (ill.4) included the tower of the „temple“ of the 1620 view of Paris as a imaginary addition to the skyline of the castle. Whatever the origin of the Templar myth may have been, it fits well into the context of the contemporary idealisation of the medieval past which is reflected also in the pavilion architecture of the late seventeenth century, a design which has amongst its ancestors the castles of another military order, the „Deutschordenritter“. Given the medieval associations of his castle and the fashion for the updated historicism which was explained to him during the visit to his cousins it seems likely that he also thought of reorganising the castle in Rheda along the lines of this new style.

The choice of the architect, a certain Laurentz von Brachum who lived in the neighbouring town of Wiedenbrück in the first decade of the seventeenth century indicates that Bentheim might have had a rather grand scheme in mind when he began his efforts[103]. Brachum was one of the architects employed at Schloß Horst (ill.5), the first German stately home which adopted the four corner pavilions as a structural feature. The buildings designed by Brachum at Hovestadt, Assen, Geist, Overhagen and Nehlen have like Schloß Horst large circular or square corner pavilions[104] which correspond in size and proportions to the medieval towers at Rheda. It was not uncommon to integrate medieval towers into these constructions of the „Weserrenaissance“. At Assen two of the circular towers are fragments of the medieval castle which was rebuilt by the architect[105].

The remains of the castle at Rheda may have been the starting point for a scheme of reconstruction which included the construction of two additional pavilions conforming with the scheme of the other buildings designed by Brachum as well as the new Nassau residences. Bentheim was the patron of this architect only for a very brief period. For whatever reasons his ambitious plan was soon abandoned and Brachum’s name is not mentioned in the bills after 1606 when Bentheim seems to have decided to adopt a more unambitious and practical approach which comprised the construction of an additional wing that was superimposed over the slightly curving wall of the medieval structure. It is only the court facade which is decorated with simple ornamental sandstone bands (ill. 6)which are a common decorative element of the Weser area linking up the window frames[106]. The facade is structured by a balustrade (ill.7) in the second storey which fulfils the function of the corridor in Hanau linking up the various rooms at the interior and an oriel (ill. 8) that extends over the first and second floor. Both elements are likewise not unusual in the Renaissance architecture of the Weser[107]. Apart from the diamond patterns on the gable there is little evidence of the influence of Laurenz von Brachum exuberant brickwork decorations. The bills of 1612 which record the payment of the brick deliveries and of the bricklayer Peter of Wiedenbrück, the carpenter Hermann of Bielefeld and the sculptor William of Bielefeld do not mention an architect[108]. It is not inconceivable that Bentheim himself co-ordinated his craftsmen although we cannot assign to him the function of an architect such as Moritz of Hesse. He was certainly unable to restructure the building according to a unified design as in the Hesse and Nassau residences. He probably had to rely on the expertise of the local craftsmen which explains the presence of sculptural elements of the Weser as well as the somewhat practical approach to the restructuring of the medieval remains which are partly incorporated in the outside wall of the Renaissance wing. The amateur architecture at Rheda explains also that none of the previously existing buildings such as the gate-house next to the western tower had to make way to a more unified design. The simplicity and the modesty of the Renaissance architecture at Rheda, which respects rather than reshapes the medieval remains of the castle is indicative of Bentheim’s insecurity in the face of the past.

This insecurity, which we observed in the diary whenever he was faced with unusual tasks such as the description of off-beat architecture in England and Hesse brought about a rigourous formality and led to an attempt to represent the objects described with the greatest possible correctness. It is, I think, possible to draw an analogy between the frame of mind which reflects itself in the diary and the patronage of the architecture in Rheda, where Bentheim again, as he was faced with the difficult task of reorganising the structure of the castle, reverted to a rigourous conservatism. This conservatism remains firmly within the limits of the local tradition although the minimalism of the decoration reflects to some extent the simplicity of the Hesse-Nassau facades which, as we have seen, display little decoration. Bentheim’s achievement as a patron and supervisor of the building in Rheda, however, lies in the very tact and sensitivity with which he integrated the Mannerist addition to the castle with the existing structure (ill. 9/10) which seems to reflect the natural diplomacy that his biographers are so keen to emphasize. The wing he built keeps the proportion of the two monumental towers of the early thirteenth and fifteenth century, which remain an impressive reminders of the chivalrous myth, similar in character to what Bentheim saw embodied by them when he first took residence in Rheda.

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Frankfurt
Anno 1598. 25. Mart. Merk. Mane zu Frankfurt zur Gersten, da der Hoffmeister Galen eingezoge, daselbst im Closter zum Bruedern hinder der Gersten, dass kunstreiche gemaehls in der Kirchen ad sinistram gesehen 5. Trinitatis, so 1509 gemahlet,und noch so frisch, as wan es neuwlich gemahlet.
Item uff der Mayn bruecken doe Muelhe gesehen, da 2.wasser rader 4. maehlgelind treihen. Item daselbst im Carmeliten Cloister ist der Prior ein Grave von Fuerstenbergs. Peim selben Closter ligt der Nassawische hoff. Item in der Maun strassem palatium Friderico vel Conraddinor itzo der Saalhoff genannt.
Jegen den abend nach Hanauw gefahren und da zu nacht gessen.
Hanau
26. Jovis, mane mit Gr. Phil. von Hanauw umb der newen garten und newe Statt gerumb gefahren: A prado mit auss geritten spatzieren und auff die Jagt im Walde.

27, Venneris. Mane kam Graff Johan von Nassauw der Juenger gen Hanau, da dam auch S. Gemahllin dahergefahren man noch dissen tag wu Hanaw pleibe muessen, A prando zusammen aussgefahren, und abentessen im gruenen gehalten.
Notetur zu Hanauw der newe grosse Saall, so 17.passus breit nd 50 . passus langs, ohne pfeiler,hat grosse hohe finster, oben rundt, und oben jeden noch ein rundt oval fenster. Ingredienti zum haubt ad textram ist ein gross ander gemach zum silber kamer oder sonst zu endt ein aussganck und gallerey, da man dass ringrennenen inwendich der mauren sehen wirt.

28. Saturni a prandio mit Graff Johan von Nassauw dem Juengeren und Graff Philipsen von Hanauw von Hanauw durch die newe abgeplockte Statt nach dem Mayn iegen Steinheim uebergefahren; Nota Sternheim Schloss und Staedchen Meintzisch, darnach ad sinistram am Mayn ligend gesehen Seligstatt ein Statt und Abdey: hinc durchs walt biss gen Bobenhusen zu Graff Hans Reinhart von Hanaw, ist 2. meill von Hanaw. Nota Bobenhausen ein Herschafft, Statt und Schloss. Ibidem ante coenam umb den inwendigsten wall gangen, hat an 4. ecken ronde tuern,und aussen noch ein wall und 3. wassergraeben zusammen hat dass Schloss viel pheren? mitten im Schloss ein solcher Viereckiger turm, unbher mit hohen feinen steinen gebew und gemachen.

29. Lunae von Bobenhausen concio in der Statt kichen.Inde in equili dz bunte pferdt, und equum q, Hermaphroditus gesehen.

30. Lunae von Bobenhausen biss Eberstatt d. den von Franckenstein nobilib. zugehoerig, so ad sinistram daiegen ueber hoch uffm berge Ihr Schloss und wonung haben- 3. m. prandium hic. Germerstheim St.
am Rein, aldo uebergefahren, abents zu Wormbs im weissen Schwanen, Reichstat. Nota am Markt ein schon gebew, die Muentze genant, mit gemahlß und etlichen Keysern bildniß, ubi in eadem Basilca maxime praelucet effigies Fred.III. Imp. Anno 1493.
cum subscripsit versibus:
Astra Deo nil majus habent, nil Caesare terra, si terram Caesar,si regit astra Deus.

Item Hercudes.
Cui parebo miser: placet haec, placet illa, sed ambas
Qui sequar: haec calum, cogitat illa stygem.
Virtus ad Dextram
Huc Jove nate fradum flectas,hac itur ad astra,
Honos principium, finis Olymus erit.
Cantra Voluptas ad sinistram.
Huc o flos juvenum propera, per amaena rosarum
Atria te ducam, regna beata vides.
Cui proxime Jupiter.
I fer opem Pallas virtuti, fractaqs cedat
Altera, namqs stat hoc ordine agone salus.

31. May. Von Wormbs biß Franckentall St Pfaeltzisch. z. m. Inde Speyr 4. klein meil. Zu im Einhorn. Nota hic, dz Muenster, der Oelberg, und die Audtentz und Cammergericht gesehen. Im Muenster monumenta Imperatorum, ubi Epitaphium:
Filius hic, Pater hic, Avus hic. Proavus iacet isthic

1. Juny. Merc. Zu Speyr a prando in der Audientz die urteill hoeren ablesen. Inde bey D. Hertzbach im garten, Ibide coenatum, da Doctor Breituacker Assessor. Item ein Holsteinscher Junger vom Adell Garendorff guant. Ih Doctor Ziegler gener Heresbachy, Ih einer des Graven von Leinigen Rhat oder Diener.

2. Jovis, in prandio: D. Hertzbach D. Zeigler, sein bruder auch D. D. Rosenthall.
In coena: D. Christian Bart wegen Brandenburg Churfh. D. N. Teugnagell wegen Burgundt, D. Bender wegen Schwebischen Kreiss, D. Melchior Trechsell (der dicke man) [crossed out] wegen ober Rheinschen Kreiss. D. Johan Peter Breittuacker wegen Oberrheinischen Kreiss, fuit Hanawisch, Item Melchior von der Wycks, wegen Nieder Rheinischen oder Westphelischen Kreiss. Ih D. Albada D. Rosenthal. Item Juncker Garendorff Holsteinischer von Adell. Item noch ein Kriegsman in aschgrawen wambess [crossed out] Nicolauss Colles ein bruttischer von Adell.

3. Juny veneris . Mittag zu Speyr zur Suppen [crossed out]:D. Ziegler, sein bruder, D. Rosenthall. Camerarig Norimberg. Filius Bar. a Buxtel cui G. Ad. dedit Itras ad C. de N. inde eos comitatus est Judex Jo. S. usqs ad op. Kreishausen, distans spira medio milliari, […] Inde pergentes a dextra vidimus arcem Eidemont sede Epl spi. Item transiimus per oppidum March. Turlachensis noie Grauen Vesperi hora 8. Turlach St. Marchionis sedes, distat Spira 4. mil. In der Herberh Zur Kronen.

4, Sab. Turlag, ubi salut. C. Essart de Frislandt, meridie in hospitio ubi inventavimg N. Ramigar. cons. Pr. Progressi, supradicto cons. comitati, vidimus in monte arcem Eberstem, inde transiimus per urbem Rastat, ubi etiam ascem habet Machio. Vesperi Baden [St.] ubi vidimus a sinistra in altiss. mote ruinas arcis Badensis: In ipsa vero urbe arcem novam Princeps habet. hic est fons calidiss. salientis aquae in medio urbis. In der Herberg Zum Ungemach. 4.mill.

5. Sontag. haben wir den morgen das Fuerstlich Schloss zu Baden gesehen, alda ein schoner Saal, welcher 36. schritt lang ist, und 16. breit, haben alhie im Keller wein getruncken, welcher A. 1471 gewachsen und noch herlich git ist. Darnach sind wir an ein stetlein komen Stolhouen, dieses ist ein festung, ist [auch] Markgaeflich. 2. meill von dannen haben wir ein stetlein fnden, samt ein schloss heist Lichtenau, ist Hanawisch, Vesperi zu Strassburg, alda G. Ad die Brugk gewessen, seiner schritt 120[0.] und 16. In der herherg gessen, mit 2. [Merrischen] Herren, [von Kueppu,] und einen von Saradetzky.

6. Montag. Zu Mittag auf der Ammeisterstub, alda der Staetmeister [Lettenheimer,] und der Ammeister [-N.-] gewesen. Den nachmittags haben wir dass Zuchthauss gesehen, alda wir 210. grobe metallen stuecken gezalt In drey unterscheidne heuser, Item einen Pott vonn Messings darin die von zuerch den brey hieher bracht. Item ein halben Walfisch kopff gesehen, welcher 6. Brabensche elen lang, und 2. breit, welcher 112 centner und 84. Pfundt gewiegen: Item ein rippe und ruckebut? wigt 24. pfundt: Vesperi ein losement bekomen bey V [N.] Rode beim Pfen. thurn.

Juny 7. dingstag. Mane nach Pappi Predigt hora nona auff den thurn gestigen,biss oben auff die Vier schneken, die erste treppe auss der Kirchen biss ausswechterheusse hat 321. stafelen, die ander an die 4. schneken, die wir auffgestigen 173. stafelen. Mittag in unserm Losement, alda die Graffen von Schwartzburg gewesen, so erst auss Frankreich komen. Nachmittag die uhr in der kirchen besehen, und auch ander kunstuck, die unss der Meister in seinem hauss hatt lassen sehen. Vesperi S. Reuber und Gerhard Soding. Zu gaste.

8. Mittwoch. Mane dass collegium besehen, Item der Herren stall, den Bruder hoff, dass Truckses Losement und des Bischoffs hoff, Mittach in dem Logement mit den Graffen von Schwartzenburg, Hans Gunter und Christan; Nachmittag das Spital besehe, welches gar woll gebaue, und ein tonne goldtz iarss inkommem hat, alda wir im keller wein getrunken von Anno erstlich 1525. Danach vom Jaer 1529 Endtlich 1472. Vesperi in hospito cum comiti Swarzenb.

9. Donnerstag, meridie zm losement, Nachmittag im Janniterhaus, alda wir ein grossen Saal gewesen, da die planken unden und oben 20. schritt lang. In der kirchen ein grabstein, da das Newenarsche wappen auff gehawen, Anno 1493. Obiit Venerahilis Dnus Nicolaus Comes de Nevenare et in Sarwerdern Eeetae Majoris Argentinensis canonicus. Vesperi alda gessen.

10. Freitag, meridie in hoapitio, Nachmittag die Cantzley unnd Pfaltz besehen, denn abendt zm Losement, conviva .

11. Sambstag, den morgen umb 4. uhr von Strassburg gereiset mit 3. huerkloepfers, ahsumto solo Johanne, praefectoqs, proprio equs utente, meridie pervenimg in Essas Zabbern. 4. mil. ubi ad hircum hospit. ingressi atqu a Barone Krichingensi -cig loci gubernatore invitati, acceptis ad eo literis ad Comitem de Salm, additoqu ab ipso nobis tubicire?- circa tertiam venimus in Pfaltzburgs, et vesperi in oppidum Zarburg Lotharing. 3. mill.

12. Sontag mane hora quarta von Sarburg biss gen Blatrimont [Blancmont] zur cronen in der Werstatt. 4. mill, alda umb 11. uhr ahnkommen ist Lotharingisch, Stat und Schloss. Vesperi zu Neufville Lotringss Ist 3. meill in den Herberg an S. Esprit.

Juny 13. Montag. Den Mittag zu S.Nicolas St . Lothrings, ubi tunc forum, hanc abluit fl. Saumone. 2. m. In der Herberg zum Engel. Ibi vidimus ad dextram coenobium in monte nomine Hamot Abbaie, Vesperi a Nanci haec metropolis Lotharingica, hic Dux aulam alit, coferme horarum spatium detenti fuimus, anteq ingressus pateret, Nanci ablnci? fl. Meurthe. In itinere vidimo comiterum, ubi crux lapidea a Principissa uxore Principis Anthonii Lotharingici in honorem mortuorum erecta, et in perpetuam rei memoriam, quoniam in illa planitie Dux Carolus urbem clam oppressurus peryt, cum magna suorum clade: Anno 1466. Vesperi in diversorio ad signiferum, ante coenam vidimo stabulum principis, ubi erat niger equus Germanicus emptus 1000. florenis aureis hic arcem principis, principemqu ipsum cum Cardinale filio, eosqu equis insidentes extra urbem comitati, vidimus munitione in suburbium, vidimus arborem erectam,frondibus ornatam, huic impositae spartae insidebant 5. feles inclusae, et Martis bestiola infra sportam, (Erat autem haec arbor repleta pulvere bombardico) vemit Princeps, comitaatus Cardinale filio asino insidente, reliquiqu duobo filys, uxoribo, item et filiabo, reliquisqu virginibo aulicis, duobo curribo vectis, atqu ipse sumpto igne arborem lignis circundatam accendit, atqu ita feles, rupta urna in ignem semivivae incidunt: in urbe reversi in omnibo plateis vidimo ignes accensos, faeminas, puellas, viros et pueros forum agitantes, id quod quotannis hoc die, festum crastinum Johannis praecedente celebratur.

14. Dienstag Vormittag die kirch besehen, darin die begrebnuss Caroli Burgundi, additis his versibus
Carolus hoc buso, Burguna gloria gentis
Conditur, Europae qui fuit ante timor.
Canda rebellarix, hoc plebs domitore crematz,
Post patriae leges, perpete pressa jugo e.
Nec minus hunc sensit tello Leodia cruentum
Cum ferro et flammis urbs populata fuit;
Monte sub Heritio, Francas cum Rege cohortes
In pavidam valido truserat ense fugam..
Hortibo expulsis, Eduarun ub regba kicavut
Anglica, primaevo restituems solio.
bella ducum Regumqu et Carsaris oia spernens,
Totus in effuso sanguine laetus erat.
Denique cum solitis fidit temerarius armis.
Atqu Lotharingo cum duce bella movet,
Sanguinam vomuit media inter plia vitam,
Aureaqu hostili vellera linquit humo.
Ergo triumphator longaeva in secla R?enatus
Palmam de tanto Principe victor habet.
O tibi qui terras quesisti (Carole) colum
Det Deus, et s[retus antea [acis opes.
Nunc dic, Nancaeos cernens ex aetheremuros
Discite tessesnis quid sit confidere rebus,
Hic toties victor, deniqu victo adest.
Le midi avons mange a Phostellerie du Portenseigne, et apres disner sommes parti, estans venus hors de la ville ad dext. vidimus une maison de plaisance du Duc appelle male grange, estans passe ontre vidimus un cinietiere, ou en une pierre estoient engraves ce carmds.
Mil quaternes soixante et seize advint,
Que charles duc de Borgongne yci vient,
Accompagne de soudarts dt gendarmes,
Cuidant Nancy surprendre a force d’armes,
Veille de Roy quon depart le gasteau,
Il fut occis en passant un ruisseau,
Et la plo part de ses homes de guerre,
Furent occis et semes sur la terre,
Puis receullis par comadement
In preux Rent, qui vertneusement,
Obtient sur eux gloriense victoire,
D’ont les corps cy sont gisans en memoire,
De ce conflict Reneede Bourbon ,
Noble Princesse ayant vouloir tresbon
Femme du tres illustre duc Anthoine
Fils du Rene nobles ducr de Loraine,
Ont faict batir ce cymitiere et croix
L’an mil cinq cens vingt et trois,
Prier a Dieu q par sa saincte grace,
Aux trespasser perdon et merciface,
Amen
Vesperi a S. Nicolas a la corne du beuf, a la grand hale.

Juny 15 Mitwoch voon S. Nicolas getzogen, uund alss wir drey meil forter kome, kamen wir an ein kreutzwech, et prenans le chemin a la main droicte,vaissant Catanbri Schloss a la main gauche, arrivismes a Baccarac St. und Schlos fort den Cardinaal von Lotring, ist 4 1/2 meil von S. Nicolas, ou ayant fait collation, nous vismes le soir a selle,dorf, ist 1 meill alda zum hiesthf?.

16. Donerstag zu Cherneck d. zu Mittaach gessen, sint 4. meill, Vesperi zu Moltzen, St.2. meill, hie zum Beren herberg, alda das Jesuiter Collegium besehen.

17. Freitach ad textram vid. la maison du Seigr: de Mersburg,ad sinistram Dachstein Schl. und St. hic residet Admi. Brandeburgicus. Mittag zu Strassburch.3, meill. Vesperi Strassburg in der Herberg——etc.

18. Sambstag, meridie in diversorio, vesperi invitati fuimo a comite Ludwico Witgensteinio.

Juny 19. Sontag. Meridie in hospitiok Vesperi invitavimus N. Dasipoium, et Gerhardum Soding.

20. Montag, den Mittag zu Strassburgh gessen, jora 12, von dar getzogen, sein wir 2. meil von dar an ein stettlein komen Benfelt genant, ist ein schone festung gehoret dem Cardinall de Loraine, alhie ist der Haricourt Oberster. seind agernoch 3. meil forter gezoge biss ein dorff Eberstet genandt zur Sonnen gelegen, ist von Strassburg—–5. meill.

21. Dingstag a sinistra vidimus urbem Impery Schletzstat. 1. meil. Meridie venimus in urbem Impery Colmar, atqu ibi im diversoritm noie mons niger 4. mill. distans a pago suprad. a dextra vidimus arces Hohenlandsberg in cacumine montis, estqu Dominorum de Swendi, in est alio monte arcem Hohenkonigsberg, q’est nobilium a Sickingen. vesperi in oppidum ENTZEN, distat Calmaria 3. mill. Entzen est oppidum sub imperio Archiducis Ferdi. hic cameram alit. In itinere transiimus per oppidum Hellecretz, quod e Colmariensium a sinistra in cacumine montis est oppidum Brisach, hinc distans 3, mill. Ibi pons in Rheno qui abouit montem. Attamen in urbe tanta aquae penuria, ut incolae hydriam 1.denario emere cogantur.

22. Mitwoch,umb 1. uhr zu Basell von Fertzen? 6. meil, ibi comitante M. Bruxtorfio vidimo Epitaphium Eras. Rot.
Christo servtore.
S. Des. Erasmo Roterodamo Viro omnibus modis maximo, cujus incomparabilem in omni disciplinarum gnre eruditionem pari conjunctam prudentia possteri et admirabuntur et praedicabunt. Bonifacius Amerbachius. Hier: frobenius Nic. Episcopius haeres et nuncupati supremae suae voluntatis vindices patrono optimo, non menoriaee, quam immortalem sibi editis lucubrantionibus comparativit ys tantisper dum orbis teratum stabit superfuturo, ac eruditis ubiqu gentium colloquuturo, sed corporis mortalis quo reconditum sit ergo hoc saxum posuere. Mortuus est quarto ad Juil, septuagenarius. Ao a Christo nato 1535.
Vesperi gest in diversorio D. Amardum Polancum affine timmero (Is fr. in It. adfuit) et M. Buxtorf.

23. Dommerstag zu Basell mane in Publ. auditorio ein promotion gesehen, da einer genandt Joan. Amplias Soschinius promovirt wwardt von D. Platero, weches weret ungeferlich 2 1/2 stund, den Mittag zu gast gebetten, dar alda pofessores zusamen gewesen, dis hat gewert biss umb 4. uhr post meridiem, uumd alss dass geschehen, seind
Raphael Lescinius de Lesgno
Andreas Lescinius de Lesgno }fratres
2. Polinsche Heren und andere Polinsche van Adess, deren praeceptor novus Doct. gewesen, mit unss, sampt Polano spatzieren gangenn, auff einen schonen platz, Pfaltz genannt, vesperi im Losement. hospes Franciscus Castilion.

24. Freitag, mane von Basell gezoge, Mittag in ein gissen 3. meill von Basell, vesperi zu Mompelgart, seint—–6. meill.
[…]
25. de Mompelgart a Bisancon, metropolis Burg. 7. m. Hic cum tardio esset portaequ nobis venientibo clausae ante urbem in parvulp pago pernoctare coacti fuimus.

26. Mane ingressi urbem vidimo situm ejus amoeniss. hanc abluit fl. ab altera parte defendunt montes altiff. ita ut facile accessus non pateat.

27. Comitati Chateauneuf et Perrot. f. invimus in Salinst. Burg. m. 8. [Salinces est au Prince d’Orange] Ibi vidimus Salinam, quam ibi Rex habet.
[…]
28. in Champignol d. Burg. ubi nocte mansimus—4. m.
[…]
29. Mittag zu Morbien Dorff, vesp. Nion stat Schweitzer.
[…]
Genf 30. Zu Genff. 3. meill.
[…]
July 1.

August
Den 27. zu Bergamo, das Bastel auff dem Berg, la capella genandt,des Podasta und Capitains hauss auf den Capitein in die mess sehen gehen.

den 28. still gelegen.

den 29. gen Meiland, bey dem teutschen trabanten Christoffer zur Herberg getzogen.

den 30, den dohm, des Hertzogen Pallatz, den Hertzog [Duca di Terra Nova] sehen zu Rast gehen, darnach auff dem Thumss thuern, welcher gleichfals, wie die kirch, von grund auff von weiss Marmell gebawet, von daunen die Hertzogin seheb zu kircheb tragen In einer senfften [stuhl] von 2. menneren, umbher mit gruen taffet behenckt hinter Ihr her wart ein alte fraw von 2. mennern gefuehretn zur feiten giengen Ihre teutsche trabanten, deren der Hertzog 50. hat, aller negst von der senften [stuhl] ging Ihr beichtvatter,vor demselben Ihre Junkers, ward also in der kirchen auff ein [Teppich] auff die erde nidergesetzt, dar 2. rotsamte kuessen aufflagen. Item alda ein nagel vom creutz Christi durch ein fenster gesehen.

den 31 Das Castel besehen, alda 200. Metallen stueck auff der maur gestanden, under welchen 4. mit dem Saechsischen wappen und namen des Chur: I.F.C. welche dieselbe Carol.V. abgenommen. Danach dass Closter St Ambr: besehen, darinne in der [kirchen] die ehen schlang so Moses auffgericht, darnach in dem Umbgang gangen, derer 2. neben ein ander, und oben auch einer breitt wie die andere, alda gar schoene gemach und muenchen [zellen] alda ein muench zu unss kommen, so lang in Teutschlandt gewesen, dieser furt uns rumbher, und darnach praesentirt es unss kaess, brott, und herlichen wein.

den 1. Sept. still.

Sept. 2. Nach Pavia getzogen 4. teutscher meill von Meilandt, under wegeus ein schon Kloster besehen , la Carthosa genent, in quo est pulcher rimum templum totum Marmoreum a Joh: Galeacio constructum: idem castellum Papiae construxit, et Hortum cujus muro se ultra 20. milliaria extendit, unde fertur dixisse se velle aedificare una caetta, una capella, et un [giardinetto.] Ad summum altare quod itidem marmoreum erat et pulcherrimis gemmis ornatum ab utroqu latere pendebant duo ova [struthiocameli.]
[NB:
casetta, est arx pauiae, capella, carthosa. Hortulus, est horty in quo carthosa sita, cusur circunferentia se extendit ad 90. mil. in hoc horto capto fuit
Francisco I. Gallia Rex.]
Vidimus Epitaphium cum hac inscriptione:
Joha: Gaoeac: Vice com: primo Med: Duce ac priori ejus uncti [uxeri] Carthusiani memores gratiqu posuerunt Anno 1562. 10. Decemb. A latere in lapide excisum erat et Hooc JOH.GAL.I. DUX MESIOLANI Hoc Templ. construxit, vixit annis 47. obyt 142. mediolani regoavit a:24. Inde Papiam ubi Monasterium St: Ambr: in ingrssu Monastery in arcu Portae vidimus haec sequentia: LUIDBRANDUS; LONG. REX inclytus ob translatrm D. AUG: corpus templum hoc [simul Abbatiale coenobium canonicis regularibo ibi degentibus cum totoe instauravit. 722.
Secunda translatio St: Patris Aug. 720. ex Sardinia hanc Ecclesiam ubi morabantur monachi S. Benedicti iuxta privileg: Luidbrandi Regis Conrad: IMP, 850 OTHONIS Regis 960 et Frid. Imp. 1159. [Prima translatio] Carthagine ubi mortuus est in Sardiniam facta est, nam Constantinopoli
[a Sarracemis Capta, captus & Ambrosius moritur.
Papia tr? fluidum Tincinum.]
In Monasterio S.Aug: supradicto vidimus arcam S. Augustini totam Decemb: Ad ostium capellae in qua pide haec verba: A. 1525. 24. Febr. Franciscus. Richardus de Lapoole dux Suffolchiae et aly proceres hic sepulti.

Sept. 3. Papia Chiaravellan 36. meiles.

4. Chiaravella Genuam 30. meilen, alda dess Herzogen xon Gerua Pallatx, und in selbst auss der Mess zu raht sehen gehen. Voruher gingen seine Junckern, und hinder und neben ihm 24. Radtsherren in langen schwartzen Damasten Roecken, er selbst hatte einen langen rock von rodt seiden atlass. Daranach in St: Francis: kirch gangenn, alda ein schoene Carell von lauter Marmorr, dass gewelb all uebergueldt, unter dem altar gieng man [eine] Marmelsteinen trep, hinder alda widerumb ein gewelb schoner als ss dass oberst von allerley farber, marmer und Edelgestein eingelegt: und stundt diss darin geschrieben: S. Crucis et spineae coronae plurimisqu sanct: reliquiis e superiori templo nuper huc translatis Lucas [Grimaldo] Francisci filius sacrarium hoc P. C. A. S.t 1578.

Den 5. Septemb. In einss Edelmans Pallast 2. Probierstern gesehenn, in forma obelisci, deren ein meiner spannen 12. hoch, unde 3. und 4, finger preitt, uund 1 1/2 spannen dick.

6. Sept. Auff den Genueser mehr gefahren biss zu batiren? thuern, alda stets 3. teutschen und ein waelscher soldat wacht halten, dieser hatt 365. stafflen, die leucht ist so gross, dass 30 persohnen darin stehen konne, und waren darin 30, lampen mit oell, die man dess nachts anstickt, halbeweg uber einer thuer, so auff ein galerey hinauss gieng stundt geschrieben, wie folgett, A: a Christo nato 1543. restitutae libertatis 16. Petro 10: cibo. clavica. 10. Bapt: Lercariu u.“ F. et Lucianus Spinula G. G. F. Patres communes instaurarunt hanc turrim, quam dim majores nostri struxerant, et quae 1512. in oppugnatione arcis Laternae tormentis diruta fuerat.

8. Sept. still.

9. Sept. von Genua nach Sciaravella.

10. Sept. gen Pavia.

11.“ gen Piatenza.

12. zu Parma.

13. still, La casetta besehen das palatium, das Cabinet, den hoffgarten, uund brunnen, das newe Castel.

14.Septemb. zu Modenaw.

15. Nach Bolognien.

16. zu Fiorenzole.

17. zu Florinza.

18. Die thier gesehen, die den Hertzogs zu ein hauss verwarrenn lest, alss Loewen, Beren uund Tigertier, und ander: darnach in den stall gangen, darin wir ein seinbock gesehen: danach auff denn Domsthuern, welcher 534 staffelen hatt, darauff in dem Kuopff 13. Personen stehen konnen. Darnach den Marckt besehen, dar des Cosmi Medices bildtniss von Metall auff ein pferdt gemacht, und ander mehr. Item zu S. Lorentz ein biblilteck gesehen, derin ein gantzen hauffen buecher all manuscripti, unteranderen 2. so dass ein Virgilius selbst, und das ander Petrarcha geschrieben, und eins so auff bast geschriebenn. Darnach dass corridor besehen, alda viel schoener gimaehls und bilder vo Marmerstein. Darnach das Pallatz, dess Hertzogen gemach, und den Jungen Printzen mit den frewlein hinauss fahren, Item eine brueck, welche sillae soldaten gebawet, und ist die eltest in gantz Florentz.

den 19. von florentz gen Siena.

den 20. gen 5. Quirico.

den 21. Mittag zu Radecoffoli, dieses ist oben auff ein berg gelege, und ein gewaltige festung, hort dem h. von folrentz. Den abend gen Lorentz.

den 22. Mittag zu Viterbe. Den abend gen Roncigli[one]

den 23. Mittag zu Baccano. des abendt zu Rom.

Septemb.
den 29. Basilicam Petri und die Newe Kirch, so Sixtus S. gebawet, LI Castello St. Angelo gesehen, und [?] obiliscum so vor der Kirchen stehet, In Hadriant begrebnuss, welches von Metall, und ist wie ein drenhap gemacht, umbher sein vier seulen, so das [dagh] dass drueber, auffhalten.

den 25. Sept. Auff S. Petri seul gestige. hatt 182. stafelen, stehet unden an geschrieben:
Senatus P. Q. R. Impt. Caes. Divi Nervae F. Nervae Trajano Aug. Germ. [Dacico], Pont. Max. Trib. Pot. XIII. M. P. VI. COS. VI. PP. ad declarandum quantae altitudines mans et locus tantis sumptibus sit egestus.
Item S. Maria rotunda, hinc palat. Monteravallo. Alda Ihm garten das brumewerk gesehen, die orgel, kuckuck und ander Vogel hoeren singen. Item Bacchi begraebnuss besehen, leit alleruegst bey S. Agnese aufferhalb Portapia, hinc al palatio del Cardinal mont alto ein Camel gesehen, dem 24. Inss grosshertzogen Pallast gewesen, welches gar schon ist, heist al colle [degli hortuli.]

den 26. des Pabsts Pallatium gesehn, dar ein schone Gallerei dar alle konigreiche der welt abgemalt, darnach in sein Garderobbe alda dess Pabsts silber werk gesehen, uund unter anderen ein gross schwert dauon die scheide lauter golt: darnach sein schlaffkammer uund studiol gesehen, alda ein crucifix von lauterem golde. Von danne in S. Pabst sacrister gangen, alda alles was zur mess gehort von Cristal gemacht und in gost eingefast, Item das Pabst Pontificialia und Mitern, auch 2. guldene kelch mit edelstein eingelacht die der gros Cosenus dem Pabst verehrt, Item ein gross Creutx von Cristall darin ein stuck vom creutz Christi, darauff die gantz Passion aussgeschnittenn, Item in ein anderen Creutz ein dorn von der Cronen, die Christus auff dem haeubt Auch in ein guldenen kropff ein stick vom schwam. Item die 12. Aposteln gantz von silber. Unter denn Caselen gaben wir 2. gesehen, so wol mit Perlen besetz waren, die dem Pabat der Konig vonn Portugal verehret, einss in Indien das ander in Srannien gemacht, In dem altar war unten ein Kopf ienes Martirsss, so vor 2000. jaren verbrandt, und noch fleisch darauff wahr, Ih ein hembt von einer Junferen so vor 200. Jar gemartert, dar noch blut in hings. Darnaach die Caoell dar der Pabst selbst Mess in helt.

den 27. mit der carrohe gefahrenn, erstlich nach S. Maria Trastevere , alda ein baum da oly auss geflossen, von dannen a S. Maria in portico, do ein seul von Albaster oriental welche tag und nacht leuchtet, dass man dess nachts dabey lesen und schreibe kan, von dannen Pilati hauss, das tenplum Armenicum Schola Graeca, da ein grosser runder stein vor der thuer leit, mit eins mensches Angesicht und ein grossen maul, heist Bocca di verita, do die Alte Romer Ihre weiber mit probiret, uund von hinnen under al pie del monte Aventino hergefahren, auch bey des monte Testacio, und des Cesty begrebnuss, so in der Statt maur: Inde auss S. Pauli pfort gefahren, ubi primo vidimus supra januam capellae salutationem Pauli et Petri, inde a S. Paulo, aldar Pauli haupt unterm altar gefunden, hinc alle 3. fontane, alda Paulus enthauptet, uund sein Kopff 3. sprungs gethaen, dauon 3. brunnen entsprungenn, dipoi a S. Sebst dove entrati alla grotta, vidimus stationes ubi habitatunt Christiant ab Ethnicis persecutionem passi, hinc a, altera parte est longitudo clavis Christi, item ab altera parte templi fontem in quo corpora Petri & Pauli protecta [&] occultata fuenre, item mensam in qua Petro solitus fuit cibum capere: In egressu vidimus lapidem, qui Pauli ossa texerat, cui inscritum erat ehusdem epitphium: Postea portam S. Sebastiani, prope quam exstat porta per quam Carolus V. Vi ingressus est, deinde rudera thermarum Anthonini, hinc in hortum Carinalis Matthaei, qui multis statuis ornatus est, hinc a S. Giona[w] di Laterano ubi palatium pulcherrimis picturis auroqu ornatum, a Sixto S. inceptum, nec dum finitum, Item Aeneae columnae, Hierosolyma allatae, terra sancta repletae, quas hic Papa 12000. aureis deaurari jusset, quas in capellam pulcherrime ornatam atqu suo nomine nominata, [erexit] [Clemens 8.] In hoc templo sunt duae columnae marmoreae jerosolyma allatae, quae Christo moriente ruptae sunt, Item 4. columnae quae sustinent lapidem, qui refert longitudinem Christi et matris Mariae, Prope hoc est parvula capella , in qua est baptisterium Constant. Magni, et columna in qua gallus Petro Christum denegante sedens cantavit, unde plante ungularum ipsius in lapide videntur.

den 28. geruhet.

den 29. auss porta Pia spatzieren gangen, alda ueben einer Kirchen so S. Agnese genandt, ein runde Capell gemacht, wie S. Maria rotunda, oben mit einem fenster,leit drin Bacchos begraben, und ist ein grosser grabstein von rothen Marmel, dick 2 1/2 [palmas,] Ungefahrlich 9. oder 10. lang ist, gantz vor ein stein, wie auch der deckell.

den 30. das Campidoglium besehen, alda viell schoener antiquiteten.

October.
Den 1. Octob. von Rom gen Napoli in fuenff tager, nichts notatu dignum funden, alss die stett, Fondi [Itri, Bolitria, Terracina,] Moli uund Capua.

den 5. Octob. Zu Nap. ankomen.

den 6. still.

den 7. Castell auffm bergs besehe, nachmittag in einss Printzen Pallatz gangen, Alda den dantz zugesehen, weill der Printz vor 20. tagen hochzeit gehalten.

Den 8. In S. Dominici kirch gange, alda en einen Capellen, 4. Konig un 1. Konigin von Neapolis begebnis gesehen,aso vier schone kisten mit ein runden dekell mit Samt ueberzogen, etwn 3. man hoch von der erden an der maure festgemacht waren, hing eins inglichen rapier neben dran, zu beiden seiten waren mehr dergleichen von etzlichen Printzen und Fuersten auss dieser Statt.

Den 9. Vormittag den Vice Re. [sehen in die Mess] gehen weill in sein gemach und garten gangen. Darnach in obge Printzen Santobuono genant Pallatz gangen, alda widerumb den dantz zugesehen, waren viel vornehme Fursten uund Furstinnen bey ein ander, uund alss unss der Hertzog gesehen, lies er uns durch des Konings Grosstallmeisten Marches. Santelmo, uund durch einen ritter [Pignatello] mit ein rohten Creutz von dess Koniings Orden forderen, und durch der braut Kammer In saal hinder dass Frawzimmer fuehren, damit wir sie eigentlich besehen konten: Nach dem dantz ward ein Comedie gehalten biss in die nacht.

den 10 nach Putz[ol] abgerittenn, ungefehrlich 3. meil von der statt sein wur durch ein grossen ganck geritten, so unter einem hohen berg hergehet, ist ein welsche meil langs. [introitu nostis conspicitur magnum foramen, in quo ossa Virgily (..)sservantur.] Von dannen alla grotta del cane, do der man einen hund inwarff, der alssbald umvill alss wer er todt, nam in herauss, und warff In in den lacum Agnanum, do ward er lebendig, und lieff dauon: Darnach neben dem monte olylmpo her, biss alla solfatarra, alda mitten im thall ein pfull heiss siedens wassers. Inde vor Putzzol rudera Colisei et Academiae Cic. Darnach alda ein ein schonen garten, so D. Pietro di Toledo machen lassen collationert, inde obtenta a praeside licentia sein wir ans Meer geritten alda und auff kein anderen ort dass wasser kalt, und der sandt so warm, dass es in der hand brennte, zur rechten lag der monte lag der monte [Nouvo,] welcher A. 1538. den 29. Sept. In 24. stunder gewachsen, mit ein erdbidden, hatt statt und schloss Trepergola, sampt dem grossen Lago Pucrino bedecket, nicht weit [von] dannen leit der [Monte] Christo, hinder dem d Laco Avernus, [ahm] ufer desselben s pie del monte Ch. ist die Grotta Sibillae. auff der rechten seiten des Lac leit templum Apol. Zur linken teplum Minerva. A lacu Averno, al sudatorio di Frittola, da ein grewlicher dampff und hitz ist, so auss dreyen grossen locheren herauffer kompt; Zur rechten seiten leit allernegst Thermae Cic. welches die Salernitani Med. verstort. Alda In ein schiff gesessen, und ubers mehr nach [den ruinis] civitatis Bajae gefahren, alda oratorium Agrippinae besehen, darinnen ein wurtzel von ein baum die so hart wie stein, da wider auffgesessen, und uber den berg geritten, aldaa die ruinas villae [Marij], und weit auf der rechten seiten rudera cumae gesehe, uund weit im meer ein thurn, so noch von der Statt Patria do Scipio Afric. begraben, ubrig blieben, Inde al Mercato di Sabbato, alda in einer grotten Agrippina begraben, von dar neben dem mare mortuo her alle centl camere. Von dar alle Pscina mirabile, so Nero hat lassn machen, [(..)dem in loco sunt campi Elisei] dar wieder zu schiff gesessen, und unter eim felsen so Jul. Caes. hatt lassen durchhawen, hergefahren, oben auf denselben Villa Mameae und Alex. Caes. gewesen, do gegen uber leihen rudera Misenae urbis, und mons Misenus, unter am selben ist die Grotta Dragonaria, so Nero hat lassen machen, umb frisch wasser drin zuhaben. Darnach stracks uber nach Puzzol gefahren, so 3. welsche meilen uber meer von Miseno leit, nebe obgtes? felsen, vide supra X sicht man in dem Meer ein theill viae Appiae, so von Rom nach Misena gangen.

den 11. Oct. dass Castel nuovo besehen, darin Le sala reale, welcher gantz rundt wie einn kirch, gewaltigh hoch, hatt oben ein loch da dass licht herein gehet, und nach dem meer 2. grosse fenster naus. Darnach auff die 3. eusserste bolwerck gangen, dar 13. Saxische stuck auffgestander, diesr 2. gehen geraht auff die Statt, die ander 2. bolwerck naach dem Meer.

den 12. Octob. wie auch den 13. 14. 15 et 16. still.

den 17. von Naples gen Capoa.

den 18. gen Itri.

den 19. gen Case nove.

den 20. Marina.

den 21. zu Rom.

den 22. dass fest geseheb zu S. Pietro [=sc. aller Heiligen]

den 23. oct. von Rom getzogen gen Ronciglione.

den 24. Aquapendente.

den 25. Taxingola.

den 26. Siena mittag, den abend zu Stagio.

den 27. Florentz, den nachmittag al palatzo de pitti ein Comedie gesehen,welche der Groshertzog seiner Junckeren einen auff seiner hochzeit, die ehr Ihm gehalten, lassen spielen, Nach der comodie haben wir denn grosshertzog, sein gemahl, seins bruders tochter, und viel feins frawenzimmers gesehen.
den 28. In dess Grosshertzogs Guarderobbe, alta unter andere ein grossen kasten vol gantz guldenen geschir, so zum disch gehoren.

den 29. oct. Im pratelin geritte und darnach al castello del palzzo, do ein schoener garten, aber nicht so schon wasserwerk wie ihm Prattelein, der grau Prencipe helt sich do.

den 30. von Florentz al Bosco.

den 31. Mittag zu Pisa, alda eine schonen garten und ein kunstkamer gesehen, so der Hertzog den Studiosis Medicinae zugefallen hatt lassen zurichten, dar allerley seltzamer thieer und viel wunderbawlichs zusehen, inter alia,
Ein menschen kopf, so im meer funden, ist gantz schwartz, die haut ist zum stein worden, oben auss der hirnschalen ist Im einn rohter Corall und ein schwam gewachsen. Darnach dass Ritterhauss die Thumkirche, dass Bapt. Joan. dass ort do die erd von Jerusalem hinbracht, die doten die man doen begrebt seind un 24. stunden verwesen, nicht weit von dannen steht der glockturn, dieser ist rund, mit schonen peilern gezieret, sehet ganz krum, und wen man darin ist, sieht man so geraht uber sich hinauss alss wen er gar recht stunde. Diess ist einer von des 3. thurnes so der Gr Hertzog in sein landt hatt, der erst schwebt in der lufft und steht zu Florentz auf dem alten Pallatz auff 4. seulen, der ander thurn stehet auf der erden, und ist obige zu Pisa. Der dritte ist der zu Ligurno, do wir denselben abend hinkommen sein, dieses ist noch ein newe Stadt, so der Hertzog an Meer bawen lassen, leit 10. meil von Pisa, beim monte Negro, hie komen viel Englische und Hollendische schiff an, so im Candien fahren.

Novemb.
den 1. Nov. Von Ligurno mittag zu Pisa, den abend zu Luca. diese ist ein Respul. vor sich selbst, ist zimlich fest und lustig gelege, do haben wir der Herren hauss gesehen, do viel huepscher [Gemecher, ] da die Herren in wonetenn, und ein schoner sool, do man gericht in hielt, do war einn Cantzell, do die Ratzherrenn einer nach dem anderen aufstiegen, wsn sie Ir vota vorbrachte, auch etzlich rohte und weisse becher, da sei wan sie einen richte wolten, mit albo und rubro calculo, nach der Romer weise in wurfen.

den 2. Nov. In einss Edelmans Bernardi Bonvoso Pallatz gangenn, welches klein aber schon ist, hinden am hauss einen garten und schones Brunwerck, leit alla Luca nova.

den 3. gen Pistoia.
den 4. gen Florentz.

den 5. den morgen, auff die bereit schul gangen, do der Rustico Piccardini uund noch einer Morezino genandt reiten, darnach auff dass Corridor gangen, do der hertzogh und die Hertzogin Ihre kunstkamern haben, do viell schoner geschir von Cristall, unter anderen hat der hertzog einen kopff von Turkas so gross wie ein grosser apffel, auch ein schreibtisch von Ebenholtz mit vielen rubin, Perlin, aqua marina, amatistes, und funff schone Smaragd tafeln eingelegt, sein auch viel schone gemahls und andere kunstreiche sacheb drein.

den 6. von Florentz a Scarparie.

den 7. a Ligane.

den 8. a Bologne.

den 9. still.

den 10. a Malalbergo.

den 11. a Ferrara.

den 12. Nov. still.

den 13. Ins schiff gesessen, mit dem currier von Mantua, unnd die nacht und die folgenden tag im schiff blieben.

den 15. dess morgens zu Mantua ankommen, denselben tag dass Pallatium, die Guardarobbe besehen, alda unter anderen ein rapier un dolchen, dar 30. edelgesteine sein Im gefest, so mit deordband? von lauterem gold gemacht, Item ein sattell und zeug vonn braunem sammet, mit goldt gebordt, unnd schone edelgesteinn darauff verbremt, Von dannen inss hertzogen stall gangen, da 110. pferd in stehen, der ander so dargegen ueber hat woll 120 kutz pferd ein.

den 16. zu morgen auff dem Pallatz ein schonen grossen Saall gesehen, voller rustung, spiess und haken, so viell dass man 8000. Man dauon bewehre kan,
N. Es hat der hertzog noch ein Pallatium, in d hatt darinnen ein schoen hoch gewelb, darin oben aus dem Ovidia der turm welchen die Riesen auf den himmel thun wolten, abgemahlet. Wan man in einer ecken stehet und so leise redet als man will, so keiner hoeren kan durben einer stehet, kan () doch d and welcher In d ecken getten ()bn ist und? das athe an die no and helt, eigentlich hoeren.
[Unter anderen etliche aber harnisch so dem hoerigem Fuersten haben zugehert, den aberdt zu Verona.
den 17. den morgen auff den bereidtplatz gangen, den Bereiter Seignr. Balthesar sehen reiten, darnach In das Colliseum gangen, den abend still.
den 18. gen Vicentz,
den 19. gen Padua]
[…]
[den 13. Decemb. nach Venedigh gezogen.
den 14. n den hertzog gesehen In die Vesper gehen, und Musicam mitt 6. Ehoren halten
den 16. ist der aherttzog uber der Wasser gefahren, Ins Kloster S. Georgio, welches gar ein schon Kloster ist.
den 17 n. widder gegen Padua.
den 20. bey Doct. Galileo Galilea Mathematico Professore eingezogen.]
[…]

[den 27. In Macobe? Apoteck gangen, aldahe die Mummiam gesehen, von dannen al‘ Apotela di S. Lancrentzo, die Konigin von Agypten Isidem gesehen.]

Anno 1598.
30. Marty Von Padua gen Viacentz.[st.]

31. zu Verona. [st.]

2. Aprilis. gen Halla. [d.]

3. gen Avisgi. [d.]

4. zu Bolsan. [st.]

6. zu Steinach. [d.]

7. zu Insbruck, den nachmittah gen Ambres, daselbst den Margrauen von Burgaw gesehen, und den grauen von Schlick unnd Grauen zu Manssfeldt angesprochen. [+]
[+ zu Insbruck In der Capellen nachfolgendt Epitaphiam gesehen
D. O. M.
Seremiss. Principi Deo Ferdinand Archduci Austria, Duci Burgundia, & Comiti Habsbugico & Tyrollenensi, Heroi inprimis magnanimo, pio, forti, acerri religionis Catolicae, institaequ [..] dici, A. 33.
In templo fr.24. aneae imagi
Erstlich Albrecht von Osten reichkomischer Ungarischer und Bemisch [..] Konig, Landisslaw Vatter.
3. Frederico Hertzog zu Ostn zu Steiher, Zrainten und zu C(..) Graue zu Tyroll.
4. Koenig Albrecht der erste herzog zu Ostereich 1527.
5. Godtfrid von Bulion Kom(..) zu Jerusalem
6. Frau Elisabeth Koning Sig(..)mundths dochter von Ungarn Albrecht des 5. von Ostereich Kom. Ungarischer. Bohem. + gem(..) Ladislai Mutter 1529.
7. Ferdinant Koenig von Hispanien, Kaiserliche und Koniglicher alther Vatter
8. Fraw Johanna Konigin von Astibien Konig Philiys gemahl 578.
9.Carl Hertzog zu Burgundiam und Brabandt, zu Gelderen, Grav zu Flanderen.
10. Fraw Maria Blanka Kom. Konigin, 1525.
11. Albrecht der Weisse Arch Aust, ein Sohn Konig Albrecht dess sighaften. 1528.
12. Clodoveus der 1. Christen Konig von Franckreich.]

8. In die Kirche gangen, unnd dar acht und zwentzigh Metallen bilder gesehen, welche etlicher Keiser biltnis waren. Von dannen in der Hertzoginnen Pallast gegangen und dasselbig besehen. [dieser lange hinunter/hinter? fahren] Den nachmittag nach Halle [st.], daselbst die saltzoede gesehen.

den 9. gen Schwatz [d.], daselbst das Berkwerck gesehen.

den 10. zu Rosenheim. [d.] [dieses Imer hinunter bis gen Passaw und alda die Donaw hinunterbis gen Wien.]

den 11. zu Muehldorf. [d.]

den 13. zu Mathausen. [d.]

den 14. zu pichlingen. [d.]

den 15. zu Grauenwert. [st.]

den 16. zu Wien [st.]

den 17. dem Maximiliano die hand gekuest, den nachmittag nach dem newen gebew, ist des Keysews garten. Von dannen gen Ebersdorf ist des Kaisers lusthauss: den abendt wieder gen Wien.

den 18. gen Ungerisches Altenburg.

den 19. zu Rab. [fit pugnacula 7. fl. Ranitz et Danubium.]

den 20 gen Gomorra, [Fit fl. Wage et Danub.]

den 21. gen Gran. [Fit Danub.]

den 22. zu Neuheussle. [urbs in plano sita. hic gubinatorpal d. habitat.]

den 23. zu Warburg.

den 25. zu Presburg. [Danub. fl.]

den 25. zu Wien. [Danaw fl.]

den 26. zu Hollebrun, [d.]

den 27. gen Sitzenheim zu Mittag, ist die ersste Stadt im landt zu Mehren. Den abendt zu Pudwitz. [st.]

den 28. zu Igell. [st.] So balt alss man auss dieser statt ist, kumpt man in Behinen. [+]
[+ Ruttenberg Behenischen? Broda / Chrutschen? Broda]

den 29. zu Schafles. [st.]

den 30. Bey dem Grauen von Hollach zu gast gewesen, daselbst den Oberster Schonberg gesehen, derbeneben des Oberster vonn Eckenberg, den Oberster Chatanbri, der haubtman Kintzki, den haubtman Pflug, der Ritmeister Gunterat.

Den 1. May.
Bey dem Obersten Marschalck [dem herenn von Zrautze] zu gast gewesen. Den abent bey dem herren Elemosynario. Die andere tage seind wir still gelegen, biss an den 5. do wir dem Kaiser den morgen die gandt gekuest. Den abendt zu Dlerein?.

den 6. zu Bilsen.[st.]

den 7. zu Wathausen. [s.]

den 8. zu Amberg. [st. und Schlos.]

den 9. zu Ensdorff. [Closter]

den 20. von Ensdorff getzogen, den mittag zu Altdorff
[st.], den abend zu Nurnberg. [Reichstatt.]

Den 21. dass Zeughauss gesehen, darnach das Brunnenwerck, von dannen ins goltschmits hauss gangen, daselbst ein Brunnenwerck gesehenn, welches von lauter silber und ueberguelt war, hoert dem Kaiser zu, darnach das schloss besehenn.

den 22. zu Riden. [d.]

den 23. zu Mittag zu Dinckelspul: [d.] den abend zu Elwange. [st.]

den 24. zu Mittag zu Schwaebischgemuend, [st.] den abend zu grossen Hepach. [d.]

den 25. zu Mittag zu Weil: den abendt zu Pfortzen. [st.]

den 26. zu Mittag zu Etlingen [st.] den abendt zu Baden. [st].

den 27. zum hohensteg: [d.] den abendt zu Strassburgh. [R st]

Julius.
Wie wir von Strassburg gereiset nach Paris. [st.]
den 9. abentz zu Elsaszabern. [st.]

den 10. Mittag zu Sarburgk, [st.] den abendt zu Blauckenburgh. [st.]

den 11. Mittag zu Lueneville, [st.] abent zu Nanci. [st.]

den 12. zu Mittag bey graff Hans von Salm, darselbst auch zwey Rhein Grauen gewest sampt anderen furnemen Herren, die an dess Hertzogen von Lotrige Hoff gewest. Den abendt zu Toul. [st.]

den 13. Mittag zu Aubin, [st] den abendt zu Barleduc. [st]

den 14. zu Vitri. [st.]

den 15. zu Troja. [st.]

den 16. still gelegen. den 17. Mittag zu Noyon, [st.] den abendt zu Guigni. [st.]

den 18. mittag zu Bossu, [st.] den abendt zu Paris.

Augustus.
Den 13. von Paris gen Linois, [d.] ein meil von dannen einen schoonen garten gesehen, welcher Mons 2. de Santalon gehoret, darinn viell schoner wasserwerck.

den 14. mittag zu Sangerville, abent zu Orleans.
[Orleans habet fluvium (..)oire.]

den 15. mittag zu Orleans geblieben, den nachmittag vonn dannen fur Munge und Boganci, Stet hergefahren zu wasser, la nuit a Saint Dege.

[st. und Schloss] Le 16. a Blois le midi, aldo dass Schloss besehen, uber der Schlossporten unter Ludovici 12. bildtniss haec sequentia.

Anno 1465.
Hinc ubi natus erat textro Ludovicus Olympo
Sumpsit honorata regia sceptra manu.
Felix pro tali fulsit lux nuncia regis,
Gallia non alio Principe digna fuit.
Faustus.

A l‘ entree du Jardin du Roy il y avoit une grande biche, prise au pais di Baden. a on Le cors la rameure, beste grosse et etrange, laquelle fut presentee a Louis 12. qui la fit mettre la. le soir a Amboise, ou Monsr. du Guast Gouverneur du Chasteau noous a fort bien receu, et avons vei la une corne de deux grandes toises et demi, a troize [quatorze] cors la rameure.

Le 17. passe un chasteau nomme Moncontour, [&] un aultre appelle Sans, est du Cardinal de Joyeuse un aultre appelle Rochecorbeau, qui est a Madame la Marquise de Guarri, un aultre Verset, a Monsr de Frenes Secretarie d’estat, et une abbaye nommee Marmotier, le midi a Fours [Tours?] apres midi passe apres de Malli chasteau de Monsr. de Sanci, le soir a Langres, dont le feu Roy a faict present a Monsr. d’Entriagues.

Le 18. passe apres d‘ une ville nommee Candie la nuict a Sameure, ou le Gouverneur Monsr. de Plessy Morne nous a fort bien receu, il y a quatre rivieres, le Loire, la Vienne, la Fovane, et tuve.

Le 19. a Angres [Angers st.] ou Monsr. de Pescheri est Gouberneur, nous y avons veu des moulins, dont deux chevaux peuvent nourrir par Jour 800 personnes et quate hommes en trent en une roue et peuvent nourrir par Jour 600. personnes, et une cage de bois bien garnie de fer, ou le Duc d’Anjou Roy de Sicile avoit faict emeprisoner sa femme jusques a la mort, pour les cornes qu’elle luy avoit [mis] durant son absence. il y a yci trois rivieres, le Meine le Sartre, & le Loire, le soir nous avons couche au Pont de Se. [d.]

Le 20. passe apres de Rochefort, [Schloss] sont trois chasteaux sur des rochers, au milieu d’un pre, est a Monsr. de la Tremouille, puis une ville nomme Ancenes, est du Duc d’Elleboeuf ,a nuit a valle qui est un village.

Le 21. a Nantes, Monsr. de Mussan est Gouberneur, ou il y a deux pieces [+ de canon], ou les armes du conte Palatin sont engraves [&] ces lettres H. W. P. yci au Carmes il y a la sepulture de Francois second dernier duc de Bretagne, sa premiere femme fut Marguerite de Bretaigne fille de Francois premier, et Isabeau fille du Roy d’Escosses, sa deuxiesme femme fut Marguerite de Foix Duchesse de la maison de Navarre, de laquelle il eut une fille dicte Anne, [la ]que[lle] qui fut deux fois raine de France, son premier mari, fust Charles 8. le deuxiesme, Louis 12. qui mourut l’an 1523. le q. de Janvier.

Le 22. apres midi parti de Nantes, et le soir a l’Abbregiment entier.

Le 23. a la Greve le midi, le soir a Monseul.

Le 24. passela riviere de Peron, et [puis] deux lieux sur la rivere de Maran, le midi a Maran, le soir a la Rochelle.

Le 25. midi a Lunesi, le soir a Niort ou on est de la Religion, est une petite ville.

le 27. a S. Maxent le nidi est une ville aussy de la Religion. le soir a Poictiers.

Le 28. a l’Eglise de N. Dame, dessous l’Image de Constantim M. Empereur.
Quam Constant. pietas erexerat olim. Anno 340.
Ast hostis rabeis straverat effigei. 1562.
Restituit veteres cupiens imitarier hujus
Vidus eques templi coenobiarcha pig. 1592.

Le 29. a Scobignon, le soir a Blanc en Berri.

Le 30. midi a Mele, le soir a Bourdon.

Le 31. midi a Mele, le soir a Bourges ou nous avons veu l’Egllise S. Estienne et la grosse tour.

Mars.
Le 15. de Bourges le midi a Villeroy, le soir au pont Charge.

le 16. midi a Callietre, le soir au pont Lusse.

Le 17. a Molin ville capitale de Bourbon le soir a Varenne.

Le 18. a Palise, le soir a Paccodire.

Le 19. middi a Rouane, le soir a soir a la Chapelle.

Le 20. a la Brelle le midi, le soir a Lionon veu deux forts, l’un s’appelle le fort S. Jean, puis la maisoon du Roy laquelle est aupres de l’Eglise principale S. Jean, aussy la maison de Capponi et de Bonvisii ou il y a une fort belle fonteine, & aupres la sepulture de deux amans.
[Lioon fit duos fluvios Le Rhosne la some]

Le vingtemquiesme de Lion, la nuict a Audance.

Le 27. passe devant Tournon universite et Valance, villes, et deux Chasteaux appelle, l’un Rochemeure appart. a Mons. de Joyeuse, et Ler de Mons, le Connestable, au milieu du Rhosne. Le soir a Avignon, ou nous avons veu le Chasteau du Pape.

Le 29. d’Avignon le midi a Orgon ville de Monsr de Guise le soir a Lancon.

Le 30. midi a Aix, ville capitale de Provence, le soir a Marseille.

Le 31. noous avons veu les Isles.

D’Avril.
Le 1. partis de Marseille, la nuict a Solon.

Le 2. d’Auril en Augnon [st.]

Le 3. partis d’Augnon le midi au pont du Gard, sont trois ponts l’un sur l’autre, le soir a Nismes, ou nous avons veu les arenes, le capitole, la tour et porte de Romains.

Le 5. midi a la Beguide blanche, le soir a Mompelier.

Le 7. a Nismes. Le 14. de Nismes.

1599 Conziesme

d’Aoust
Parti de Paris, le disner a Pontoise, petite ville appartient au Baron de Pontoise, le soir a Magni.

Le 12. midi a Escuy, le soir a Rouan.

Le 14. de Rouan midi a Tote, le soir a Diepe, voyla le port, et la grande Eglise, a une lieu de la est un bourg deriere une montagne, qui s’appelle Arques ou la bataille fut donnee et Monsr. de Mayne mis en route.

Le 15. retourne par le mesme chemin a Rouan. Voila la tour de nostre Dame, le logis du Roy pres de 5. on. et les tripots du Roy, le fort S. Catharine le palais et la bourse, le Gouberneur du lieu est Monsr. l’Admiral.

Le 17. de Rouan, le midi a Poussiere, le soir a Neufchastel.

Le 18. midi au Pois, c’est un chasteau et une petite ville et appartient a Monsr. de Kreki gendre de M. des Diguires, le soir a Amiens, voila la tour et l’eglise de N. Dame , qu’on estime la plus belle de toute la France, la teste S. Jean. et la citadelle, le Gouberneur est M. le conte S. Paul.

Le 20. alle par basteau vers Abbeville qu’est une petite ville, voila les deux tours a la grande Eglise.

Le 21. midi a Monstreul, petite ville forte, il y a une cilladelle, le Gouberneur s’appelle Monsr. de Migni. le soir a Boulogne, qu’est une petite ville sur une montagne, au pie de laquelle il y a un port de mer, le Gouverneur s’appelle Monsr. de Campagnole.

Le 22. midi a Calais qu’est un port de mer, il y a une cittadelle, le Gouberneur s’appelle Monsr.de [+ Fick]

Le 23. nous nous sommes embarques et le 24. a midi sommes arrivez [trois heures du matin nous arrivames / et partis a minuit] a Doverren en Angleterre, le soir a Canterbrey, voila la grande Eglise qu’on estime la plus belle de toute l’Angleterre, et les sepultures du Roy Henry 4. et de sa femme qui estat fille de Navarre. puis d’Edouart le noir Prince tue a la bataille de Poictiers des Cardinaulx di Chastillon et de Polo, et beaucoup autres Seigneurs et gentilshommes. [+ come aussi de Thomas Aquin. Et la chaine de l‘ Euosque‘. Et les reliques.]

Le 25. midi a Sedinborn, la nuict a Rochestre.

Le 26. midi a Deffort, le soir a Londres.

Le 29. nous sommes party de Londres pour aller a Nonschits maison Royale ou nous avons veu le Jardin qui est tresbeau, oultre cela il y a deux ou trois belles fontaines, aussy le Jardin Mive, dans lequel il y a des tres belles Piramides. Ceste maison est situee dans une closture, pleine des dains, de n’y a aucune aultre maison aupres, c’est pourquoy les Seigneur et Gentilshommes de la court y font apporter leur pavillons et tentes, et les planter de vant la dicte maison, quil semble proprement un camp de bataille. [a Nonschitz nous avons baise les mains de la Roine, et auons desne a la chambre de Milford Chambellan, ou sa Mte nous fit traite] De la nous sommes alle disner en une bourgarde a deux lieux de Hamptoncourt maison Royale, laquelle nous allasmes veoir apres disner, c’est la plus belle, la plus grande et magnifique maison de toute l’Anglelterre, il y a deux courts en l‘ une desquels voyer une belle fontaine hault eslevee, qui rendre [e] l’eau de toutes parts mouyllant tous ceux qui s’en approchent de pres.
Il y a cinq chambres Royales chacune desquelles a sa chambre de presence, ornee des belles tapisseries, et une chaise d’oree, avec des beaux coussins de toile d’or richement omrees?, et un tabit de table de mesme parure. Toutes ces choses sont urayment magnifiques et royales, mais ce n’est rien au pris de la chambre que on appelle le Paradis, car on y voit les plus sumptueuses et mieux faictes tapisseries qu’il est possible de veoir, la couverture de table et les coussins, qui font sur la chair Royale en fond de velours cramoysi sont brodees des belles grosses perles fines, le [ ciel ou voile] tout de mesme de fond en cime, au milieu duquel entre beaucaup des pierres precieuses accommdees sur le bord des feuilles d‘ une belle rose, il y a au centre e’icelle un beau diamant de la valeur de cinq cens Pfundt Sterlings, en la mesme chambre on voit un Jeu des echets d’yvoir, les personages estans repraentees fort au naturel, il y a aussy un tricquetrack de bois qui sente le [musique.] Davantage il y a des belles galleries dedans lesquelles on voit des pourtraicts et tableaus, entre autres celuy d’Eduard 6. a age de deux ans. Aussi la passion faicte de nacque de perle, il y a aussy de voir, Finalement la chapelle de la Royne. le soir [un village]
le lendemain midi a Winsor maison Royale, ou nous avons veu la chapelle en laquelle la Royne faict les chevaliers de l’ordre de la garretiere, et les enseignes des chevaliers avec leurs armories et espees, puis en une autre chapelle une sepulture, que la Royne faict faire pour son Pere Henri huictiesme et pour elle, la dicte sepulture est faicte de marbre et de cuyure?, et n’est pas encores achevee. De la nous sommes alles sur le chasteau ou nous avons veu une tapisserie que le premier Chrestien [+ entre les Rois de France] auoit eu, puis le lict pue le Roy Henry 8.me avoit eu en France, aussy la chambre dt le lict dans lequel le Roy Edouart 6. fut ne, puis aussy la chambre de la Royne et la chambre de presence, autre cela une licorne, un oiseau qu’on appelle du paradis et un coussin que la Roine a faict en [prison.] Il y a aussi un petit chasteau sur un costau, que Jules Caesar a faict faire. Ony voit aussy la cuisine Royale, laquelle est si grande comme une sale, et il y a sept ou huict cheminees la dedans. Au zeste le chasteau est en une lieu fort plaisant, en des forests, auquels il y a des belles pleines ou on voit une grande trouppe des dains. le soir a Wickambourg.

Le 31. midi a Oxefurt, apres disner nous sommes alles a [+ Wotstoc / a Wotstock il ya une anciene Eglise en laguelle sont enterres plusieur Princes de Saxe qui ancienement ont conquis l’Angleterre.] qu ‚est la plus ancienne maison Royale, ou la Roine de present este prisionere, le soir retourne a Oxfurt, il y a 18. colleges, dont les principaulx sont de la trinite, de nre dame et de la Royne.

September.
Le 1. parti d’Oxfurt, le soir a Wicham.

Le 2. a Debholz, maison de Mr.Cecile Secretaire de la Roine, ou il y a une
[…]

Diepholtz.
Arcem Londio 12. mill. distantem, puam adificavit Guilielmus de Buroei Thesaurarius Angliae paucos ante munsen nortuus, arcem pulcherimam duplicoqu area ornatam: In una area fons est pulcherrimus ex marmore confectus, ipsas ubi aedes intraveris, in [cochlra] fons pulcherrimus ascendit supra tertum usqu: Venies postea in coenaculum formosissimum, ubi prope portam mons maximo artificio ex omnis generis coloris lapidibus confectus est. quibus etiam adamanti Anglici et aliae geminae insertae fonticulo is eetiam duobo faunis aut alys feris hominibo ornatus est.Ex altera parte ejusdem variae sunt arbores fulys ex cornu et frustibo suis sic artificiosae factae, ut me ipsum licet tangentem folia deceperint. Incontabulato superiori factitiae aves pendent quae moveri possunt ut volare videantur. Item [tabulatum] ejusdem aulae tam artificilse paratum est, ut aqua instar pluviae densissimae ex eodem demitti possit.Etiam in eadem aula videtur velum, quo sella regia est ornata, ubi vide insignia reginae ejusdemqu matris ex rubris et albis rosis artificiofissima facia. Ibidemqu inter fenestraas vide magnas et proceras arbores, varios fructus ferentes.
In fenestris item insignia regum et praecipuorum Germaniae et Italiae principum depicta. Ic coenaculo propinquo caminum videre licet, ubi duo epuites Eduardi 6. concurrentes depicti videntur. In summitate parietis depictae sunt praecipuae civitates mundi cum habitu incolarum, 12. item primi Caesares Romani usqu ad Dominibus, ubi in fenestris proximis ipsorum insignia, globus item colestis, multis in conclavibo depicti sunt septemviri impery alyqu magnates, item insignia eorum omniaqu suas peculiares habent tapetes.
Item in quodam conclavi tesserarum ludus in quo orbiculi ex argento, ludus item schaccorum, cujus tesserae personis vivos repraesentantibus constabant: In ingimo conclavi ist ein wassergesell von bley 100 fuder continens ad usum familiae. Tectum ut pluribo in arcibo Angliae ex plumbo factum [], ita ut supra illud deambulari possit. Ad portam ubi ex arce itur in hortum a dextris scriptum est:
Facto prudentia major:
Ad sinistram Genealogia dni? aedium Est in horto aedificium quoddam parbum ubi per 24. schalas ascenditr, ibi est piscina et in dextro angulo salit fonticulus, qui [quatuor] molas [il y a deux petits moulins a vent, et deux d’eux.] a vent aliasqu duas ab aqua agitat: In sinistro etiam fonticulus et pistrinum est, et ibi templu in cujus turri sunt campanae, quae saliente aqua sonant. Subter illud aedifcium tabula est ex lydio lapide longa 12 1/2 spitamus, lata 6.et crassa 4. digies.

Nonschitz.
[+ ou nous auons baise les mains de sa Mtte.]
Prope piramidem mensa est asrmorea contecta arcu, in fronte enus arcus haes scripta.
Nil inpudicum pudicitate dea
Nil turpe suadet sceleris vindicta
Sed mala mens malus animo.
In parte dextra.
Impuri Fontis
Imclari zivuli.
Ingratae mentis
Impuri oculi.
Inparte umbra
Languenti sedes
Noli in umbra umbratilis esse.
Nec sint sedenti serpentis sculi.

Cantabrigia.
In collegio regali bibliotheca monstratur ubi liber psalmorum quatuor spithamus longus et tries latus, quatuor ibi sunt distincta conclavia, in ultima haec ad tabulam.
Olim grata fuit titulis urbs inclita multis
Vicino a fuvio nomine nomen habet.
Saxones hanc belli deturbavere procellis
Sed nova pro veteri non proculinde sita est.
Quam felix Monachus Segeberti jussa secutus
Artibus illustrem reddidit atqu scholis
Haec ego perquirens gentis monumenta Britannae
Asserui in laudem Granta desertatua.
Johannes Ledgatus Galleredi Chameri discipulus affiirmare tempore Gungunty, qui regnavit anno mundi 4317. Cantium ducem, Regis Hispaniae filium partulini Regis Hiberny fratrem Cantabregem super Cantam fluvium muro cinctam turriqu defensam condidisse, Ao. munde 4348. a transmigratione Babilonis Ao 230. et ante Christum 539. eumqu Athenis edoctum inde Philosophos advocasse et Cantabrigiae dacendi gratia collocasse, dt ab his initys ad suam Bedae et Alfredi menoriam, scholae & universitatis momine Catabrigiam coaruisse.
Haec ex libro Joannis Cari de antiquitate Cantabrigiae.
Cambdenus refert academiam Catabrigiensem fundatam esse a Cantabro Hispano Ao ante Christum 375. a seberto aurientalium Amgloum rege anno post Christum 630. restitutam. Conspiciuntur ibi etiam rudera arcis fortissimae a Danis destructae.

Wostoc.
Arx est antiquissima ex parte, pars vero recentior, ibi capella est, qua olim Judaei usi dicentur, ideoqu formam circularem habet, sed nunc ampliatum, [ubi vidi sepulchra ducum Saxoniae] Cubiculum ibi est, ubi moderna Regina captiva ad fenestram ligneam sequentes versus Angicos ab ipsa compositos scripsit carbone [creta.]
Huic adjacet casula seu rudera, case ubi dicitur habitasse Rosamunda Cliffordia concubina regis Angliae Henrici 2. Ex hac domo usqu ad arcem clandestinaae dicuntur esse fossae seu cuniculi, ut eam Rex clam uxore sua inviserer posset. Ibidem fons est abundans aqua, si ullo alius, ita ut (:meo judicio) facillime molarem rotam agitare passet, et aditum subterraneum habuit, per quem solus Rexeam visitabat, Ea sepulta est in oppido Gostow. 3. istins mill cum hoc Epitaphio referente Gambdemo.
Hic jacet in tomba Rosamundi non Rosamunda
Non redolet sed olet quod redolere solet.

Oxonium.
In collegio quod movum sive Mariae vocant Bibliotheca est pulcherrima libriqu pulcherrimi in pergamento manuscripti, inter alios Trogus Pomp: de rebus gestis Rom sumt in eodem duo pulcherrimi globi coelestis et terrestris, in quo posteriori nem Draci et Thomae Candisch designantes. [In hac urbi sunt 18 collegia.]

Winsor
In arce Winsor equites emeriti qui in juventute egregiam navarumt in operam beneficil Reginae aluntur certoqu habituinduti sunt, quotidiequ bis templum ingredi coguntur in habbitu suo: quod templum satis pulchrum est et magrificuma; idqu Eduardus exstruxit in honorem beatae Mariae et Gelrgy Cappadocis: magnificentius reddidit Eduardus 4. Hic teste Gambdeno Eduardus 3. ordinem instituet Ao. 1350.
Hic sepultus est Eduardis 4. cum conjuge sua. Ivi conspicitur etiam monumentum Eduardi fily Limcolinae comitis ex marmore nigro et albo, inscriptio ejus talis est.
Nobilissimo Dno Eduardo filio Lincolnae comiti Clintoriae et Sareae Baroni, militi Ordinis Periscelidis, & summo Angliae Admiralio cum post praeclaram operam 4. Continua serie illustrissimis Principibo Henrico, Eduardo Mariae et Elizabethae tam consilio quam armis et domi et foris terra mariqu fideliter navatam placide fato functus est, carissimo marito amantissim conjux Elizabetha comitis Kildariensis filia pia perpetuaequ memoriae ergo moerens posuit.
Obyt 16. January. Ao. 1584.
Suspendis est ibi tapes Gallis ademptus in quo textus est Rex Angelus, item tria lilia Gallorum insigria, cui hi in texti versibus Galleci:
Pour plus tenir foy chrestienne estable
Et de peruers damner l’iniquite
Le Roy Clollis? ehlen connestable
On fault conseil de saincte trinite
Pour auencer lapuelle elecuion
Et Sainct Angle par digne affection
Au lieu qu’on dict Loyenal dscendu
Acest Hermite deuni thresor
Pour Roy Clouys convertir liu tendu
Sur champ d’Azur ces trois foeure de lils d’or
Disant amis ce presenthohrable
Signifie foye et equite.
Clouys sera victoriel notable
Par ces armes d’excellent dignite
A saincte Clotte en fera mention
Femme Clouis qui par deuotion
Voire te vient lors emontre elle respend des or
Prendre Clouys quand a Dieu plaict ainsi
Sur le champ d‘ azur ces trois fleurs de lils d’or
L’escu fit faire de ce presant semblable,
Et fust au Roy parelle presente
Qui au nom de Dieo le receut acceptable
Dont fust Candar Roy de Gothia many
Loyenval de ce fondation.
Puis print a Reme regeneration
Lors tramist Dieu Lampole a sainct Reni
Dont fust sacre fi sont les hoirs encore
Qui porte et portent comme luy
Sur champ d‘ Azur ces trois fleurs de lils d’or.
Cubiculum Regnae in quo tabula quam dicunt coralleam, aly marmoream ut ego putavi, in cujus lateribus quatuor erant dicta: 1. Industriae cimes praemium. 2.Virtutis lauc actio. 3. Regina rerum sapeintia. 4. Omnis Sapientia a Deo.
Alia item duo conclavia seculis superius ornata.
In tempol (de quo et antea) primum est ordo instituty aureae periscilidis siu Gartery, qui sinistram tibiam coerulea Periscelide aureis liter Gall: inscripta, Honi soit qui ma y pense, stringunt ab Eduordo 3. Angliae Rege.
In hujus templi choro videbis insignia equitum periscelidis orichalco inscripta inter quos nota.
Henrici 2.Roy de Franceri. iour de Iuin l’an 1551.
Charles 9 Roy de France l’an 1564.
Phippius Dei gratia Rex Castiliae, Granatae, Archidux Austriae Ao 1506.
Jean Roy de Portugal
Alphonsts Rex Portugaliae
Charles par la grace de Dieu Archiduc d’Autryche Price des Espagnes.
Fridericus 2. Daniae Rex 1578.
Emanuel Philibery Duc de Savoye.
Ao 1551
Jacobus 5. Rex Scotiae Ao 1535.
Maximilianus Rom. Rex semter Aug.
Carolus 5. divina favente clementia electus Roomanorum Imperatorum Imperator semper Augustus, Rex Germaniae, Castiliae, Aragonae, Legionis, Vtriusqu Siciliae, Hierusalem, Humgariae, Dalmatiae, Croatiae, Navarrae, Grantae, Valerciae, Hispalis, Toleti, Sardiniae, Corclubae, Murciae, Gienniae. Algarbi, Algicircae, Gebaltaris, Insularum Balearum Lanariae, indiarum terrae firmae, maris Oceani, Archidux Austriae, Dux Burgundiae, Dux Burgundiae, Lotharingiae, Brabantiae, Lemburgiae, Luxemburgae, Roselllibrae, Cerotaniae, Namariti et Zutphaniae, Landgravius Alsaciae, Marchid Burgoniae, Oristani, Goreani, Princeps Suexiae, Asturiae, Bominus Frisiae, Sclavoniae, Portus Naoniae, Biscaiae, Molinae, Salinartae, Tripoliae et Mechliniae, Dominator in Asia & Africa.
Ferdinantus D. G. Princeps et infans Hispaniarum, Archidux Austriae, dux Burgundiae.
Arene le duc Mommoranci pair et connestable de France 1535.
Guidas Vbaldus dux Vrbiny Montisferreti.
Princeps Adolff Hoir de Noywege duc de Sleswic Holstein Ao. 1560.
Jean Casimir conte Palatin 1578.
His annumerari etiam dicuntur Rudolphus 2. Imp: Semp. Aug. Henricus 3. Gallorum Rex, quamvis eorum insignia et nomina hic non inveniantur.
In hac arce Edoardus 3 Joannem Regem uno eodemqu temore captivos detinuit.
In hoc opp. colligium est Etonia dictune exstrucum ab Henrico 6.

Arx Regia decta
Grinwitz.
Haec arx est amoeno in, oco sita de ipsum frumen Tamesin, in qua Regina tota aestate solet commorari, et dicitur hanc omnibus regys gallis anterferre, quia in eadem nata est: Deinde etiam ob amoenitatem loci, siquidem ex altera parte habet vivarium in quo nemus elegans nec non collis, cui superstructa specula seu turris millefleur dicta, cui tectum est plumbeum, in quo tecto hoc incisum distichon.
Lusiadum princeps duris Antonius armis Reginae petyt sorte coactus opem.
Incisum boc distichom dicitur ab ipsomet Antonio Lusiadum rege, cum in Anplia plsus ab Hispano degeret [, et conscriptum fuisse]
Ex alero latere habet fluidum Tamesin dictum, quo omnes naves Londinum ducuntur, ultra flumen planties amoenissima. Ipsa conclavia nihil habent praeter tapetes satis pretiosos, & unum horologium artificiosissimum cimbalis quascunqi melodias Regina templum ingrediente et regrediente ex eo canens seu sonans. Hoc in modum Argentinensis horology celebris Germaniae ab eodem artifice Argentinae fabricatum est, Arfentinaqu eo translatum. In arcem est fons, pui habet canales plumbeos inter strata terra latentes quibus aqua artificiosissime turbam lastantem Gyneceumqu conspergere solent.
[…]

Whithal, est regia arx prope templum Westmunster dictum in suburbio occidentalis partis urbis ipsi flumini juncta, cui ex altera parte vivarium conjunctum.
Un primo arcis coenaculo videtur effigies Avilae Regis Hunnorum.
Conventum Maximiliani Imperat: & Henrici 8. prope Turnae et Terian pugnam Papiensem et Botoniensem depictam.
Effigiem Edvardi 6. cum eet nato annos 6. ea mira est arte picta, quam opticam vel perspectivam nominant, oportet enim per laminae ferreae foramen á latere eam aspicere.
Tabulam Hispaniae.
Effigiem Annae Boloniae. Effigies Friderici 3. et Max: Imp. Henrici 8. et Ludouici XXI conventus in armis.
Foeminae aurifabric[a] jusdem conjugis qua ob formam elegantam ab Hem: 8 adamata dicitur fuisse.
Rosamundae Henrici 8 Regis
Ludovici 12. Gall. regis
Richardi 9.
Joannae pontificae Angliae.
Elisabetae de Austria Reginae Daniae.
Juli Caesaris. Don Jean. Caroli Burgundi.
Tabulam viteam passionis Christi 36. historys in vitro pictae expressam.
Ducis de Bullenbrog: effigiem.
Tabulam in qua depictus homo caecus humeris porans loripidem, cui isti versus adscripti.
Lorpidem sublatum humeris fert lumine captus
Et socy haec oculos munera retribuit
Quo jacet aleruter concors hic praestat uterq
Mutuat hic oculos, mutuat ille pedes.
Pugnam pictam Imp: Maximil: et Pape July 2. cum Ludovico 12. Francorum rege ad urbem Ravennam. Ap 1542. die paschatis, in qua 46. millia hominum interiere.
Tabula in qua genealogia Regis Angliae.
Navem ex auro et argento textam.
Tres sphaeras, inens speculum.

3. In 3. cubiculo notabis.
Pugnam pictam in Pedemontio ad Zerezellas, obsidionem montensem, Versus hos ad symphoniam adscriptas leges.
Ao. Dom. 1555.
Anglica nunc plaudas, plaudas et Hybernica proles
Orphae vays organa tange modis.
Regina laudes celeres modo ferto per auras
Subvertit nostras altra Maria lues.
Infertus.
Reginae virtus vivit post fata Mariae
Ad latus.
Expectata venisti
Certum est augurium
Super aethera nota
Effigiem Henrici 8.
Effigiem Reginae Elisabethae eo habitu quo ingreditur parlamentum cui ipsa praeest, siquidem sua manu auditorium parlamenti aperit et occludit ingrediendo et egrediendo.
Syphoniam ex testis Vinonum
Pictura artificiosissima, qua cerasa poma et aly fructo ad vivum representantur.
Philipi Archiducis Austriae
} effigies
Caroli 8. Regis Francorum
Pulpitum ex testis Vinonum.
Princeps Auraici Efigiem.
Henrici 2. Franc: Reg: filiae, nuptae Hispaniae Regi Philippo, effigies.
Isabellae de Castilia et aliorum ducum et princitum effigies.
Item Eduardi 6 cum esset duorum annorum his versibus:
Parvule patrissa patriae virtutis et haeres
Esto, nihil majus maximo orbis habet.
Gnatum vix possunt coelum et natura dedisse
Huiuc? quam patris virtus honoret honos.
Aequaro tantum tanti tu facta parentis
Vota horum vix quo progrediantur hut?.
Vincto vicisti quot reges priscus adorat
Orbis, nec te qui vincere posssit erit.
Ducatum Parmensem acu textum.
Britaniam acu textam.
In tabula quadam Junonem, Palladem, Venerem, hisq adjumctam Elisabetam reginam, pictas: his subscriptis versibus:
Juno potens sceptris, et mentis acumine Pallas,
Et roseo Veneris fulget in ore decus.
Adfuit Elisabeth, Juno percussa refugit,
Obstupuit Pallas, erubuitq Venus.
Ibidem descriptionem Novae terrae duabus tabulis expressam, ad latus cartas aliquas ejusdem tenoris.
Inferius effigiem Sebastiani Cabothi Angli, fily Joannis Cabothi Vernti, militis aurati, primi inventoris terrae novae sub Henrico 7, Reg. Angliae.
Tabulam aliam qua ortus et occasus artificiosiss. adumbratur.
Huic tabulae aliam adpensam, in qua haec legebantur.
Rex quidam videns fieri regni mutatione Vocavit quatuor Philosophos ad inquirendam hicjus mutationis causam, quos cum audisset, praecepit ut uniuscujusq sententia in civitatis porta sciberetur:
Primus Philosopus dixit.
Potentia Justitia Regnu Lege
Dies } est { Nox } ideo { Terra } ê sine { via
Fuga Pugna Regnu honore
Secundus Philosophus dixit.
Unus Duo Regnu Veritate
Amico } ê { Inimico }ideo { Regnu } ê sine { Fidelitate
Malum Bonam Terra Pietate.
Tertius Philosophus dixit.
Voluntas Consiliario terra malé gubernate.
Denario } ê { Judex } Ideo { terra malé regitur.
Deus Mortus Regnum ê plinum peccatoribus.
Quartus Philosophus dixit.
Ratio habet licentia Regnum vult êe sine noie.
Redituariq ê fur } ideo { Terra ê sine pecunia.
Cornicula vult êe aquila. Nulla ê discretio in patria.
His dictis Philosophorum addita erant infertius haec verba:
Cum gratia referri non potest quanta debetur, habenda tamen est, quantam maximam animq noster capere possit.
Ex Phillip. 2.
Si in eos quos speramus nobis profuturos non dubitamq officia conferre, quales in eos esse debemq qui jam profuerint.
Videbis ibi etiam prudentiam justitiam magnanimitatem et temperatntiam descriptam.
Item in cubiculo ibi etiam videtur symphonia in qua ludere possunt duo.
Videhis ibi etiam doctorum virorum effigies, utpote Wolfgangi Musculi, Vldarici Zwingly, Rodolphi Gualteri, Simonis Grinaei, Conradi Pelicani, Theodori Bidliandri, [Jois Occolunpady] Henrici Bullingeri, Petri Martiris, Vermely cum infrascriptis versibus.
In coenaculo Reginae nil nisi sedile Reginae pulvinaribus sericis stratum videtur.
In alio conclavi monstratur effigies Henrici 7. & 8. e‘ regione effigies uxorum eorum.
Ibidem exhibebatur nobis rupes mira arte fabricata, gemmis varys splenders, in qua cellulae distinctae erant pro habitatione Eremidharum? sicuti talia Angli praerae teris nationibus facile et artificiose norunt? sculpere.
In alia tabula depicta erat graecana mulier quam mercator Londinensis ex Graecia adduxit.
Ibidem alio effigies Antony Framosteny cujus ossa Helmstady, ubi post mortem á medicis anatomica administratione ob monstrosam magnitudinem hominis sceleton exstructum existit.
Lectus Indicus ex serico albo varysq coloribus insignis.
Cistulae et capsulae plurimae ex testis unionum; inter alias maxima quaedam.
Huic arci adhaerent amoenissimmi horti in quorum altero fons subterranij canalibus (sicuti tales plures videntur in Angliae arcibus) inopinate astantes aqua conspergit et madefacit.
Huic quoq arci conclave aliud cohaeret quod regina dicitur in honorem adventus Ducis Alansony fratris Regis Galliae Henrici 3. exstruxisse, illud autem potius coreis ducendis accommodatum, quam alicui aly commodo.
In area hujus arcis parieti seu muro appersa est costa et vertebra balenae stupendae magnitudis.
Huic arci proximum est vivarium, ubi plurimi videntur cervi.
Vide praeterea tabulis tribus depictas obsessionem insulae Meditensis, in quarum una est depictum stratagema fuit classicum ita repraesentatur ut ipsa nox tibi et in ea ostendatur.
Juxta illas tabulas est effigies ipsius gubernatoris Meditensis qui Hispano fuit et suum muno tempore obsessionis feliciter administravit.
Ipidem pugnam depictam Affabiae contra Saxoniae ducem, in qua ipse captus Saxo.
Vidimus bibliothecam Reginae, in qua inter libros alios, tum graecos , tum latimos, tum profanos tunc facros, Libellus manuscripto á Regina gallicus in membrana in 16. compacto serico et uniquibus exornatus conspicitur quem suo patri dedicavit, cui talis inscriptis:
A treshant, trespuissant et redouste prince Henri VIII. de ce nom Roy d’Angleterre de France dt d’Irlande defenseur de la foy, Elisabeth sa tres humble fille red salut et deue obeissance.
Manus haec tam elegans ut exercitatum pingendis literis facile superet, Item ibidem aly duo libri ab Anglicus é latino ab ipsa translatus, alter gallicus.
In proximo conclavi tabula est in qua depict regio montosa.
Ibi etiam ambulacrum angustum et oblongum, in quo videntur varia variorum equitum emblemata in scutis picta, quae singulis annis in festo recordationes Reginae Elisabethae arca ferias nativitatis celebrantur.

Domus Regia Hamptoncourt.
Regia est vere regia et magnificentissima á Cardinale Thoma Volseo é Coeto lapide exstructa, ab Henrico aucta et perfecta, qua quinq peramplas areas aedificys cinctas concludit.
In primo ingressu areae ampissima deinde porta cui ex anteriori facie appositae duae medy corporis effigies ex marmore, altera Tajani, altera vero Hadriani Imperatoris, una cum insignibo Reginae et ae eito ehus symbolo. Dieu est mon droict
In altera facie horologium praestantissima post ingressum alia area, et quidem amplior priori, strata lapide quadrato, in cujus medio fons elegans, columnis albis marmoreis constans in sumitate ejus corona,[in] cujus apice justitia stat marmorea quae ut et corona deaurata est.
Arx haec in ingenti sita planitie, tantae magnitudinis, qualis vix ulla in Anglia.
Circum eam vivarium.
Hic conspicitur area hac scil: statua medy corporis July Caesaris et Vitelli Imperatoris ex marmore ut et duae aliae vitriato picto. Ex hac area ad sinistra ascendo altrium ingens vodetur, cujus superius pavimentum arcuatum ex ligno Irlandico, cui nulle arance eadhaerere possunt, ob antipatiam quandam, sicuti de terra Irlandica dicitur, quod ibi multi bufones reperiantur, et si qui interdum eo’asportantur, statim moriuntur:
Item si gleba terrae illiq in Angliam afferaatur et bufo ei
superponatur, itidem moritur.
In alio conclavi hoc dictum camino adscriptum aureis literis.
Vivat Regina Elisabetha in qua fons prudentiae.
Videtur et ibi Capella Reginae pulcherrima.
Cubiculum Reginae tapetibus pretiosissimis (ut et alia omnia) circundatum speculum ingens et elegantissimum figuris albis marmoreis circum circa exornatum.
Lectum Annae Beloniae cujus coelum artificiosissime ipsamet dicitur texuisse ex auro serico.
Marci Curty figura elegantissima ex haurischalco.
Inter parvam quandam picturam hoc legitur,
Nil pace commodius ac sanctius; tamen cum pacem servare non possumus, bellum suscipiendum, sed pax semper servanda.
In tabula pugna Paviensis ad vivum depicta.
Efigies Reginae Scotiae, quae jussu modernae reginae Elisabethae decollata est.
Effigies ipsius matris,
Item videtur obedientiae typus cum his verbis:
Omnia virtutum optima obedientia.
Passio tota Christi in testis unionum ex pressa seu sculpta.
Ferdinandus filius regis Hispaniae ad vivum depictus.
Effigies Henrici 8. regis Angliae patris modernae reginae Elisabethae.
Lectus Annae Beloniae, matris Elisabethiae cum ornatu regio.
Lectus in quo natus ê Eduardus 6. Rex Angiae, in quo mortua est etiam mater in ipso partu.
Conspicitur etiam imago amoris quae virginem formosam refert, supra cuhus caput scriptum erat:
Imago amoris, in fronte procul et prope in pectore mors et vita, in pedibus byems et aestas, In hac poesi figurantq proprietates amoris.
Biblia reginae latina in rubra holoserico compacta.
Spaera annularis elegantissima.
Globus terrestris.
Instrumenta Musica varia.
Ubi videtur praeterea capsula quaedam, quam vulgo vocant ei Cabinet, cui haec literis erant adscriptae.
De facon suis loyal, superius paululum
A bon maistre seruice, Inferius a bon seruice liyer, medio si tu as maistre sert le bien, et bien lui guarde le sien, quoi qu’il face sois humble deuamt sa face.
Hortus elegantissimus et plane regius, cui adjacet vivarium.
Camera Paradisi. haec ob contenta in ea nomen hoc habet, paradisum suquidem dixeris terrestrem dim ab objectis visus tuus afficitur, omnia siquidem gemmis et unionibo splendent, praecipue coelu quod ab Henr. 8. curatum ê fieri, sub quo Regina dum adest (: adesse autem ut accepi raro ibi solet, et vix ut dicunt 10. an: aut 7. ad minimum eo ire solet, non quidem ob longiorem distantiam ab ipsa urbe Londino, cum tantum 10. anglicis mill. distet, sed potius ob luxum evitantum) dum majestati indulget sedere solet. Habet primo intexta insignia Angliae (qua sunt ut patet tria lilia ratione ea quae Galliae, et tres leones eaqu Angliae regnum spectat) ex auro et argenta; circa illa aurea periscelis intextra est (:quod est insigne, antea dictum ordinis equitum divi Georgy:) quibo insignibus tum ipsi periscelidi gemmae pretiosissimae et uniones insertae sunt copiosae, inter quas mirabe adamantem inferiori parti periscelidis insertum, aestimatum pretio 500 librarum Anglicarum, quae summa efficit gallicos coronatos 1666. cum 1/2 partis, nostra computatione germanica ferme 2315. daleros Imperial: Item unionem maximi valores, deinde totum illud coelum unionibus ornatum est. Mirare praeterea tapetem mensae impositum latitudine 12. longitudine 28. spitamar, totum consitum quasi unionibo pretiosissimis.
Huic adde miranda pulvinaria: Item sellam regiam haud ornatu secundam.
Ludus tesserarum et calculorum ex auro et Ebenno ligno.
Clepsidram videbis ibidem unionibo micante, nec non speculum [ex unionibus?] visorios radios dissipans:
Item ludus latrunculorum paratus miro artificio.
Conclave illud in superiore parte, est astronomico quasi opere absolutum et cöoperatum.
Est et ibidem Bibliotheca Reginae, ea tamen minus regia in qua reservantur Herici 8. pileus, cornu venatorium aureum, item scipio ex unicornu, item caputium quo falconum capita dum eos venari docent includunt. His autem maxime dicunt Henricum 8. deleclatum fuisse, et in primis venationi. Alia praeterea ibi videntur, [ut ornamentus vary Indianorum, eorundemq aueus, et aliam, jusmodi armor genera.]

[…]

Weestmünster
Ubi vide Richardi secundi Regis Angliae cum uxore quae fuit filia Wenceslai Bohemorum regis ex cupro deaurato opus pulcherrimum.
Eduardi 3. Regis Angliae qui Galliam occupavit ex cupro quoq deaurato, ad sepulchrum conspicitur ipsius ensis magnitudinis ingentis cum quo Galliam occupasse dictur.
Hunc sequitur uxoris sepulchrum quae fuit ex familia comitum ab Hanau ex marmore nigro cui superiacet ipsius figura ex marmore albo.
Filia Eduardi quarti ex aurichalco.
Sepulchrum Eduardi Sancti ultimi Regis Saxonum Orientalumex opere Mosaico costructum ex diversis coloribo marmorum, opus sumpuosissimum, ejus epitaphium sic habet:
Omnibus insignis virtutum laudibo Heros
Samcto Eduardus confessor Rex venerando.
Quinto die Jan. mortuo 1065
Henrici quinti ex marmore nigro cui, superjacet ipsius figura alba, sed caput non adest, quia est furto ablatum, nam dicitur fuisse argenteum de deauratum.
Sepulchrum Heleonore, uxoris Eduardi primi, q fuit filia Heliodori Reis Hispaniae ex marmore nigro, cui superjacet ipsio figura ex cupro deaurato.
Elisabethae filiae Henrici Seprimi sepulchrum ex marmore nigro.
Henrici 3. Regis Anglorum ex diversis generiby colorum marmorum, cui superjacet ipsius figura ex cupro deaurato regnavit annos quinquaginta sex.
Eduardi primi regis Anglorum ex lapide simplici tectum nigro marmore.
Sella lapidea in qua Reges coronabantur in qua est lapis, supra quem Patriarcha Jacobus cum somniaret jacuisse dicitur eum Eduardis primus Scotis ademit.
Seberti Regis Angliae primi fundatore hujus Ecclesiae ex lapide simpici sepulchrum trium filiorum et unio filiae Regis Eduardi primi ex diversis generibo marmorum.
Sepulchrum Guilielmi de Walensia fratus uterini Henrici terty Regis Galliae ex cupro deaurato.
Joannis comitis Cornubiae sepulchrum qui fuit frater Eduardi Terty Regis Angliae ex cupro deaurato.
Eduardi terty filius et filia infantes ex marmore albo.
Francisca Ducissa Suffoltiae, filia Reginae Mariae ex marmore albo.
Dominus Rüsset filio comitis Betfordiae ex lapide picto, cui uxor hoc epitaphium conposuisse dicitur.
Mens mea crudeli laaniatur saucia morsu
Cum subit oblatae mortis imago tuae
Vere novo seres comitis tu floris ad instar
Usq cadens miseras meq meaq facis.
Quippe decor vultus, liguae, morisq probati
Tum doctrina perit, sed viget alma fides.
Cum sepulchrum spectantum venerat hoc ex tempore composuisse dicitur:
Quod licuit feci, vellem mihi plura licere.
Sepulchrum Anna Somerstensis Ducissae ex lapide picto opus elegantissimum.
Philippa txoris ducis Nemoraumsis sepulchrum ex lapide picto.
Sepuchrum Roberti Secelly secretary Regni uxioris ex mamore nigro et albo.
Franciscae comitissae sepulchrum ex lapide picto.
Altare ex marmore albo et nigro cum aurichalco opus pulcherrimum, sub quo Eduardus Sextus Rex Angliae sepultus jacet.
Capella in qua sepulta Maria Regina sine monumento.
Sepulchrum Henrici 7. cum uxore Elisabetha ex cupro deaurato et lapide lydio cancellato fundatoris hujus capellae opus magnificentissimum.
Margaretae comitissae Richmundiae, quae fuit mater Henrici Septimi ex lapide lydio et aurichalco deornato.
[…]

Le 25. de Fbris.
De Calais, du coste droit est Ardres ville Forte Fr. le soir á S. Omar en Artois ville.
Le 26. disner á Lile ville, puis passé par Illaire ville, li soir á Betune ville.
27. disner á Lile pille en Flandre le Gouverneur s’appelle Monsr le Baron de Billi passé par Menung V. le soir á Courtnay.
Le 28. á Grand metropolis Flandriae habet tres fluvios, Sceldim, Live et Lerre, qui postea extra urbem in unum concurrente, ou est la cittadelle, le dans laquelle on voit 80. pieces de fronte, et 20. de fer, qua tre bastions, el y á trois cens Espangnols et cent Walons en garnison, le Gouverneur est Augustin d’Heres Espangnol. On y voit aussy la maison et la chambre ou l‘ Empereur Charles le quint fut né, puis li palais qu’a esté autrefois le chasteau des C. de Flandres.
Le 29. á Anvers.
Le 30. ven la Monnoye, ou il y á de tableaux [le plus ] beaux [qu on scauroit deriser.] on perfection.

Le 1. d’Octobre.
Veu la cittadelle á cinq bastions deux vers la ville, et trois vers [..] vers la campagne, ceux qui regardent vers la ville ont avec les pieces qui sont sur les courtines 16. grand canons, le trois vers la campagne ont chacun deux cavalliers á la bouche d’icelles aux borts des cortines munis des canons et fauces portes, l’une regardant la riviere et l’autre la campagne, il y á environ 80. grandes pieces, en garnison sont ordinairement 400. Espagnols, mais devoient estre 700.
Apres nous avons ueu la tour de l’Eglise principale qui a 620 degrés, on y decroure Bergen op Zoom et Breda, Lillo et aultres places.
Apres nous avons veu a la principale place de la ville qu’on apelle Meerbruck la maison d’un Bourgeous nomé Simon Rye Portugous ou il y a des belles galeries de marbre, et un beau gardin apres.
Le 2. nous avons veu la hale qui est belle en perfection, et est pres d’une porte qui va sur la riviere, sur la pointe de laquelle est la statue de Brabon qui de l’une maintient so Epée et en l’aultre la main d’un Geant, qui aultrefois signoregia la villa d’Anvers. Les ruines du Chasteau duquel et le fossé se voyent encor la tout aupres.
Le 3. partis d’Anvers dans une fregate á 12 ramos jusq’á Willebrouck d. ou nous prismes un aultre bateau qui nous rendit le soir á Mechelen.
Le 4. nous montasmes sur la tour qui a 556 degrés.Il y a la un Parlement. Le soir á Louain. Ou nous avons veu la maison de ville, la tour, et le college. Et parlé á Mr Lipsius. Et hors de la ville une belle maison appellée Here qui est au Duc d’Arscot.
Le 5. á Brusselles. Ou nous avons veu la court de S. Altesse et de l’Infante.
[…]

Le 10. Nous avons veu aller l’Infante en son coche, et l’Archiduc á cheval avec toute sa noblesse á la messe, et puis disner ensemble au palais.
le 11. party de Brusselles á Namur ville et chasteau, assis á la Moselle.
Le 12. passé aupres de Mans St.couché á plamisole. d.
Le 13. disné en Arlon St. vesp. á Louxembourg, ubi vid. pal. et hortum com. Mansfeldiae, [qui eous loci Gubernator.]
Le 14. á Didenhouen St. Gubernaton Mr. le Baron de Willen Louxembourgois. habet fl. Mosellam.
Le 15. á Metz. V. castellum.
Le 16. á Moyenvic d. en Lorraine
Le 17. á Pfaltzbourg.
Le 18.á Strasbourg.
Fertzen?
Basell
Mompelgart
Bisancon
BurgSalinces
Champignol d.
Burg
Morbien Dorff
Nion
Bruff
Bergamo
Meiland
Closter St Ambr
Pavia
Carthosa,
la S.Aug,
Monasterio
S. Augustini
Chiaravella
Genua
Genueser mehr
Sciaravella
-Pavia
-Piatenza
Parma
Modenaw
Bolognien
Fiorenzole
-Siena
-Quirico
Radecoffoli
-Roncigli[one]
Baccano
Rom
Napoli
Fondi
Itri
Bolitria
Terracina
Moli
Capua
Putz[ol]
Naples
Putz[ol]
lacu Averno
Puzzol
-Capoa
-Itri
-Case nove
Marina
Rom
Ronciglione
Aquapendente
Taxingola
Siena
Stagio
Florentz
Bosco
Pisa
Ligurno
Pisa
Luca
-Pistoia
-Florentz
Scarparie
Ligane
Bologne
Malalbergo
Ferrara
Mantua
Verona
-Vicentz
-Padua
Venedigh
Padua
-Viacentz
Verona
-Halla
-Avisgi
Bolsan
Steinach
Insbruck
-Ambres
-Schwatz [d.
Rosenheim. [d.
Muehldorf
Mathausen
pichlingen
Grauenwert
Wien
Ebersdorf
-Ungerisches
Altenburg
Rab
-Gomorra
-Gran
Neuheussle
Warburg
Presburg
Hollebrun
Sitzenheim
Pudwitz
Igell
Schafles
Dlerein
Bilsen
Wathausen
Amberg
Ensdorff
Altdorff
Nurnberg
Riden
Dinckelspul
Elwange
Schwaebischgemuend
Hepach
Weil
Pfortzen
Etlingen
Baden
hohensteg
Strassburgh
Elsaszabern
Sarburgk
Blauckenburgh
Lueneville
Nanci
ToulAubin
Barleduc
Vitri
Troja
Noyon
Guigni
Bossu
Paris
Linois
Sangerville
Orleans
Munge
Boganci
Saint
Dege
Blois
Moncontour
Sans
Rochecorbeau
Verset
Marmotier
Tours
Malli,de
Langres
Candie
Sameure [
Angers
Rochefort
Ancenes
Nantes
l’Abbregiment
Greve
Monseul
Maran
Rochelle,
la Lunesi
Niort
S. Maxent
Poictiers
Scobignon
Blanc en Berri
Mele
Bourdon
Mele
Bourges
Villeroy
Charge
Callietre
Lusse
Moulin
Varenne
Palise
Paccodire
Rouane
Chapelle
Brelle
Lionon
Audance
Tournon
Valance
Rochemeure
Avignon
Orgon
Lancon
Aix
Marseille
Isles
Marseille
Solon
Auril
Augnon
Gard
Nismes
Beguide blanche
Mompelier
Nismes
Paris
Pontoise
Magni
Escuy
Rouan
Tote
Diepe
Rouan
Poussiere
Neufchastel
Pois
Amiens
Abbeville
Monstreul
Boulogne
Calais
Doverren
Canterbrey
Sedinborn
Rochestre
Deffort
Londres
Nonschits
Hamptoncourt
Winsor
Wickambourg
Oxefurt
Wotstock
Oxfurt
Wicham
Debholz
Cantabrigia
Grinwitz
Whithal
Westmunster
Calais
Ardres
S. Omar
Artois
Lile
Illaire
Betune
Lile
Courtnay
Anvers
Willebrouck
Mechelen
Louain
Here
Brusselles
Namur
Mans
plamisole
Arlon
Louxembourg
Didenhouen
Metz
Moyenvic
Pfaltzbourg
Strasbourg
Gr. Phil. von Hanauw Graff Johan von Nassauw der Juenger Graff Hans Reinhart von Hanaw D. Hertzbach Doctor Breituacker AssessorJunger vom Adell Garendorff Doctor ZieglerHeresbachy,D. RosenthallD. Christian BartTeugnagell D. Bender D. Melchior Trechsell D. Johan Peter Breittuacker
Melchior von der Wycks D. Albada Garendorff Nicolauss Colles ein bruttischer von Adell D. Ziegler D. Rosenthall
Filius Bar C. Essart de Frislandt von Kueppuvon Saradetzky
LettenheimerGraffen von Schwartzburg S. ReuberGerhard SodingGraffen von Schwartzenburg, Hans Gunter und Christan Gerhardg SodingiusComitem de SalmLudwico WitgensteinioN. Dasipoium Gerhardum Soding.Joan. Amplias Soschinius D. PlateroRaphael Lescinius de Lesgno Andreas Lescinius de LesgnoPolanoFranciscus Castilion Marches. Santelmo ritter [Pignatello]Doct. Galileo Galilea Mathematico Professore grauen von Schlick unnd Grauen zu ManssfeldtMargrauen von Burgaw Grauen von Hollach Oberster Schonberg Oberster vonn Eckenberg Oberster Chatanbri haubtman Kintzki haubtman Pflug Ritmeister Gunterat Marschalck [dem herenn von Zrautze herren Elemosynario Kaiser graff Hans von Salm Rhein Grauen Herren, die an dess Hertzogen von Lotrige Hoff Gouverneur Monsr. de Plessy Morne Milford Chambellan Mr.Cecile Secretaire Mr Lipsius
kunstreiche gemaehls in der Kirchen ad sinistram gesehen 5. Trinitatis, so 1509 gemahlet,und noch so frisch, as wan es neuwlich gemahlet. Muelhe gesehen, da 2.wasser rader 4. maehlgelind treihen newen garten und newe Statt gerumb gefahren: Hanauw der newe grosse Saall, so 17.passus breit nd 50. passus langs, ohne pfeiler,hat grosse hohe finster, oben rundt, und oben jeden noch ein rundt oval fenster gross ander gemach zum silber kamer oder sonst zu endt ein aussganck und gallerey, da man dass ringrennenen inwendich der mauren sehen wirt. newe abgeplockte Statt Bobenhausen ein Herschafft, Statt und Schloss. Ibidem ante coenam umb den inwendigsten wall gangen, hat an 4. ecken ronde tuern,und aussen noch ein wall und 3. wassergraeben zusammen hat dass Schloss viel pheren? mitten im Schloss ein solcher Viereckiger turm, unbher mit hohen feinen steinen gebew und gemachen. Fuerstlich Schloss zu Baden gesehen, alda ein schoner Saal, welcher 36. schritt lang ist, und 16. breit halben Walfisch kopff gesehen, welcher 6. Brabensche elen lang, und 2. breit, welcher 112 centner und 84. Pfundt gewiegen: Item ein rippe und ruckebut? wigt 24. pfundt auff den thurn gestigen,biss oben auff die Vier schneken, die erste treppe auss der Kirchen biss ausswechterheusse hat 321. stafelen, die ander an die 4. schneken, die wir auffgestigen 173. stafelen Spital besehe, welches gar woll gebaue, und ein tonne goldtz iarss inkommem hat, stabulum principis, ubi erat niger equus Germanicus emptus 1000 ilio, eosqu equis insidentes extra urbem comitati, vidimus munitione in suburbium, vidimus arborem erectam,frondibus ornatam, huic impositae spartae insidebant 5. feles inclusae, et Martis bestiola infra sportam, (Erat autem haec arbor repleta pulvere bombardico) Benfelt genant, ist ei, schone festung Bisancon, metropolis Burg. 7. m. Hic cum tardio esset portaequ nobis venientibo clausae ante urbem in parvulp pago pernoctare coacti fuimus. auff dem Thumss thuern, welcher gleichfals, wie die kirch, von grund auff von weiss Marmell gebawet Closter St Ambr: besehen, darinne in der [kirchen] die ehen schlang so Moses auffgericht, darnach in dem Umbgang gangen, derer 2. neben ein ander, und oben auch einer breitt wie die andere, alda gar schoene gemach und muenchen [zellen] schon Kloster besehen , la Carthosa genent, in quo est pulcher rimum templum totum Marmoreum a Joh: Galeacio constructum: idem castellum Papiae construxit, et Hortum cujus muro se ultra 20. milliaria extendit, unde fertur dixisse se velle aedificare una caetta, una capella, et un [giardinetto.] Ad summum altare quod itidem marmoreum erat et pulcherrimis gemmis ornatum ab utroqu latere pendebant duo ova genua; St: Francis: kirch gangenn, alda ein schoene Carell von lauter Marmorr, dass gewelb all uebergueldt, unter dem altar gieng man [eine] Marmelsteinen trep , hinder alda widerumb ein gewelb schoner als ss dass oberst von allerley farber, marmer und Edelgestein eingeleg Edelmans Pallast 2. Probierstern gesehenn, in forma obelisci, deren ein meiner spannen 12. hoch, unde 3. und 4, finger preitt, uund 1 1/2 spannen dick. batiren? thuern, alda stets 3. teutschen und ein waelscher soldat wacht halten, dieser hatt 365. stafflen, die leucht ist so gross, dass 30 persohnen darin stehen konne, und waren darin 30, lampen mit oell, die man dess nachts anstickt, halbeweg uber einer thuer, so auff ein galerey hinauss gieng florenz;Domsthuern, welcher 534 staffelen hatt, darauff in dem Kuopff 13. Personen stehen konnen. Marckt besehen, dar des Cosmi Medices bildtniss von Metall auff ein pferdt gemacht, und ander mehr S. Lorentz ein biblilteck gesehen, derin ein gantzen hauffen buecher all manuscripti, unteranderen 2. so dass ein Virgilius selbst, und das ander Petrarcha geschrieben, und eins so auff bast geschriebenn corridor besehen, alda viel schoener gimaehls und bilder vo Marmerstein Pallatz, dess Hertzogen gemach brueck, welche sillae soldaten gebawet, und ist die eltest in gantz Florentz. Radecoffoli, dieses ist oben auff ein berg gelege, und ein gewaltige festung rom; Basilicam Petri und die Newe Kirch, so Sixtus S. gebawet obiliscum so vor der Kirchen stehet In Hadriant begrebnuss, welches von Metall, und ist wie ein drenhap gemacht, umbher sein vier seulen, so das [dagh] dass drueber, auffhalten. S. Petri seul gestige. hatt 182. stafelen, stehet unden an geschrieben Pabsts Pallatium gesehn, dar ein schone Gallerei dar alle konigreiche der welt abgemalt S. Maria Trastevere, alda ein baum da oly auss geflossen, S. Maria in portico, do ein seul von Albaster oriental welche tag und nacht leuchtet, dass man dess nachts dabey lesen und schreibe kan, Pilati hauss, das tenplum Armenicum Schola Graeca, da ein grosser runder stein vor der thuer leit, mit eins mensches Angesicht und ein grossen maul, heist Bocca di verita, do die Alte Romer Ihre weiber mit probiret stationes ubi habitatunt Christiant ab Ethnicis persecutionem passi, hinc a, altera parte est longitudo clavis Christi S. Giona[w] di Laterano ubi palatium pulcherrimis picturis auroqu ornatum, a Sixto S. inceptum, nec dum finitum, Item Aeneae columnae, Hierosolyma allatae, terra sancta repletae, quas hic Papa 12000. aureis deaurari jusset, quas in capellam pulcherrime ornatam atqu suo nomine nominata, [erexit] [Clemens 8.] In hoc templo sunt duae columnae marmoreae jerosolyma allatae, quae Christo moriente ruptae sunt,Item 4. columnae quae sustinent lapidem, qui refert longitudinem Christi et matris Mariae, Prope hoc est parvula capella, in qua est baptisterium Constant. Magni, et columna in qua gallus Petro Christum denegante sedens cantavit, unde plante ungularum ipsius in lapide videntur S. Agnese genandt, ein runde Capell gemacht, wie S. Maria rotunda, oben mit einem fenster Campidoglium besehen, alda viell schoener antiquiteten. nach Putz[ol] abgerittenn, ungefehrlich 3. meil von der statt sein wur durch ein grossen ganck geritten, so unter einem hohen berg hergehet, ist ein welsche meil langs. alla grotta del cane, do der man einen hund inwarff, der alssbald umvill alss wer er todt, nam in herauss, und warff In in den lacum Agnanum, do ward er lebendig, und lieff dauon Darnach neben dem monte olylmpo her, biss alla solfatarra, alda mitten im thall ein pfull heiss siedens wassers ein ein schonen garten, so D. Pietro di Toledo machen lassen collationert, sein wir ans Meer geritten alda und auff kein anderen ort dass wasser kalt, und der sandt so warm, dass es in der hand brennte zur rechten lag der monte lag der monte [Nouvo,] welcher A . 1538. den 29. Sept. In 24. stunder gewachsen, mit ein erdbidden, hatt statt und schloss Trepergola, sampt dem grossen Lago Pucrino bedecket A lacu Averno, al sudatorio di Frittola, da ein grewlicher dampff und hitz ist, so auss dreyen grossen locheren herauffer kompt Bajae gefahren, alda oratorium Agrippinae besehen, darinnen ein wurtzel von ein baum die so hart wie stein und weit auf der rechten seiten rudera cumae gesehe, uund weit im meer ein thurn, so noch von der Statt Patria do Scipio Afric. begraben, ubrig blieben und unter eim felsen so Jul. Caes. hatt lassen durchhawen, hergefahren denselben Villa Mameae und Alex. Caes. gewesen, do gegen uber leihen rudera Misenae urbis, und mons Misenus, unter am selben ist die Grotta Dragonaria, so Nero hat lassen machen, umb frisch wasser drin zuhaben sicht man in dem Meer ein theill viae Appiae, so von Rom nach Misena gangen. puzzol; Castel nuovo besehen, darin Le sala reale, welcher gantz rundt wie einn kirch, gewaltigh hoch, hatt oben ein loch da dass licht herein gehet, und nach dem meer 2. grosse fenster naus uff die 3. eusserste bolwerck gangen, dar 13. Saxische stuck auffgestander, diesr 2. gehen geraht auff die Statt, die ander 2. bolwerck naach dem Meer. pisa; seltzamer thieer und viel wunderbawlichs zusehen, inter alia,
Ein menschen kopf, so im meer funden, ist gantz schwartz, die haut ist zum stein worden, oben auss der hirnschalen ist Im einn rohter Corall und ein schwam gewachsen. dass Ritterhauss die Thumkirche Bapt. Joan. dass ort do die erd von Jerusalem hinbracht, die doten die man doen begrebt seind un 24. stunden verwesen steht der glockturn, dieser ist rund, mit schonen peilern gezieret, sehet ganz krum, und wen man darin ist, sieht man so geraht uber sich hinauss alss wen er gar recht stunde ist einer von des 3. thurnes so der Gr Hertzog in sein landt hatt, der erst schwebt in der lufft und steht zu Florentz auf dem alten Pallatz auff 4. seulen, der ander thurn stehet auf der erden, und ist obige zu Pisa. Der dritte ist der zu Ligurno, do wir denselben abend hinkommen sein, dieses ist noch ein newe Stadt, so der Hertzog an Meer bawen lassen, leit 10. meil von Pisa, beim monte Negro, hie komen viel Englische und Hollendische schiff an, so im Candien fahren. luca; haben wir der Herren hauss gesehen, do viel huepscher [Gemecher, ] da die Herren in wonetenn, und ein schoner sool, do man gericht in hielt, do war einn Cantzell abend zu Luca. diese ist ein Respul. vor sich selbst, ist zimlich fest und lustig gelege, do haben wir der Herren hauss gesehen, do viel huepscher [Gemecher,] da die Herren in wonetenn, und ein schoner sool, do man gericht in hielt, do war einn Cantzell, do die Ratzherrenn einer nach dem anderen aufstiegen, wsn sie Ir vota vorbrachte, auch etzlich rohte und weisse becher, da sei wan sie einen richte wolten, mit albo und rubro calculo, nach der Romer weise in wurfen. Edelmans Bernardi Bonvoso Pallatz gangenn, welches klein aber schon ist, hinden am hauss einen garten und schones Brunwerck, leit alla Luca nova. florenz; auff dass Corridor gangen, do der hertzogh und die Hertzogin Ihre kunstkamern haben, do viell schoner geschir von Cristall, unter anderen hat der hertzog einen kopff von Turkas so gross wie ein grosser apffel, auch ein schreibtisch von Ebenholtz mit vielen rubin, Perlin, aqua marina, amatistes, und funff schone Smaragd tafeln eingelegt, sein auch viel schone gemahls und andere kunstreiche sacheb drein Mantua ankommen, denselben tag dass Pallatium, die Guardarobbe besehen, alda unter anderen ein rapier un dolchen, dar 30. edelgesteine sein Im gefest, so mit deordband? von lauterem gold gemacht, Item ein sattell und zeug vonn braunem sammet, mit goldt gebordt, unnd schone edelgesteinn darauff verbremt dem Pallatz ein schonen grossen Saall gesehen, voller rustung, spiess und haken, so viell dass man 8000. Man dauon bewehre kan hat der hertzog noch ein Pallatium, in d hatt darinnen ein schoen hoch gewelb hat der hertzog noch ein Pallatium, in d hatt darinnen ein schoen hoch gewelb, darin oben aus dem Ovidia der turm welchen die Riesen auf den himmel thun wolten, abgemahlet. Wan man in einer ecken stehet und so leise redet als man will, so keiner hoeren kan durben einer stehet, kan () doch d and welcher In d ecken getten ()bn ist und? das athe an die no and helt, eigentlich hoeren. venedig; Ins Kloster S. Georgio, welches gar ein schon Kloster ist nurnberg; Zeughauss gesehen, darnach das Brunnenwerck, von dannen ins goltschmits hauss gangen, daselbst ein Brunnenwerck gesehenn a Blois le midi, aldo dass Schloss besehen, uber der Schlossporten unter Ludovici 12. bildtniss haec sequentia ntree du Jardin du Roy il y avoit une grande biche, prise au pais di Baden. a on Le cors la rameure, beste grosse et etrange, laquelle fut presentee a Louis 12. qui la fit mettre la dont deux chevaux peuvent nourrir par Jour 800 personnes et quate hommes en trent en une roue et peuvent nourrir par Jour 600. personnes le soir a Bourges ou nous avons veu l’Egllise S. Estienne et la grosse tour Rouan. Voila la tour de nostre Dame soir a Amiens, voila la tour et l’eglise de N. Dame , qu’on estime la plus belle de toute la France soir a Canterbrey, voila la grande Eglise qu’on estime la plus belle de toute l’Angleterre Nonschits maison Royale ou nous avons veu le Jardin qui est tresbeau, oultre cela il y a deux ou trois belles fontaines, aussy le Jardin Mive, dans lequel il y a des tres belles Piramides. Ceste maison est situee dans une closture, pleine des dains, de n’y a aucune aultre maison aupres de n’y a aucune aultre maison aupres, c’est pourquoy les Seigneur et Gentilshommes de la court y font apporter leur pavillons et tentes, et les planter de vant la dicte maison, quil semble proprement un camp de bataille Hamptoncourt maison Royale, laquelle nous allasmes veoir apres disner, c’est la plus belle, la plus grande et magnifique maison de toute l’Anglelterre, il y a deux courts en l‘ une desquels voyer une belle fontaine hault eslevee, qui rendre [e] l’eau de toutes parts mouyllant tous ceux qui s’en approchent de pres. Il y a cinq chambres Royales chacune desquelles a sa chambre de presence, ornee… Winsor maison Royale, ou nous avons veu la chapelle le lendemain midi a Winsor maison Royale, ou nous avons veu la chapelle en laquelle la Royne faict les chevaliers de l’ordre de la garretiere, et les enseignes des chevaliers avec leurs armories et espees, en une autre chapelle une sepulture, que un petit chasteau sur un costau, que Jules Caesar a faict faire Au zeste le chasteau est en une lieu fort plaisant, en des forests, auquels il y a des belles pleines ou on voit une grande trouppe des dains nous sommes alles a [+ Wotstoc / a Wotstock il ya une anciene Eglise en laguelle sont enterres plusieur Princes de Saxe qui ancienement ont conquis l’Angleterre.] qu ‚est la plus ancienne maison Royale, retourne a Oxfurt, il y a 18. colleges, dont les principaulx sont de la trinite, de nre dame et de la Royne. Arcem Londio 12. mill. distantem, puam adificavit Guilielmus de Buroei Thesaurarius Angliae paucos ante munsen nortuus, arcem pulcherimam duplicoqu area ornatam: In una area fons est pulcherrimus ex marmore confectus, ipsas ubi aedes intraveris, in [cochlra] fons pulcherrimus ascendit supra tertum usqu: Venies postea in coenaculum formosissimum, ubi prope portam mons maximo artificio ex omnis generis coloris lapidibus confectus est. quibus etiam adamanti Anglici et aliae geminae insertae fonticulo is eetiam duobo faunis aut alys feris hominibo ornatus est Incontabulato superiori factitiae aves pendent quae moveri possunt ut volare videantur [tabulatum] ejusdem aulae tam artificilse paratum est, ut aqua instar pluviae densissimae ex eodem demitti possit in eadem aula videtur velum , quo sella regia est ornata, ubi vide insignia reginae ejusdemqu matris ex rubris et albis rosis artificiofissima facia insignia regum et praecipuorum Germaniae et Italiae principum depicta In summitate parietis depictae sunt praecipuae civitates mundi cum habitu incolarum greenwich; Deinde etiam ob amoenitatem loci, siquidem ex altera parte habet vivarium in quo nemus elegans nec non collis, cui superstructa specula seu turris millefleur dicta, cui tectum est plumbeum, in quo tecto hoc incisum distichon. hampton c.; est vere regia et magnificentissima á Cardinale Thoma Volseo é Coeto lapide exstructa, ab Henrico aucta et perfecta, qua quinq peramplas areas aedificys cinctas concludit In primo ingressu areae ampissima deinde porta cui ex anteriori facie appositae duae medy corporis effigies ex marmore, altera Tajani, altera vero Hadriani Imperatoris, una cum insignibo Reginae et ae eito ehus symbolo. Dieu est mon droict In altera facie horologium praestantissima post ingressum alia area, et quidem amplior priori, strata lapide quadrato, in cujus medio fons elegans, columnis albis marmoreis constans in sumitate ejus corona,[in] cujus apice justitia stat marmorea quae ut et corona deaurata est. Arx haec in ingenti sita planitie, tantae magnitudinis, qualis vix ulla in Anglia.
Circum eam vivarium. Ex hac area ad sinistra ascendo altrium ingens vodetur, cujus superius pavimentum arcuatum ex ligno Irlandico, cui nulle arance eadhaerere possunt, ob antipatiam quandam, sicuti de terra Irlandica dicitur, quod ibi multi bufones reperiantur, et si qui interdum eo’asportantur, statim moriuntur Camera Paradisi. haec ob contenta in ea nomen hoc habet, paradisum suquidem dixeris terrestrem dim ab objectis visus tuus afficitur, omnia siquidem gemmis et unionibo splendent, Anvers;ville qu’on apelle Meerbruck la maison d’un Bourgeous nomé Simon Rye Portugous ou il y a des belles galeries de marbre avons veu la hale qui est belle en perfection, montasmes sur la tour qui a 556 degrés Il y a la un Parlement lourain;la maison de ville, la tour, et le college

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[1] ITINERARIUM Germanicum, Helueticum, Burgundium, Italicum, Ungarium, Austriacum, Bohemicum, Morauicum, Gallicum, Anglicum et Belgicum; Arnold Jobsti [..] Com. I. in Bentheim ab 1597 [..] usq ad ao. 1599. Nou., Fürstl. Bentheimisches Archiv, Rheda.
[2] Vita Arnoldi Comitis In Bentheim ab Ao. 1554. ad Ann. 1606, ed. K. G. Döhmann, Burgsteinfurt 1903.
[3] Gerhard Arnold Rumpius, Des Heil. Röm. Reichs uhralte hochlöbliche Graffschaft Tekelenburg, Bremen 1672, Hamburg 1935
[4] Moritz Meier, Beschreibung der Herrschaft Rheda um 1685, Nachlaß Fürst Adolph zu Bentheim, Copy of the lost manuscript A 46 .1 of the Solms-Braunfels’sches Archiev, Marienfeld 1979.
[5] Meier’s biography was probably dependent on Rump’s earlier compilation.
[6] Théodor de Bèze (1519-1605) was the biographer and successor of Calvin in Geneva where he taught since 1558. As a strict and potentially militant follower of the Calvinist doctrine he was interested in its political and ideological dissemination. He taught priests and noblemen in order to further this aim.
[7] „…nachdem sie mit Theodor Bezo und anderen vortrefflichen Männern eine Zeitlang umgangen.“, G.A.Rump, op.cit., p.119
[8] She had governed her husband’s states for a whole decade. In 1616 she divided them up into four roughly equal shares which she handed over to her four remaining sons.
[9] H. Conrad, Bemerkungen zur Baugeschichte des Schlosses Rheda, Westfälische Zeitschrift, CXXXIX, 1986.
[10] The second husband was Wilhelm von Wannitzky; he died in 1641; Magaretha survived him by nineteen years.
[11] See footnote 6.
[12] Vita Arnoldi, p. 53
[13] Ibid., p. 64
[14] Ibid., p. 64/65, footnote 5, Philipp de Croy who became the Count of Solre in 1592 could claim to be related to Bentheim through his second wife Anna de Renty. She was the widow of count Emanuel of Lalaing and Montigny and hence related to Adolph’s great grandmother Walrave of Brederode.
[15] After the diary had been written up in 1600 Bentheim kept it as a note-book on his journey to Kassel later in the same year. His biographers say that it was only he and not his brother Arnold who went to Kassel, a fairly relyable indication that the diary was kept by him rather than his brother who accompanied him on the journey to Italy. It is corroborated by the fact that the diary ended up in the archive at Rheda, together with most of his documents.
[16] Itinerarium, f.48r.
[17] Ibid, f.23v.
[18] Felix Platter (1536-1614) was head physician of the town and hospital of Basel, the founder of the anatomical institute and the botanical gardens well as vice-chancellor of the town’s university. He was in favour with the German princes of Baden, Württemberg, Saxony, Brandenburg and the king of France, Henry IV. Adolf may have been interested in his work because of his own ill health.
[19] Itinerarium, f.9v.
[20] He was in Geneva from 30 July to 27 August 1597, in Padua from 19 November to 13 March in the same year, he went to Strasbourg on a second visit from 27 May to 9 July 1598 and to Bourges from 31 August to 13 July after having spent two months in Paris; he returned to Paris in April 1599 for another four months.
[21] Thomas Platter accompanied Bentheim to the bear-fights in one of the bear-fights in one of the Southwark theatres in London on 19 September 1599. See Thomas Platter, Beschreibung der Reisen durch Spanien, England, und die Niederlande 1595-1600, Basel/Stuttgart 1968, p.793.
[22] Pirkheimer studied law in Padua and Pavia 1488-1495.
[23] Vita Arnoldi, p.43.
[24] After the entries for Geneva and Padua he left several blank pages which he may have intended to fill in with more specific information about his stays at the towns.
[25] Bentheim’s interest in natural history focuses mainly of the abnormalities of nature. The most spectacular example he mentions is the petrified human head with a red coral and a sponge growing out of the scull in the medical cabinet at Pisa, Itinerarium, f.21r.
[26] Bentheim is particularly interested in the mechanics of fountains, he mentions the conceiled water pipes that sqirt at innocent bystanders in the entry on Whitehall Palace, Itinerarium, f .42r. He also notes two mills at Frankfurt and Angers. About the horsemill at Angers he says that it was run by only two horses, providing eight hundred people with flower, Itinerarium, f.28r.
[27] Bentheim frequently mentions historical detail and also copies passages of historical treateses in the English part of the diary. The lists of epitaphs which he records and sometimes copies is another indication of his historical interest.
[28] See below.
[29] See below.
[30] T. Platter, op. cit.,introduction.
[31] Auch ich in Arcadien, Kunstreisen in Italien 1600-1900, Sonderaustellung Schiller National Museum, Stuttgart
1966.
[32] Franzini, H., Palatia, Roma 1598.
[33] Sebastianus Münster, Cosmographia [Universalis], facsimile, Lindau 1984.
[34] Bentheim saw on 18 September 1598 the menagerie, the stable of the Palazzo Strozzi, the Campanile of the cathedral, the Piazza della Signora, the Laurentian library, the galleries and he adds in the entries of 28 October and 5 November: the guarderobbe at the Palazzo Veccio as well as the Palazzo Pitti.
[35] Jean Tarde, A la Rencontre de Galilée Deux Voyages en Italie, ed. F. Moureau, Geneve 1984, pp. 36, 60, 64/65.
[36] M. F. Dumesnil, Voyageurs Français en Italie, Paris 1865, p.21.
[37] Jean Tarde, op. cit. p.68.
[38] Ibid., p.41 The gallery is not the famous Galleria delle Carte Geogaphiche executed by Ignazio Danti for pope Gregory XIII which Montaigne mentions in his diary. The Galleria displays maps of only the pontifical states and of different Italian regions and not of the whole world. Jean Tarde saw both galeries but Bentheim seems to have missed the Galleria. This may be an indication of his lack of interest in anything but expensive curiosities as the gallery which he saw must have been located next to the guarderobbe.
[39] The other churches and palaces both travellers visited are St. Sebastian’s church which has a subterranean chapel where the relics of St Peter and St Paul were kept [Ibid., pp.68/69, 71, Tarde mentions that the relics of St. Paul and St. Peter were previously, before they were moved to the Vatican, in the church of St. Sebastian where Bentheim saw them. He also describes the caves below the church which are mentioned by Bentheim], the church of St John the Lateran [rebuilt by Borromini in 1650] the interior of which is described in great detail by both authors [Ibid., pp.68/69 Tarde admires, like Bentheim the decoration of the the Church of St John the Lateran, mentioning the columns the Emperor Vespasian is supposed to have brought from Jerusalem].
[40] Ibid., pp.39/40, 78, Tarde mentions the arcade which he calls „l’intercolone de la basse-cour qui és galeries“.
[41] Ibid., p.73.
[42] Ibid., p.77.
[43] The classical monuments both authors saw are Trajan’s column [Ibid., p.73], which Bentheim calls „St. Petri seul“, the Roman bath on the forum romanum which he names „the house of Pilate“ [Ibid., pp.77/78, The description of the bath as „the house of Pilate“ seems to have been common in the sixteenth century. Tarde objects to the misappellation: „…un bain à la Lacénienne tout de brique qu’on apelle par erreur la maison de Pilate“], the pyramid of Caius Cestius [Ibid., p.71], the Temple of Janus [Ibid., p.77], the baths of Caracalla [Ibid., p.75, Tarde described the Baths of Caracalla in some detail: „Ce sont les plus grandes et les pous entiers qui restent à Rome; on y voit encore des salles, caves, chambres, arcs, voutres, cellules, aqueducs, cheminée, incrustrations et embellissement: ce que personne ne peut voir sans admirer la dépense qui y a été faite“] and the Pantheon [Ibid., pp.72/73, Tarde says about the Pantheon that it is „la plus belle antiquité du monde et la plus entière, admirable en sa grandeur,forme, colonnes“ etc].
[44] Bentheim says about St. Agnese that it was „made like a round chapel, like the Pantheon, with a circular window at the top“. Itinerarium, f.17v.
[45] Various names which appear in the diary such as „Cestÿ begrebnuß“ for the pyramid of Caius Cestius or „Debholz“ for Theobalds are probably derived from the Cosmographia a source which was also used by the contemporary traveler Thomas Platter.
[46] „darin Le sala reale welcher gantz rundt wie einn kirch, gewaltigh hoch, hatt oben ein loch da dass licht herein gehet, und nach dem meer 2. grosse fenster naus.“ See Itinerarium, f.19v/20r.
[47] „…da ein grosser runder stein vor der thuer leit, mit eins mensches Angesicht und ein grossen maul, heist Bocca di verita, do die Alte Romer Ihre weiber mit probiret“, Itinerarium, f.16v.
[48] The sepulchre was in fact a ruined theatre north of Bacoli, it is possible that the original tomb was destroyed during the construction of the castle at Baia in the mid sixteenth century. see Discours Viatiques de Paris a Rome et de Rome a Neaples et Sicile [1588-1589], ed. L. Monga, Geneva 1983, p.100, footnote 54 and Itinerarium, f.19r.
[49] The „Colisei“ is the Anfiteatro Flavio of the Roman town of Puteoli which was built under the emperor Vespasius, it was the third biggest in the Empire, after Rome and Santa Maria Capua.see Discours Viatiques, p.93, footnote 32 and Itinerarium, f.18v.
[50] Many Renaissance guides mention Pouzzoli and describe the area. A bibliography of this subject was compiled by R.T. Günther, A Bibliography of Topograhical and Geographical Works on the Phelegaean Fields, Royal Geographical Society, London 1908.
[51] Discours Viatiques, pp.91, 100/101.
[52] The grotta Sybilla, grotta del cane and the grotta dragona.
[53] Bentheim misspells Lake Lucrino, which was one of the lakes that he saw as „laco pucrino“. The other lakes are the Lago Averno and the Lago Agnatum.
[54] The monte Olympo and the monte nouvo.
[55] Itinerarium, f.19r.
[56] Many travellers repeated this experiment with a dog, or in the case of Jerome Turler, with „a great many frogs“ which were thrown into the grotta and „which because they leaped not forth presently again, were cilled instantly“ J.Turler, The Traveler, London 1575; reprint Florida 1951, p.148 and Itinerarium, f.18v.
[57] The guarderobbe in the Palazzo Veccio was a great show-piece. It had been redecorated with fifty three marquetry maps by Egnazio Danti and Stefano Buonsigniori in the second half of the sixteenth century. Contemporary travelers mention it frequently in their diaries. See Discours Viatiques, p.216, footnote 200.
[58] He does not mention the galleries with statues and the unfinished staircase which Jean Tarde saw in the palace, op.cit., p.36.
[59] According to Tarde the pontificals were in the guarderobbe and not in the sacristy. Jean Tarde, op. cit., p.40.
[60] Baron Waldstein gives the same information about the price of the diamond, T. Platter says is was „worth many thousants of crowns.“ See The Diary of Baron Waldstein, translated by G.W. Gross, London 1981, p.150/151, footnote 245.
[61] Itinerarium, f.32r, 44r.
[62] R. Woodfield, On the Emergence of Aesthetics, The British Journal of Aesthetics XVII, Oxford 1978.
[63] The Heller alterpiece was in the Dominican church at Frankfurt. The central panel of the Assumption and the Coronation of the Virgin, which was painted by Dürer himself who praised his use of precious pigment in a letter to his patron Jacob Heller and finished in 1509. It was sold by the Dominicans to Maximilian I, Eletor of Bavaria and was destroyed by a fire in Munich in 1729. The painting, which is preserved in a copy by Jobst Harrich, shows the empty tomb of Virgin surrounded by the Apostles in the lower half of the composition and, in the upper half, her coronation by the Holy Trinity, hence Adolph’s description of the painting as the „S. Trinitatis“. See E. Panofsky, The Life and Art of Albrect Dürer, Princeton 1971, pp.123-125.
[64] Ovid, Metamorphoses, I, 128-159.
[65] Itinerarium, f.22v.
[66] Ibid, f.40r-42v.
[67] …“daß man mir unndt meiner gesellschaft nicht allein die gärten, großen säl, kapellen unndt kammeren zeigen solle, sondern auch die kleinen königlichen cabinet unndt waß köstlich darinnen aufgehaben…“, T. Platter, op.cit., p.831.
[68] Queen Elizabeth was holding court at Nonesuch when Bentheim visited the palace. He describes kissing her hand and having dinner in Milford Chamberlain’s room. See Itinerarium, f.32v.
[69] Baron Waldstein’s guide was called Master Linyard who can be identified with „Master Leinvert, a German tailor who acts as a guide to persons of our nation, and knows a good deal about the country“ in the 1602 diary of the Duke of Stettin-Pommerania. See The Diary of Baron Waldstein, p.126, footnote 202.
[70] Bentheim seems to have lost interest in giving a complete account of the objects he saw during the visits to Windsor Castle, where he records a few sepulchres, the beds of various kings and the chapel where the members of the Order of the Garter were knighted, [Ibid, f.31v and 36r-38r] in Hampton Court only a few pictures and the „Paradise Chamber“ as well as the ceiling of the Long Hall that was made of Irish wood the cobweb-resistant quality of which is mentioned by both Zitzerling and Waldstein [Ibid f.32r and 43r-45r]. The account of Greenwich [Ibid, f.39r] is likewise very short and at Woodstock he merely mentions the story of the mistress of Henry II, Rosamund Clifford [Ibid, f.35v]. The only other long description of an interiour is the one of Theobalds, the home of Robert Cecil, where he delights again in precious stone and mechanical toys such as the birds which were suspended from the ceiling in one of the rooms [Ibid, f.33v/r].
[71] Baron Waldstein came to England in 1600, a year after Bentheim. see The Diary of Baron Waldstein, introduction.
[72] These are the portraits of the refomation leaders of f.41v.
[73] The most prominent paintings, the two portraits of the young Eduard VI, an anamorphosis attributed to Willim Scots, 1546, National Portrait Gallery, London was popular with contemporary travelers because of the skillful use of perspective and the Hans Holbein portrait of the National Gallery of Art, Washington, Andrew Mellon Collection, 1539, are mentioned by both authors who also name various unidentified portraits of Queen Elizabeth I wearing her parliamentary dress, the English kings Henry VII and VIII, Richard II, the French king Louis XII, the German Emperor Maximilian I, Duke Charles of Burgundy, Antony Famosteny whose colossal skeleton was preserved in Helmsted [The name of Antony Famosteny is largely illegible in the Waldstein diary and was transcribed as Antony of „Francktrue“ by G.W. Groos; see The Diary of Baron Waldstein, p.56, footnote 82] and of „a woman of Greek origin who was brought to England by a London merchant“ [Itinerarium, f.42r] as well as imaginary portraits of historical figures such as Attila the Hun and Julius Caesar, the battle scenes of the Saracens at Pietmont and the Siege of Malta, allegorical pictures of Queen Elizabeth in the company of Juno, Pallas Athene and Venus [Juno, Pallas Athene and Venus, by the Monogammist H E, 1569, Royal Collection] and of a cripple carrying a blind man, two series, one of the Passion, the other of Reformation leaders and a fruit still life.
[74] The book is mentioned by numerous travelers, for example the Dukes of Saxe-Weimar and Eisenberg who identify it as the Dialogus Fidei of Erasmus. See Ibid, p.50, footnote 54 and Itinerarium, f.42v.
[75] Itinerarium, f.40v.
[76] Ibid, f.41v.
[77] Juno, Pallas Athene and Venus, f.41v and the Holbein portrait of Eduard VI, f.41r, see footnote 73.
[78] See footnote 38.
[79] Bentheim and Waldstein had a common aquintance, Raphael Lescinski, a Moravian nobleman who was friendly with Waldstein and who met Bentheim in Basel on 23 June 1597. See Ibid., p.32, footnote 26 and Itinerarium, f.9v.
[80] See footnote 21.
[81] The Britanica by William Camden was first published in 1587, it was a popular work used by the English diaryists Hetzner, Platter and Waldstein, see The Diary of Baron Waldstein, p.32, footnote 27.
[82] Bentheim misspells the name of William Camden variously as „Cambdenus“, „Gambdemo“ and „Gambdeno“. See Itinerarium, f.35r, f.35v and f.36r.
[83] Bentheim describes some of the history of Windsor Castle [Itinerarium, f.36r] and the story of Rosamund Clifford, the mistress of Henry II, who lived in a room at Woodstock Palace where she received visits from the king [Ibid, f.35v].
[84] John Caius, De Antiquitate Cantabrigiensis Academiae, 1574.
[85] The main difference between the two accounts as they are quoted by Bentheim are the widely disparate dates ascribed to the same events as well as the attention to detail. The description which is take from Caius mentions the architecture of the fortification Cantaber, the son of the Spanish king, supposedly built as well as the Athenian philosopher who was thought to have taught at Cambridge during the reign of King Gurguntius [Bentheim mispells the name, he calls the king „Gunguntÿ“] whereas the quotation from Camden gives only the rough outlines of the foundation by Cantaber, the refoundation by Sigebert of East Anglia and destruction by the Danes. See Itinerarium, f.34v/35r.
[86] Like the Oxford claim that the university was founded by the prophet Samuel this story is not based on historical evidence and has to be understood in the context of the rivalry and the mutual strife towards seniority between the universities. The earliest reference to the story of Cantaber is Fisher’s oration to Henry VII in 1506 and it appeared as late as 1787 in a university calender. See The Diary of Baron Waldstein, p.88, footnote 145.
[87] Ibid, f.12v.
[88] Werdehausen, E. A., Bramante und das Kloster S. Ambrosio in Mailand, Worms 1990, p.65.
[89] Itinerarium, f.2v.
[90] Prinz, W. and Klecks, R.G., Das Französische Schloß der Renaissance, Berlin 1985, pp.129-137.
[91] W. Lübke, Renaissance in Deutschland, Esslingen 1914, p.173; also Grundriß der deutschen Verwaltungsgeschichte 1815-1945, Vol.II, ed. T.Klein, Marburg 1979, pp.106/107.
[92] Purbs-Hensel, Renaissance Schlösser in Nassau-Saarbrücken, Saarbrücken 1973.
[93] Itinerarium, f.3r.
[94] Prinz, W. and Klecks, R.G., op.cit., pp.137-146
[95] The statue of Diana above the gate at Anet which is depicted in one of Ducerceau’s prints is copied in the relief sculpture of a fountain at Neunkirchen.
[96] Großmann, U., Höfische Architectur, in Renaissance im Weserraum, Schriften des Weserrenaissance-Museums Schloß Brake, ed. Großmann, Munich 1989, pp.428, 436-438.
[97] The drawings are in Kassel, Gesamthochschul-Biblothek, Handschriften- Abteilung 2 Mss. Hass. 107.
[98] The inscription still exists on the former gateway-tower. It is dated 1604 and may have been installed by Bentheim himself who had returned from his journey four years previously. See H. Conrad, op. cit., p.257.
[99] The painting which shows a Templar knight in full armour is dated to the first half of the sixteenth century by Leo Zellner. It may have been, however, executed by a local Westfalian painter in an anachronistic style at a later date. See Ibid, p.257.
[100] G. A. Rump, op. cit, p.79.
[101] Partner, P., The Murdered Magicians, Oxford 1982, p.69.
[102] The description of the torture which the Duke of Anjou inflicted on his wife and the desciption of the relicts in the Vatican are prime examples for his fascination with cruelty. [Itinerarium, f.28r and f.16r]. We must assume that he, like his father did not approve of such violence. His father was one of the first German princes to make witch-hunts illegal. See Vita Arnoldi, introduction.
[103] Großmann, U., Höfische Architectur, in Renaissance im Weserraum, Schriften des Weserrenaissance-Museums Schloß Brake, ed. Großmann, Munich 1989, p.396.
[104] Klapheck, R., Die Meister von Schloß Horst, Berlin 1915.
[105] I am much obliged to Sophie von Galen for this information. See also Ibid., pp.250/251.
[106] See H. Kreft and J. Soenke, Der Kerbschnitt-Bossenstein, das Ornament der späten Weserrenaissance in Die Weserrenaissance, Hameln, 1964, pp.291-294.
[107] For the ballustrades of the Weserrenaissance see: Großmann, U., Renaissance entlang der Weser, Cologne 1990, pp.45/46. About oriels: Ibid, pp.63-67.
[108] H.Conrad, op.cit., pp. 261/262.

Dr. Gerhard Rödding, 2001

Wenn ich als elf- oder zwölfjähriger Junge mit meinem Großvater, der in den Jahren zwischen 1940 und 47 meinen Vater vertrat, durch die heimatlichen Wälder im vorderen Sauerland ging, dann fragte ich ihn wohl einmal: „Wem gehören eigentlich all die Bäume und die steilen Berghänge, auf denen sie wachsen?“ Seine Antwort war dann: „Sie gehören zum Schloß.“

Gemeint war damit, wie ich wohl wußte, das Schloß Hohenlimburg, das auf einer vorspringenden Bergnase weithin sichtbar über dem Tal der unteren Lenne liegt, wenige Kilometer, bevor sie in die Ruhr mündet. Von unserer Wohnung war es eine gute halbe Stunde Fußweg bis dahin, den die Familie sonntags öfter zurücklegte. Wir Kinder hatten eine gewisse Scheu vor dem Bauwerk; denn jedem von uns war schon einmal gesagt worden, daß dort die abgeschlagene Hand eines Halbwüchsigen aufbewahrt werde, die dieser gegen seine Mutter erhoben habe. Später habe ich die Mumie gesehen, auch heute kann man sie noch besichtigen.

Ich fragte meinen Großvater, wer denn wohl in dem Schloß wohne. In seiner Antwort wies er auf das Haus Bentheim-Tecklenburg hin, das einst unsere kleine Grafschaft regiert und nun seinen Stammsitz in Rheda habe. Aber eine Prinzessin wohne noch im Schloß.

Heute weiß ich, daß es die Prinzessin Margarethe, geborene Reuss-Köstritz war, Gattin des bereits 1939 verstorbenen Prinzen Karl, Großonkel des heutigen Fürsten Moritz Casimir. Sie lebte dort bis zu ihrem Tode, danach wurde das Schloß Heimatmuseum der Stadt Hohenlimburg.

Eines Tages sah ich die Prinzessin. Wir bekamen in unserer Kirchengemeinde einen neuen Pfarrer. Bei seiner Einführung in der Kirche und hernach bei der Begrüßung im Gemeindehaus saß sie in der ersten Reihe. Sie sprach sogar ein paar Worte und sagte, daß sie im Auftrage ihres Neffen, des Fürsten Adolf, der Patron unserer Kirchengemeinde sei, dem neuen Pfarrer eine gute Hand und Gottes Segen wünsche. So lernte ich, daß es in Westfalen Patronatsgemeinden gibt und wir den Vorzug hatten, eine davon zu sein. Auch heute noch stellt der Patron die Berufungsurkunde bei einer Pfarrstellenbesetzung aus und kann auch Persönlichkeiten zur Wahl vorschlagen. All das ist geregelt im sogenannten ,3osfelder Abkommen“, in dem nach 1945 die Rechte und Pflichten der Patrone vertraglich neu mit der Evangelischen Kirche von Westfalen vereinbart wurden.

Die Prinzessin hat mich übrigens enttäuscht. Für mich war eine Prinzessin damals ein hübsches junges Mädchen in weißen Kleiden, das mit goldnen Kugeln spielt und beschwingt durch einen Park hüpft. Diese jedoch glich eher meiner Großmuter und war von anderen Leuten auf der Straße kaum zu unterschieden. Heute weiß ich, daß sie damals bereits im neunten Lebensjahrzehnt stand. 1952 ist sie im Alter von 88 Jahren gestorben.

Immerhin, so lernte ich Geschichte. Ich wußte also bereits als Kind, daß der Fürst von Bentheim-Tecklenburg als Graf von Limburg einst unser Landesherr gewesen war. Jedoch die Landessouveränität hatte das gräfliche Haus bereits 1808 verloren, als Napoleon die Grafschaft Limburg dem Großherzogtum Berg zuschlug. Als sich dieses 1812 zusammen mit der napoleonischen Herrschaft wieder auflöste, marschierten preußische Truppen ein, ein Makel, der dem Haus Hohenzollern bis heute anhängt. Auch der Wiener Kongreß stellte trotz erheblicher Bemühungen die Selbständigkeit des Landes nicht wieder her. Der damalige Graf Emil Friedrich und seine Gemahlin die Gräfin Luise, geborene Sayn-Wittgenstein, wurden Privatleute. 1817 wurden sie in den erblichen preußischen Fürstenstand erhoben und damit den regierenden Häusern ebenbürtig, ein Standesrecht, das 1918 erlosch. So wurde der Fürstentitel dem alten Namen hinzugefügt. Dieser heißt nun vollständig: Fürst zu Bentheim-Tecklenburg, Graf von Tecklenburg und Limburg, Herr zu Rheda, Wevelinghoven, Hoya, Alpen und Helpenstein, Erbvogt zu Köln.

Sprechen wir zunächst noch ein wenig von der Grafschaft Limburg, dem kleinen etwa zehn Kilometer langen und sechs Kilometer breiten Streifen beiderseits der unteren Lenne, wo diese die sauerländischen Berge verläßt und durch ein mäßiges Hügelland fließt.

Es begann mit einem Mord, der damals das ganze Deutsche Reich erschütterte. Kaiser Friedrich II. hatte im Jahre 1220 Deutschland verlassen, um sich in sein Königreich Sizilien zu begeben. Seinen minderjährigen Sohn Heinrich VH., den er gerade zum deutschen König hatte wählen lassen, unterstellte er der Vormundschaft des Erzbischofs und Kurfürsten von Köln, eines Grafen Engelbert von Berg, eine der angesehensten Persönlichkeiten des Reiches, dem großes Verhandlungsgeschick und Durchsetzungsvermögen nachgesagt wird. Natürlich versuchte er, den kurkölnischen Einfluß auch in Westfalen auszudehnen und zu festigen, was ihn in Konflikt mit den eignen Verwandten brachte. Die bergische Familie, zu deren rheinischer Linie er gehörte, hatte auch einen westfälischen Zweig, die Familie Isenberg-Altena, wobei ein Sproß dieser Familie, Friedrich von Isenberg, den westlichen Teil der Grafschaft Altena beherrschte. Dieser war auch Vogt des Stiftes Essen, mit dem er aber in ständigem Konflikt lebte und das unter seiner harten Hand seufzte, so daß Erzbischof Engelbert als Metropolit und Reichsverweser schlichtend eingreifen mußte. Das gefiel dem Isenberger überhaupt nicht, so daß er eine Reihe von Reichsfürsten hinter sich brachte, so die Grafen von Tecklenburg und Arnsberg, und seine Brüder, die Bischöfe von Münster und Osnabrück, auch Hermann von der Lippe, eine ansehnliche Verschwörung westfälischer Landesherren. Drei Tage verhandelte man in Soest vergeblich um einen Ausgleich. Dann reiste der Erzbischof weiter nach Schwelm, wo er eine Kirche weihen wollte. In einem Hohlweg bei Gevelsberg wurde er am 5. November von Friedrich von Isenberg überfallen und ermordet, eine ungeheuere Freveltat. Wir schreiben das Jahr 1225. Annette von Droste-Hülshoff hat diesem Ereignis 1841 eine lange Ballade gewidmet: ,,Der Anger dampft, es kocht die Ruhr…“.

Der Erzbischof ist später heilig gesprochen worden. Friedrich kam in Acht und Bann und wurde in Köln auf dem Rad hingerichtet. Seine Familie, allen voran die Bischöfe von Münster und Osnabrück verloren ihre Ämter und Lehen. Friedrich hinterließ einen dreijährigen Sohn mit Namen Dietrich, der es später verstand, einige Adlige des märkischen Raumes auf seine Seite zu bringen und sich das Wohlwollen des neuen Erzbischofs von Köln, des berühmten Konrad von Hochstaden, zu erwerben. Am Ende hat man ihn mit einen kleinen Landstück abgefunden, das dann zur Grafschaft Limburg wurde. Wir schreiben das Jahr 1243, das Jahr des Ausgleichs, in dem auch die Ursprünge des Hohenlimburger Schlosses liegen.

Der Name Isenberg ist schnell aus der Geschichte verschwunden. Er war zu sehr belastet, als daß ihn noch einer tragen wollte. Das Haus Isenberg-Altena nannte sich bald Graf von der Mark, nach der Grafschaft, die später zu den klevischen Ländern gehörte und mit dem Xantener Vertrag von 1614 an Brandenburg fiel. Dietrich nannte sich fortan Graf von Limburg.

Acht Generationen haben unter diesem Namen die kleine Grafschaft regiert, bis der letzte Graf keinen männlichen Erben mehr hatte. Seine Tochter heiratete einen Grafen aus dem Hause Neuenahr, so daß die in Limburg regierende Familie seit 1457 Neuenahr hieß. Auch hier fehlte nach fünf Generationen der männliche Erbe. Die Erbtochter Magdalena von Neuenahr heiratete den Grafen Arnold IV.von Bentheim, von dem nun bald die Rede sein muß.

Blicken wir zurück! Die Grafschaft Mark, um ein Vielfaches größer als die Grafschaft Limburg, wurde schon früh ein wenig bedeutendes Nebenland, das von Kleve und Düsseldorf aus regiert wurde und bald seine Selbständigkeit an Brandenburg verlor, dessen Herrscher diesem Besitz aber keine große Beachtung schenkten, bis man dort im 18. Jahrhundert Kohle fand. Limburg hingegen konnte 200 Jahre länger als die Mark, also bis in die napoleonische Zeit, seine Selbständigkeit erhalten.

Aber nun müssen wir unseren Blick auf zwei andere Territorien richten, auf zwei Grafschaften am Rande und im Grenzbereich der drei mächtigen Hochstifter Utrecht, Münster und Osnabrück, wo sich eine Reihe von selbständigen weltlichen Herrschaften erhalten konnte, auch wenn es sich um nur kleine Landstriche handelt. Jedoch führten selbst stete Reibereien nicht zu deren völliger Auslöschung, auch dann nicht, wenn sich in der Reformationszeit diese Länder der neuen Lehre zuwandten. Die Toleranz war im 16. und 17. Jahrhundert doch noch größer, als man heute zu glauben vermag, insbesondere in den geistliche Territorien. Sonst hätte sich die Selbständigkeit der Grafschaft Steinfurt inmitten des Münsterlandes und die Herrschaft Rheda als münstersches Lehen nicht halten lassen.

Blicken wir zunächst nach Bentheim und Steinfurt. In beiden Ländern kam es Jahre 1421 zu Vakanzen und Erbgängen. In Bentheim starb das Geschlecht der Grafen von Bentheim, einer Seitenlinie der Grafen von Holland, aus. Ferner erlosch im Mannesstamm das der Edelherren von Steinfurt. Gemäß dem geltenden Erbrecht fielen beide Territorien an eine rheinische Familie, die Herren von Götterswick, die ihren

Hauptsitz an rechten Niederrhein in der Nähe von Dinslaken hatte. Nach ihrem neuen Besitz nannten sie sich Grafen von Bentheim-Steinfurt.

Steinfurt wurde später zur Grafschaft erhoben, verlor aber im Laufe der Zeit fast seinen gesamten ländlichen Besitz an das Hochstift Münster, so daß am Ende lediglich die Stadt Burgsteinfurt übrig blieb mit dem umliegenden ländlichen Kirchspiel. Die Einzelheiten dieser politischen Verwicklungen zu betrachten, würde zu weit fuhren.

Bedeutend größer und wichtiger war die Grafschaft Bentheim, die allerdings zwischen dem Erzstift Utrecht und dem Hochstift Münster nicht unumstritten war und sich wahrscheinlich nicht zuletzt deswegen in ihrem ursprünglichen Bestand behaupten konnte. Ein Teil dieser Grafschaft war Lehen des Utrechter Erzbistums, so daß die Grafschaft nur teilweise reichsunmittelbar war. Die beiden Zentren bildeten das heutige Bad Bentheim und Schüttorf. Dadurch, daß es den Grafen im Laufe der Zeit gelang, einen Teil des ländlichen Adels in ihre Abhängigkeit zu bringen, entwickelte sich eine zunehmend bedeutendere Herrschaft in diesem Raum.

Von hier aus gilt es, noch ein weiteres Territorium zu betrachten, die Grafschaft Tecklenburg. Sie gehörte einst ganz gewiß zu den bedeutenderen Ländern des nordwestdeutschen Raumes. Immerhin waren die Grafen die wichtigsten weltlichen Konkurrenten der Hochstifter Münster und Osnabrück. Bevor die Grafschaft an das Haus Bentheim kam, genoß sie eine relative Blüte unter einem Grafengeschlecht, das in Westfalen sonst keine Rolle gespielt hat, die Grafen von Schwerin, denen die Erbschaft bereits 1368 zugefallen war. Neben seinem Tecklenburger Kemland konnte sich das Haus im heutigen münsterschen Niederstift auf einen nicht unbedeutenden Streubesitz stützen, z.B. auf Kloppenburg, Friesoyte, und Lingen. Dazu kamen Gogerichtsrechte und andere Gerechtsame in verschiedenen Territorien. Allerdings verlor die Grafschaft bereits um 1400 die Gebiete des heutigen Niederstifts an das Hochstift Münster, und wie so oft führten Familienstreitigkeiten zur Teilung des Besitzes in Tecklenburg-Rheda und Lingen.

Nun aber müssen wir von Rheda reden, das uns am nächsten liegt. Der erste Name eines Herrn von Rheda begegnet uns im Jahre 1142 mit Everwin von Rheda, der einen Sohn und Erben mit Namen Widukind hatte. Dieser ist mit Kaiser Friedrich Barbarossa 1189 zum dritten Kreuzzug nach Palästina aufgebrochen, wo er wohl auch gestorben ist. Jedenfalls verliert sich seine Spur in der Geschichte. Vor seiner Abreise hat er seinen gesamten Allodialbesitz dem Zisterzienser-Kloster Marienfeld vermacht, das er wenige Jahre vorher gegründet hatte.

Etwa um die Wende vom 12. zum 13. Jahrhundert sind die Edelherrn zur Lippe auch Herren in Rheda geworden und dies sieben Generationen lang geblieben. Wie das Haus Lippe in den Besitz von Rheda kam, ist allerdings ungeklärt. Der erste, Bernhard H. zur Lippe, war ein höchst interessanter Mann. Er hatte eine Menge Erben aus seiner Ehe mit Heilwig von Ähre, aber als er die Erbfolge gesichert glaubte, trat er mit 55 Jahren als Mönch in das Kloster Marienfeld ein. Später treffen wir ihn als Bischof von Semgallen im heutigen Lettland wieder. In einem für die damalige Zeit ungewöhnlichen Alter von 89 Jahren ist er gestorben.

Im Jahre 1344 kam es zur zweiten lippischen Landesteilung, bei der Rheda an den Edelherrn Bernhard V. fiel, der aber bei seinem Tod keinen männlichen Erben hinterließ. Eine seiner beiden Töchter, Adelheid, war verheiratet mit dem Grafen Otto VI. von Tecklenburg, so daß auf diese Weise Rheda zu Tecklenburg kam. Das Haus Lippe hat im Laufe der Geschichte immer wieder versucht, diese Teilungsfolgen rückgängig zu machen, was aber nicht gelang, Rheda blieb bei Tecklenburg.

Die Herrschaft Rheda war reichsrechtlich ein Lehen des Hochstiftes Münster, was später noch eine große Rolle spielen sollte; sie war also nicht reichsunmittelbar. Landständisch wurde Rheda daher auch nicht durch seinen Landesherrn vertreten, sondern durch die Klöster Marienfeld und Herzebrock sowie durch das Praemonstratenser-Stift Clarholz, wobei Marienfeld nicht einmal im Territorium von Rheda lag.

Der letzte Graf von Tecklenburg -Rheda war Konrad IV., dem es noch einmal gelang, Lingen unter seine Botmäßigkeit zu bringen, der aber wiederum keinen männlichen Erben hatte. Seine Tochter Anna und Erbin heiratete den Grafen Everwin EU. von Bentheim, so daß Tecklenburg und Rheda an das Haus Bentheim fielen.

Diese fünf Territorien bildeten einen nicht unbedeutenden Streubesitz im nordwestlichen Deutschland. Er ist letztlich durch Heirat und Erbrecht zusammengekommen, jene friedliche mittelalterliche Weise, ein Land zu vergrößern. In der Neuzeit ging das nur noch mit kriegerischen Mitteln, insbesondere als der nationale Gedanke die Völker erfaßt hatte. Um Erbansprüche durchzusetzen, sind nur wenige Kriege geführt worden, wenn man deren Zahl mit derjenigen der Erbgänge vergleicht oder mit dem, was für Blut um des nationalen Imperialismus willen geflossen ist.

So haben wir es nach der „Sammlung“ der Bentheimschen Länder im 16. Jahrhundert mit einem Besitz zu tun, der bei geschickter und zielbewußter Politik in den Wirren der Reformation zu einem bedeutenden und zusammenhängenden Territorium hätte ausgebaut werden können, zumal sich zeigte, daß die neuen Ideen sich auch in den Hochstiften Münster und Osnabrück durchzusetzen begannen.. Hinzu kam, daß der Bischof von Münster Franz von Waldeck, der in der Reformationszeit gleichzeitig Bischof von Osnabrück und Minden war, die Dinge nicht nur treiben ließ, sondern eine ausgesprochene Sympathie für die lutherische Lehre hatte, wobei ihn allerdings mehr dynastische als religiöse Motive leiteten; denn seine Absicht war es, seine Bistümer zu säkularisieren, um der Waldecker Familie eine Machtbasis in Nordwestdeutschland zu verschaffen. So erklärt sich auch seine Duldung des Einströmens der reformatorischen Ideen in die Bentheimschen Länder, die zwar nicht zu seinen Hochstiftern, aber zu seinen Diözesen gehörten.

All das wurde jedoch durch die Katastrophe von 1535 zunichte gemacht, als die Reichexekution gegen die Wiedertäufer von Münster durchgeführt werden mußte. Wenn die Reformation solche Folgen wie in Münster hatte, auch wenn die Wittenberger dafür natürlich nicht unmittelbar verantwortlich waren, dann konnte sich ein Bischof wie Franz von Waldeck, ein eher zaghafter als entschlossener Charakter, schlecht auf ihre Seite stellen.

Im übrigen Westfalen ist die Reformation nicht von oben, also durch den Landesherrn eingeführt worden, wie etwa in Kurfürstentum Sachsen oder in der Landgrafschaft Hessen und anderswo, sondern sie ist langsam eingesickert. Das gilt sowohl für die weltlichen Territorien wie für die Hochstifter. Darum kann man in vielen Fällen auch kein Datum nennen, ab wann sich eine Kirche, ein Kloster oder eine Stadt zur Reformation bekannte. Lediglich, wenn aus den Quellen hervorgeht, daß man irgendwo die Eucharistie in beiderlei Gestalt feierte, also mit Brot und Wein, kann man daraus schließen, daß sich bereits reformatorisches Gedankengut durchgesetzt hatte. Die wichtigsten westfälischen Landesherren, die Herzöge von Kleve , die ja gleichzeitig Grafen von der Mark und von Ravensberg waren, förderten die Reformation zwar nicht, aber sie duldeten sie. Sie blieben zwar selbst der alten Kirche treu, auch sahen sie die Notwendigkeit einer umfassenden Reform der Kirche ein, aber sie suchten sie in anderer Richtung. Sie waren hochgebildete Humanisten, die sich vor allem dem Erasmus von Rotterdam verpflichtet fühlten, der ja trotz mancher Kritik an den kirchlichen Zuständen die Kontinuität in der abendländischen Kirche in jedem Fall bewahren wollte und sich darum nicht der lutherischen Reformation anschloß. Immerhin ergab sich für die Herzöge von Kleve daraus eine abwartende und tolerante Haltung, die den reformatorischen Ideen weitgehend freien Lauf ließ.

Etwas anders war die Entwicklung in den Bentheimschen Ländern. Der letzte Tecklenburger Graf Konrad, den man den „wilden Cord“ nannte, fuhrt uns aus der kleinen Grafschaft in die großen Auseinandersetzungen der Zeit. Konrad hatte nämlich seine Jugendjahre am hessischen Landgrafenhof in Kassel verbracht und in der unmittelbaren Umgebung des Landgrafen Philipp von Hessen gelebt, eines der größten Förderer der Reformation und einer ihrer Führer, mit dem ihn eine enge Freundschaft verband. Mit ihm hat Konrad auch 1521 am Reichstag zu Worms teilgenommen und vielleicht Luthers Auftritt erlebt. Landgraf Philipp hat dann bereits auf der Homburger Synode von 1526 die Reformation in Hessen durch eine neue Kirchenordnung einführen und die Klöster auflösen lassen . Seine Cousine, die Landgräfin Mechthild, eine ehemalige Augustiner-Chorfrau, wurde daraufhin mit dem Tecklenburger verlobt, der sie im Jahr darauf in Anwesenheit des Bischofs von Osnabrück als des für Tecklenburg zuständigen Ordinarius heiratete. Von da an förderte er die Reformation in seinen Ländern. So berief er im gleichen Jahr den aus Bielefeld stammenden Osnabrücker Domherrn Johannes Pollius, der sich dem Luthertum zugewandt hatte, zu seinem Hofkaplan und theologischen Berater. Spätestens seit seinem Herrschaftsantritt nach dem Tode seines Vaters im Jahre 1534 wurde in allen Tecklenburger Kirchen evangelisch gepredigt. In allen Fragen der kirchlichen Ordnung lehnte man sich an die Landgrafschaft Hessen an, vor allem auch bei dem Erlaß der Kirchenordnung von 1543, mit der die eigentliche Reformation in Tecklenburg abgeschlossen wurde.

Konrad bezog nach seiner Hochzeit das Schloß Rheda, wo er mit seiner hessischen Prinzessin die ersten Ehejahre verbrachte. Im gleichen Jahr ist auch Johannes Pollius nach Rheda gekommen und hat eine evangelische Schloßgemeinde gegründet, während in der Stadt die Reformation nicht vor 1540 nachzuweisen ist. Graf Konrad war der erste evangelische Landesherr in Westfalen.

Größere Probleme gab es bei der Einführung des Luthertums eigentlich nicht. Nur in Lengerich, wo der Graf ein Standbild der heiligen Margarethe entfernen ließ, das als wundertätig galt und Ziel vieler Wallfahrten war, kam es zu Unruhen. Wegen der bestehenden Klöster allerdings flammten immer wieder Streitigkeiten mit dem zuständigen Bischof von Osnabrück auf. In Rheda waren das das Benediktinerinnen-Kloster Herzebrock und das Praemonstratenser -Stift Clarholz. Dabei ging es allerdings kaum um religiöse Fragen, sondern um die Abgrenzung der gräflichen Landeshoheit von den kirchlichen Belangen. Es kam auch in Rheda zu heftigen Grenzstreitigkeiten mit dem Bischof von Osnabrück, die erst im sogenannten Bielefelder Rezeß von 1565 beigelegt werden konnten. Daß aber die beiden Klöster überhaupt bestehen bleiben konnten, lag sicherlich auch an ihrer Nähe zum Hochstift Münster, war aber ebenfalls ein Zeichen von großer Toleranz, die in der damaligen Zeit meistens größer war, als man später glaubte.

Zur Sonderentwicklung in Lingen will ich nicht viel sagen. Nur so viel: Mit den übrigen evangelischen Fürsten erlitt Graf Konrad eine verheerende Niederlage im Schmalkaldischen Krieg gegen Kaiser Karl V., der nach dem Erwerb des Herzogtums Geldern die Gelegenheit nutzte, die Ostgrenze der burgundischen Niederlande abzurunden. Lingen, wo trotz der Reformen Graf Konrads die Reformation nicht richtig Fuß gefaßt hatte, wurde aus seinen nachbarlichen Bindungen herausgelöst und dem neugegründeten Bistum Deventer als Enklave unterstellt. Seitdem hat Lingen eine politische und konfessionelle Sonderentwicklung genommen, insbesondere nachdem Philipp II., Karls Sohn, den alten Glauben vollständig wiederhergestellt hatte. In Tecklenburg hingegen konnte sich das Luthertum trotz der Niederlage im Schmalkaldischen Krieg ruhig weiterentwickeln.

In der kleinen Grafschaft Limburg hat die Familie von Neuenahr die lutherische Reformation im Jahre 1560 eingeführt, wenngleich geduldet wurde, daß z.B. die Familie

von Brabeck in Letmathe beim alten Glauben blieb. In Bentheim und Steinfurt ist die Reformation bereits 1545 eingeführt worden..

Allerdings bahnte sich für die gesamten Bentheimschen Länder am Ende des 16. Jahrhunderts eine tiefgreifende Änderung an; denn nun müssen wir von Graf Arnold IV. reden, der in anderer Zählung auch Arnold JJ. ist. Wir haben gehört, daß ihm durch seine neuenahrsche Heirat die Grafschaft Limburg zugefallen war wie seinem Vater bereits Tecklenburg-Rheda. Als in Steinfurt sein Onkel Arnold EI. kinderlos starb, fiel ihm auch diese Grafschaft zu, so daß er nun zum ersten Mal alle Bentheimschen Länder in seiner Hand vereinigte. Ob Graf Arnold am Ende ein weiser Landesvater war, steht dahin, aber ohne Zweifel war er einer der gebildetsten Fürsten seiner Zeit. In jungen Jahren war er am humanistischen Hof des Herzogs Wilhelm von Kleve in Düsseldorf erzogen worden und hatte in den siebziger Jahren an der berühmten evangelisch-humanistischen Hochschule in Straßburg studiert und kam daher mit calvinistischer Theologie und französischem Wesen in Berührung, so daß er 1575 zum reformierten Bekenntnis übertrat. Enge Beziehungen verbanden ihn überdies mit den Grafen von Nassau-Dillenburg und dem Hause Oranien, so daß der niederländische Freiheitskampf gegen Phillip U. sein übriges tat und das reformierte Bekenntnis wie ein Bollwerk gegen die Spanier erschien. Nach und nach führte er es daher auch in seinen Landern ein, weil „das gemeine Volk der groben lutterschen Lehr noch anhengig“. 1588 wurde Tecklenburg reformiert, 1591 Steinfurt, „obwohl deshalb von den Unverstendigen und Einfeltigen viel Klagens“ war. Im Jahre 1604 hielt der Graf für alle seine Länder eine Synode ab und führte eine reformierte Synodal- und Presbyterialverfassung ein, mit der die „zweite Reformation“ abgeschlossen wurde. Am Rande sei nur vermerkt, daß Nassau-Dillenburg, also auch Siegen, und Wittgenstein im Jahre 1578 und Lippe im Jahre 1605 den gleichen Schritt taten.

Der Graf selbst war voller Eifer für seine Sache. Persönlich leitete er Kirchensäuberungen und Bilderstürme, indem er Altäre, Heiligenbilder, Kerzenständer und liturgische Gewänder entfernen ließ, die die lutherische Reformation beibehalten hatte. Anschließend feierte dann die ganze gräfliche Familie gewissermaßen als Bekenntnisakt das Abendmahl nach reformiertem Ritus. Viel Kulturgut ist auch bei dieser Bilderstürmerei verloren gegangen. Fortan war also das Haus Bentheim reformiert. Für die Prinzen und Prinzessinnen bedeutete das allerdings eine starke Einschränkung in der Wahl ihrer Ehegatten; denn eine Mischehe zwischen Lutheranern und Reformierten war genau so unmöglich wie zwischen Reformierten und Katholiken. So finden wir in der folgenden Zeit mit wenigen Ausnahmen nur Ehepartner aus den Häusern Nassau-Dillenburg, Sayn-Wittgenstein oder Anhalt.

Graf Arnold war ein sorgsamer Mann, wenn es um die Religion ging; denn dem humanistisch gebildeten Landesherrn half es wenig, wenn seine Untertanen ungebildet blieben, vor allem, wenn man nicht genügend reformierte Theologen hatte. Er mußte dem Reformiertentum einen geistigen Rückhalt schaffen, und das tat er, indem er zunächst in Schüttorf, dann in Steinfurt eine Hohe Schule errichtete. Vorbild war ihm dabei die Hohe Schule in der Grafschaft Nassau-Dillenburg, die ihren Sitz in Herborn hatte und die man getrost als Universität bezeichnen kann. Die neue Schule hatte eine theologische, eine juristische und eine philosophische Fakultät. Später kam eine medizinische dazu. Hohe Studentenzahlen wie in Wittenberg oder Straßburg gab es zwar in Folgezeit nicht, aber die Schule, die nach dem Landesherrn Arnoldinum genannt wurde, hatte eine nicht zu unterschätzende Bedeutung für das reformierte Nordwestdeutschland und das nördliche Niedersachsen. Sie sollte ein Bollwerk sein gegen das Jesuitenkolleg in Münster, das Paulinum. Die Hohe Schule hat 200 Jahre lang Bestand gehabt und wurde erst in der napoleonischen Zeit aufgelöst. In dieser Zeit war sie die zentrale Bildungseinrichtung der gesamten Region und diente der Heranbildung des Pfarrer- und Beamtennachwuchses sowie der Sicherung des reformierten Bekenntnisses. Hier lehrten bedeutende Wissenschaftler z.B. der berühmte Jurist und Philosoph Johannes Althusius, einer der ersten, die weit vor Rousseau die Vertragstheorie in das Staatsrecht eingeführt und das Widerstandsrecht gegen eine tyrannische Obrigkeit vertreten haben. Arnold IV. holte überhaupt moderne Wissenschaftler in seine Nähe, so den Arzt Johannes Weyer, einen bekannten Gegner der Hexenprozesse. Auf seinen Einfluß geht es zurück, daß es in den Bentheimschen Ländern niemals Hexenprozesse gab. Jedenfalls die Hohe Schule zu Burgsteinfurt bildete eine Brücke in der internationalen reformierten Bildungslandschaft von Genf über Straßburg und Heidelberg sowie dem nassauischen Herborn bis in die Niederlande. Ob Graf Arnold ein weiser Mann und ein vorausschauender Politiker war, mag man bezweifeln. Das friedfertige Erbrecht hatte die Bentheimschen Länder zusammengebracht, und sie hätten in einer Hand bleiben müssen, wenn sie eine bedeutende Rolle in der Mächtekonstellation Nordwestdeutschlands hätten spielen sollen. Aber das Erbrecht war stärker, und Graf Arnold hat ihm nicht widerstanden. Nun, schließlich war er ein Kind seiner Zeit. So verfugte er in seinem Testament, daß seine fünf Territorien auf seine fünf Söhne aufzuteilen seien, was 1606 auch geschah. Zwar blieben glücklicherweise drei der neu entstandenen Linien ohne Nachkommen, so daß ihre Länder an die beiden anderen Linien zurückfielen, aber es kam jedoch zu einer Teilung: Bentheim und Steinfurt einerseits sowie Tecklenburg-Rheda und Limburg andererseits. Diese beiden Linien gibt es bis auf den heutigen Tag. Sie haben sich im Laufe der Jahrhunderte auch nur einmal wieder durch Heirat verbunden.

Dem Haus Bentheim- Tecklenburg blieben neben einigen kleineren Besitzungen und der bedeutungslos gewordenen Erbvogtei Köln im wesentlichen die Grafschaften Limburg und Tecklenburg sowie die Herrschaft Rheda, die nun zum Hauptsitz wurde. Freilich ging die Grafschaft Tecklenburg, die ja schon durch den Verlust von Lingen kleiner geworden war, dem Hause bald verloren, und dieser Vorgang ist für die Rechtsverhältnisse im alten Reich höchst interessant. Es kam nämlich zu einem viel beachteten Rechtsstreit vor dem Reichskammergericht, dem folgender Sachverhalt zugrunde lag: Eine Schwester des letzten Grafen von Tecklenburg, Konrads IV., von dem wir gesprochen haben, heiratete einen Grafen von Solms-Braunfels und verzichtete gegen eine Abfindung von 6000 Gulden auf ihren Anteil an der Grafschaft Tecklenburg. Damit aber waren deren Erben nicht einverstanden, sondern klagten im Jahre 1577 beim Reichskammergericht auf Herausgabe eines Teils von Tecklenburg. Nach 109 Jahren, im Jahre 1686 hat das Gericht den Fall entschieden und zwar so, daß es den Rechtsnachfolgern in der Familie Solms-Braunfels je drei Achtel der Grafschaft Tecklenburg und der Herrschaft Rheda zusprach.

Mit dieser Entscheidung war das Haus Bentheim-Tecklenburg höchst unzufrieden, so daß es 1701 den Streit erneut wieder aufnahm, dieses Mal vor dem Reichshofrat in Wien. Aber nun kam es zu einem raffinierten Schachzug: Das Haus Solms-Braunfels verkaufte seinen Anteil an der Grafschaft Tecklenburg und Rheda für 250000 Reichstaler an das neu entstandene Königreich Preußen. Nun also standen sich Preußen und Bentheim-Tecklenburg gegenüber, wahrlich ein ungleiches Paar. Im Jahre 1715 entschied der Reichshofrat zugunsten des Hauses Bentheim-Tecklenburg und zwar so, daß gegen die Herausgabe von 250000 Reichstalern Tecklenburg und Rheda ungeschmälert bei Bentheim-Tecklenburg bleiben sollten.

Aber dieses letztinstanzliche, rechtskräftige Urteil ließ sich gegenüber Preußen nicht durchsetzen, das längst von Tecklenburg Besitz ergriffen hatte. Preußen hatte nach dem Tode des letzten Oraniers aus dem Hause Nassau, Wilhelm HI. ja auch Lingen in Besitz nehmen können, indem es entfernte Erbansprüche durchsetzte. Der erste preußische König Friedrich I. legte besonderen Wert auf Lingen, mit dem der Glanz des oranischen Namens aus den niederländischen Freiheitskriegen auf ihn als einem der Nachkommen fiel. Auch fand er allerlei Rückhalt im Lande; den schließlich stammte die reformierte Beamtenfamilie Danckelmann aus Lingen, die in Berlin wichtige Positionen bekleidete. Man denke an den Minister Eberhard von Danckelman und seine Bedeutung für das eben erst entstehende Königreich. Nein, auf Tecklenburgischen Besitz wollte in Preußen nicht mehr verzichten, auch wenn es ein rechtskräftiges Urteil gab. Preußen war eben nicht in allen Fällen ein früher Rechtsstaat.

Nachdem der Gerichtsweg erschöpft war, kam es zu direkten Verhandlungen mit Preußen und im Jahre 1729 zum den sogenannten Tecklenburger Vergleich, eine politische Lösung, die ja allemal besser ist als ein Urteil. Graf Moritz Casimir von Bentheim -Tecklenburg verzichtete darin auf Tecklenburg und erhielt dafür von Preußen 185000 Reichstaler. Gleichzeitig blieben Rheda und Limburg in vollem Maße erhalten., wobei Preußen auf Hoheitsrechte in Limburg verzichtete. Ob es diese wirklich hatte, ist unklar. Preußen hat es jedenfalls behauptet, weil es glaubte, als Erbe der Grafschaft Mark die Oberhoheit über Limburg zu haben, das ja im 13. Jahrhundert von der Mark abgetrennt worden war, aber deswegen noch nicht reichsunmittelbar geworden, sondern ein märkisches Lehen geblieben sei. Immerhin wurde nun auch diese Frage entschieden und der Bestand der Bentheim -Tecklenburgischen Länder bis zum Ende der Landeshoheit gesichert. Vom Einreichen der ersten Klage waren 152 Jahre vergangen. Man nahm sich eben Zeit, um solche Fragen zu entscheiden.

Tecklenburg war ein herber Verlust. Manchmal meint man, Preußen habe damals schon eine Nase dafür gehabt, wo man später Kohle finden konnte. Das war in der Grafschaft Mark genau so der Fall wie in Tecklenburg. Jedenfalls war Tecklenburg weit wertvoller als Rheda und Limburg zusammen.

Für die Familie Bentheim-Tecklenburg brachte der Tecklenburger Vergleich noch einen Vorteil: Sie war zwar persönlich reichsgräflichen Standes, nicht aber waren ihre beiden Territorien reichsunmittelbar; denn Rheda galt noch immer als ein Lehen von Münster und wie wir gesehen haben, war das in Limburg umstritten. Nun sah der Vergleich vor, daß eine unmittelbare Belehnung durch den Kaiser in Wien erfolgen sollte, womit die Reichsunmittelbarkeit erreicht worden wäre. Aber zu einer solchen Belehnung ist es nicht gekommen, so daß es Preußen ziemlich leicht fiel, in den napoleonischen Wirren, seine Ansprüche wieder geltend zu machen und die kleinen Territorien an sich zu bringen. Auf dem Wiener Kongreß, der Europa neu ordnete, sind noch eine Reihe von Versuchen gemacht worden, die Bentheimschen Länder insgesamt wiederherzustellen. Doch lag dies nicht mehr im Zuge der Zeit und die Machtverhältnisse hatten sich geändert. Was der Fürstin Pauline von Lippe-Detmold gelang, mißriet sowohl den Rhedaer wie den Steinfurter Grafen. Man war preußisch geworden und blieb es. Schade, das friedliche alte Deutschland war am Ende.

Der Verlust der Landeshoheit und die Säkularisation brachten dem Hause Bentheim-Tecklenburg erheblichen wirtschaftlichen Gewinn. Nach Paragraph 35 des Reichsdeputationshauptschlusses von 1803 durften Klöster und Stifter durch den Landesherrn aufgelöst werden. Das betraf in der Herrschaft Rheda Herzebrock und Clarholz. Die Säkularisation des Praemonstratenser-Stiftes Clarholz wurde am 27. Oktober 1803 durchgeführt. Damit fielen 2771 Morgen Liegenschaften an das gräfliche Haus, außerdem 238 Höfe und Kotten, die an Eigenbehörige vergeben waren, und 148 Morgen verpachteter Landbesitz in Beckum und Ahlen. Allerdings mußten auch 34718 Reichstaler an Schulden übernommen werden. Die Säkularisation des Benediktinerinnen-Klosters Herzebrock war auch für 1803 angesetzt, konnte aber wegen des Widerstandes der tapferen Frauen erst zwei Jahre später durchgeführt werden. Das Landvermögen war nicht so üppig wie in Clarholz; es umfaßte 119 Höfe. In der Grafschaft Limburg gab es nur das bereits im 18. Jahrhundert evangelisch gewordene adlige Damenstift Elsey, einst als Praemonstratenser-Stift von jenem unglücklichen Friedrich von Isenberg gegründet, der in Köln hingerichtet wurde. Später war es ein frei weltliches Stift. Es wurde 1812 durch das napoleonische Großherzogtum Berg aufgelöst. Nach Ende der napoleonischen Wirren kam der Landbesitz zum Hause Bentheim-Tecklenburg. Er umfaßte 53 Höfe und Kotten. Durch diesen Zuwachs an Privatbesitz aus den drei säkularisierten Ordensgemeinschaften, deren Mitglieder natürlich eine Rente und Abfindung ausgesetzt werden mußte, ergab sich für das gräfliche Haus eine wirtschaftliche Grundlage, die ein standesgemäßes Leben ermöglichte. Freilich blieben den mediatisierten Landesherren durchaus eine Reihe von hoheitlichen Aufgaben, z.B. die niedere Gerichtsbarkeit, die Ortspolizei und eben die Kirchen- und Schulaufsicht, in manchen Fällen auch kommunale Aufgaben der Gutsgemeinde.

Die kirchlichen Verhältnisse haben sich seit der Zeit, die wir besprochen haben, insbesondere aber seit dem Dreißigjährigen Krieg nicht mehr wesentlich geändert. Die Gemeinden in den ehemals fünf Bentheimschen Ländern haben den reformierten Bekenntnistand behalten, der nach der heutigen Ordnung der Evangelischen Kirche von Westfalen nicht verändert werden kann. Während die Sayn-Wittgensteinsche Entwicklung und die in Siegen durch Nassau-Oranien der westfälischen Kirche am Rande reformierte Gemeinden verschaffte, brachte das Haus Bentheim diese in die Mitte des im wesentlichen lutherischen Westfalen hinein . Als Lutheraner gefallt mir das natürlich nicht, aber die Geschichte richtet sich nicht immer nach unseren Wünschen.

Die westfälische Geschichte ist kompliziert. Im wesentlichen ist sie geprägt durch die großen geistlichen Territorien Münster, Osnabrück und Paderbom, später durch Preußen. Aber die kleinen Herrschaften und Grafschaften gaben dem Land einst ein ganz unverwechselbares Bild in der Geschichte des alten Reiches. Wir haben heute noch bedeutende Zeugen davon: die Schlösser in Rheda und Hohenlimburg, sowie in Burgsteinfurt. Sie sind Zeugen aus der Tiefe der Geschichte in unserer Zeit. Aber es leben ja auch noch die Familien, deren Aufgabe es ist, dieses wichtige Erbe zu hüten. Wenn ich in den vergangnen Jahren mit dem heutigen Fürsten durch die Herzebrockschen Wälder ging, um Hasen zu schießen, dann war mir diese bunte Geschichte immer bewegend bewußt, die Geschichte friedlicher Länder, für deren Herren kaum jemand sein Leben hat lassen müssen.

Bielefeld, am 26. August 2001 GR

von Hans-Joachim Böckenholt

Viele wohlerhaltene Schlösser Westfalens spielten eine sowohl territorialgeschichtlich als auch kulturhistorisch bedeutende Rolle, aber nur sehr wenige von diesen sind wie Schloss Rheda ein Spiegel nahezu aller wesentlichen landesgeschichtlichen Ereignisse gewesen, so dass es verwundert, dass trotz guter Archivverhältnisse bis heute eine territorialgeschichtliche Gesamtdarstellung der Herrschaft Rheda fehlt. Der vorliegende Abriss einer Geschichte von Schloss und Herrschaft Rheda kann selbstverständlich schon rein vom Umfang her nicht den Anspruch erheben, dieses Defizit auszufüllen, versucht aber, den interessierten Laien verständlich und zuverlässig in die komplizierte Geschichte der Herrschaft einzuführen und dem Fachmann eine knappe Übersicht über die bisher bekannten, jedoch verstreut publizierten Daten und Forschungsergebnisse zum Schloss und zur Herrschaft Rheda an die Hand zu geben. Besonderer Dank gebührt an dieser Stelle I. D. der Fürstin und S. D. dem Fürsten zu Bentheim-Tecklenburg für die Anregung zu dieser Arbeit und bereitwillige Auskünfte, Frau Dr. Edeltraud Klueting und Herrn Dr. Harm Klueting, M. A., für die Akribie bei der Durchsicht des Manuskripts und zahlreiche wertvolle Hinweise. Möge dieses Büchlein nicht nur ein bedeutendes Kulturdenkmal mit anderen Augen sehen lehren, sondern vor allem auch bei der Jugend landesgeschichtliche Interessen wecken und vielleicht sogar neue Forschungsvorhaben initiieren.

Widukind von Rheda

Südlich eines Übergangs der uralten, noch 1515 als Hellweg bezeichneten Heer- und Handelsstraße Kassel-Paderborn Warendorf-(Greven)Münster über die Ems[1] bot ein kleines, sich in der Emsaue ausweitendes Ried, nach dem eine benachbarte Höfegruppe bereits 1088 den Namen Retthe oder Rethe trug[2], den idealen Standort für eine nicht leicht zugängliche Burganlage. Sobald die historische Entwicklung den Ausbau lokaler Herrschaft zuließ, entstand an diesem günstigen Ort vielleicht schon im 11. Jahrhundert, wahrscheinlich jedoch erst in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts, auf einem heute noch 5,50 Meter, ursprünglich wohl bis zu zehn Meter hohen künstlichen Erdhügel inmitten des Rieds die feste Burg Rheda, die offenbar nicht nur den Emsübergang und den oben erwähnten Fernhandelsweg sichern, sondern vor allem auch, gestützt auf alte Vogtei- und Gerichtsrechte (das Frei- oder Vemgericht befand sich in der Nähe der Burgmühle), eine sich langsam herauskristallisierende Herrschaft Rheda festigen sollte. Urkundlich belegt ist diese Anlage erst 1170, als Edelherr Widukind von Rheda, wie sein Vater Everwin[3] auch Vogt der Klöster Freckenhorst und Liesborn, von Freckenhorst nach Rheda zog[4] und die Wasserburg ausbaute.

Wenn uns auch von ihrer baulichen Gestalt nichts überliefert ist, so müssen wir doch annehmen, dass sie nicht nur Ausgangspunkt zahlreicher Kampfhandlungen um territoriale Besitzansprüche, sondern auch feste Zuflucht bei den kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen den Anhängern Heinrichs des Löwen und denen des Kölner Erzbischofs Philipp von Heinsberg besonders in den unruhigen Jahren zwischen 1177 und 1181 war, in denen Widukind von Rheda, gemeinsam mit seinem Freund, Waffengefährten und Verwandten Bernhard II. zur Lippe (Widukinds Mutter Luttrude von Schwalenberg war vermutlich eine Cousine Hermanns I. zur Lippe, des Vaters von Bernhard II.)[5], als treuer Anhänger Heinrichs des Löwen an der Spitze eines Heeres gar vor die kölnische Hauptstadt Soest zog, nach missglückter Belagerung die gesamte Umgebung „vor Niemanden und Nichts zurückschreckend“ verwüstete und Medebach in Asche legte[6]. Es ist zu vermuten, dass Widukind von Rheda, wie von seinem Waffengefährten Bernhard immer wieder urkundlich belegt, auch an den übrigen Kämpfen gegen die Anhänger des Kölner Erzbischofs aktiv beteiligt war[7].

Erst mit der Verbannung Heinrichs des Löwen und der Zertrümmerung seines sächsischen Stammesherzogtums durch Friedrich I. Barbarossa bahnte sich eine Wende an: 1184 traten Widukind von Rheda und Bernhard zur Lippe am Hof des ehemals feindlichen Erzbischofs von Köln auf[8], söhnten sich offenbar mit ihm aus, ohne jedoch – wie ein Besuch Widukinds in Braunschweig 1188 beweist[9] – den Sachsenherzog fallenzulassen, und trachteten nun in zeittypischer religiöser Bewegung, vielleicht sogar aus Reue über mancherlei Untat, neben erworbenem ritterlichem Ansehen und manchem Weltlichen Gut auch Gottes Huld zu gewinnen. Wesentlich auf Initiative Widukinds hin gründeten diese, seine Mutter Luttrude, Bernhard zur Lippe, der Edle Ludger von Waidenberg, die Schwalenberger Grafen und schließlich auch Bischof Hermann II. von Münster 1185 das später so bedeutende Zisterzienserkloster Marienfeld, in das zunächst zwölf Mönche der Abtei Hardehausen unter dem Konventualen Ekkehard einzogen[10].

Offenbar zutiefst berührt von den flammenden Predigten führender Zisterzienser, wendete sich Widukind von Rheda immer entschiedener von den weltlichen Belangen ab und zog, wie auch zahlreiche andere westfälische Adelige[11], unter Kaiser Friedrich Barbarossa am 11. Mai 1189 von Regensburg aus ins Heilige Land, nachdem er zuvor seine vererbbaren Güter (17 Eigenhöfe und 14 Lehnhöfe) der Stiftung Marienfeld übereignet hatte[12], in der er nach glücklicher Heimkehr die Mönchskutte zu nehmen gelobte.

Doch dieser dritte Kreuzzug endete für die deutschen Kreuzfahrer mit einem Fiasko: Nachdem Friedrich Barbarossa nach beschwerlichem Landweg am 10. Juni 1190 im Saleph (Göksu in Südanatolien) ertrunken war, löste sich das deutsche Kreuzfahrerheer nahezu völlig auf. Nur die Tapfersten, unter ihnen Widukind von Rheda, folgten dem Barbarossasohn Herzog Friedrich von Schwaben weiter bis vor die galiläische Hafenstadt Akkon und belagerten sie unter nahezu hoffnungslosen Bedingungen . Nach unsäglichen Strapazen – Hunger und Seuchen dezimierten das Heer[13] starb hier Widukind von Rheda wahrscheinlich noch im Winter 1190/91, ein Mann, dessen Kampfgeist beispielhaft .gewesen sein muss, wenn noch 110 Jahre später ein anonymer Dichter des Fürstenpreises auf den thüringischen Landgrafen Ludwig III. voller Hochachtung von dem „menlich helt von arde fri“ aus Westfalen berichtet:“… der heidenschaft zu nide/was da der vogt von Ride/Witkhe was geheizen der/der beiden tot was singer“[14]. Ein treuer Kampfgefährte führte Herz und Gebeine Widukinds zurück in die Heimat, wo sie in der Kirche zu Marienfeld beigesetzt wurden.

Die Edelherren zur Lippe

Da Widukind von Rheda und seine Gattin Mathilde von Ricklingen keine Erben hinterließen, belehnte wahrscheinlich Bischof Hermann II. von Münster Widukinds Freund, Verwandten und Waffengefährten Bernhard II. zur Lippe mit den Gerichts- und Vogteirechten der Edlen von Rheda[15]. Damit geriet die Herrschaft Rheda in den Besitz der Edelherren zur Lippe, die bereits neben ihrem Stammland im Bereich um Lippstadt auch über Streubesitz am Hellweg und im südöstlichen Münsterland und über kleineren Besitz östlich des Teutoburger Waldes, vor allem im Raum Enger und Bünde, verfügten[16], aber sicherlich mehr edel als reich waren, wie Magister Justinus im Lippiflorium, einem Preisgedicht des 13. Jahrhunderts, bemerkt[17], obwohl die Lipper wahrscheinlich aus einer Seitenlinie der Grafen von Werl – des ältesten und edelsten der westfälischen Grafenhäuser – stammten[18]. Mit Bernhard II. zur Lippe wurde nun eine der faszinierendsten Persönlichkeiten staufischen Rittertums Herr zu Rheda[19]: In jungen Jahren zunächst Domherr in Hildesheim, erwarb er nach dem Tode seines älteren Bruders die Grundlagen ritterlicher Bildung, wurde Anfang der siebziger Jahre Lehnsmann des Kölner Erzbischofs Philipp von Heinsberg, schlug sich aber dann, wie sein Freund Widukind, 1177 auf die Seite Heinrichs des Löwen und kämpfte für ihn gegen den Grafen von Altena, den Führer der kölnischen Partei. Zusammen mit Bischof Hermann von Münster brach er die Festungen Ahaus und Diepenau und baute die Levenburg (Lämershagen bei Bielefeld) gegen die Grafen von Ravensberg. Nachdem er mit Widukind die Umgebung Soests und die Stadt Medebach verwüstet hatte (s. o.), musste er das Land verlassen und wurde als einer der wenigen, trotz einer versprochenen Amnestie noch verbliebenen Getreuen des Welfenherzogs Befehlshaber der starken welfischen Feste Haldensleben bei Magdeburg. Nach Plünderungen und Raubzügen, die bis vor die Tore der Bischofsstadt führten, trotzte Bernhard in Haldensleben monatelang einer vielfachen Übermacht unter Erzbischof Wichmann von Magdeburg und entschloss sich erst in völlig aussichtsloser Lage 1181 zur Übergabe[20]. Er konnte zwar ehrenhaft die Feste verlassen, verlor aber alle Kirchenlehen[21]. 1184 sah man ihn jedoch, zusammen mit Widukind, wieder am Hof des Kölner Erzbischofs, der 1186 sogar die Rückgabe seiner Lehen veranlasste[22] und dafür das Obereigentum von Burg und Stadt Lippe (= Lippstadt), die von Bernhard zur Lippe zwischen 1185 und 1190 als erste westfälische Stadt planmäßig gegründet worden war[23], anerkannt bekam. Obgleich Bernhard II. sich auch nach dem Erbe der Herrschaft Rheda noch etlicher Übergriffe gegen kirchliche Güter schuldig machte (gar bitter beklagte sich zum Beispiel die Äbtissin von Liesborn über die gewaltsame Enteignung ihrer Belehnungsrechte durch den Lipper)[24], zog er sich doch nach und nach deutlich von den weltlichen Geschäften zurück, die spätestens seit 1194 – mit Ausnahme Marienfelder Belange – von seinem Sohn Hermann II. wahrgenommen wurden[25]. In einer Mischung von tiefer Frömmigkeit und eigenwilligem Kampftrotz zog er, wohl endgültig durch eine vorübergehende Lähmung seiner Beine veranlasst, 1198 als Kreuzritter nach Livland[26] und trat nach Beendigung des Zuges als Mönch in das Kloster Marienfeld ein.

Als Siebzigjähriger pilgerte er 1211 erneut in die baltischen Länder, wurde dort Abt des Marienfelder Filialklosters Dünamünde, bekämpfte wiederholt als Verbündeter des Schwertordens mit Erfolg die heidnischen Esten und wurde schließlich, nach einem Rombesuch, in Oldenzaal von seinem eigenen Sohn, Bischof Otto von Utrecht, zum Bischof des neugegründeten livländischen Bistums Selonien (Seiburg) geweiht. In dieser Würde war es ihm vergönnt, nicht nur seinen Sohn Gerhard zum Bischof des Erzbistums Bremen zu salben, sondern auch 1221/2 die Marienkirche seiner Gründung Lippstadt und 1222 die Kirche des von ihm mitgegründeten Klosters Marienfeld eigenhändig zu weihen. Im Alter von weit über achtzig Jahren starb Bernhard 1224 in Seiburg und wurde in Dünamünde beigesetzt. Damit endete ein ungewöhnlich bewegtes Leben, das in jungen Jahren in Kämpfen um die Reichsgewalt verstrickt war, in reifen Jahren sich durch bedeutende Stadt- und Burgengründungen auszeichnete, im Alter der westfälischen Ostkolonisation den Weg bahnte und eigentlich die hervorragende Rolle der Lipper im kirchlichen und kulturellen Leben des 13. Jahrhunderts begründete, die nicht nur, vor allem im Bistum Paderborn, jahrzehntelang die höchsten kirchlichen Würden errangen, sondern auch die Entwicklung und Ausbreitung westfälischer Baukunst entscheidend mittrugen27[27]. In Rheda ist uns aus staufischer Zeit nur ein Baudenkmal erhalten geblieben: Der mächtige Torturm mit der einzigartigen Doppelkapelle, der im dritten Jahrzehnt des 13. Jahrhunderts entstanden ist, als die Burg Rheda, vermutlich von der Bauhütte der Marienfelder Klosterkirche, in einer Phase politischer Konsolidierung zur lippischen Hauptresidenz, die sich vorher in Lippstadt befand[28], ausgebaut wurde[29].

Bauherr war der Sohn Bernhards, Hermann II., der sich, abgesehen von einem Kriegszug an der Seite Ottos von Braunschweig im Jahre 1201[30], wohl weitgehend dem unheilvollen Thronstreit zwischen dem Löwensohn und dem Barbarossasohn Philipp von Schwaben entziehen konnte und erst wieder 1229 von seinem Bruder Gerhard, dem Erzbischof von Bremen, in eine kriegerische Auseinandersetzung gegen die aufständischen Stedinger verwickelt wurde, von der er nicht heimkehrte[31].

Sein Erbe, Bernhard III., wendete sich in erster Linie dem Ausbau der lippischen Gründungen Lemgo, Hörn und Blomberg zu, musste aber gleichzeitig im Einflussbereich des Bistums Münster alte Anrechte an Warendorf und Beckum aufgeben und am 19. Januar 1245 sogar die münsterische Lehnshoheit über alle Besitzungen westlich des Teutoburger Waldes, also auch über Rheda, jedoch bei Zusicherung der lippischen Erbfolge, anerkennen. Der Grund für dieses Zugeständnis war die Hilfe des Bischofs Ludolf von Münster in einem Streit Bernhards mit seinem kriegerischen Bruder Simon, dem Domprobst und späteren Bischof von Paderborn, der sich Ende 1244 in Abwesenheit seines Bruders der Burg Rheda bemächtigte und sie erst nach längerer Belagerung wieder herausgab[32]. Dass die lippische Residenz im 13. Jahrhundert jedoch nicht nur im Rahmen kriegerischer Auseinandersetzungen eine Rolle gespielt hat, sondern offenbar auch als eine Pflegestätte der Künste in Erscheinung trat, belegt Magister Justinus‘ ritterliches Preisgedicht auf Bernhard II., das seinen Enkeln Bernhard III. und Simon von Paderborn gewidmet war; und es darf als durchaus wahrscheinlich angenommen werden, dass fahrende Sänger hier auch die berühmten Heldengedichte um Siegfried und Dietrich von Bern vorgetragen haben, zumal sich gerade in ihren von hansischen Kaulleuten nach Skandinavien getragenen Überlieferungssträngen auffallend viele westfälische Namen finden. Einen Bedeutungsverlust als Residenz erfuhr Rheda mit der Teilung der lippischen Herrschaft unter Bernhards Söhnen Hermann III. und Bernhard IV. nach 1265. Herr zu Rheda wurde nach einigem Hin und Her[33] der zunächst geistliche Hermann III., der aber bereits 1274 kinderlos starb, so dass sein vorerst noch unmündiger Neffe Simon I. nach dem Tode Bernhards IV. im Jahre 1275 Gesamterbe des ungeteilten lippischen Besitzes werden konnte[34.

Wenn auch der streitlustige, unruhige Simon I. sich bevorzugt östlich des Teutoburger Waldes in Brake, Enger und Lemgo aufhielt[35], so scheint doch unter seiner Herrschaft die militärische Funktion Rhedas, vor allem im Rahmen der kriegerischen Auseinandersetzungen mit Kurköln (1282-1285), an Bedeutung gewonnen zu haben. Sie führte zu einem Ausbau des der Burg vorgelagerten Fleckens zu einer befestigten Stadt (oppidum), deren Niederlegung jedoch Simon schon kurze Zeit darauf (1305) eidlich geloben mußte[36], um sich aus jahrelanger Gefangenschaft im Osnabrücker Bocksturm zu befreien, in den er im Zuge einer Fehde gegen den Osnabrücker Bischof Ludwig von Ravensberg geworfen worden war.

Nach dem Tode Bischof Ludwigs (1308) konnte Rheda aber sehr schnell neu befestigt und die lippische Herrschaft sogar um Schwalenberger Besitz und Varenholz erweitert werden. Mit dem Tode Simons (1344) jedoch wurde der Zerfall des lippischen Erbes westlich des Teutoburger Waldes eingeleitet: In einem Teilungsvertrag vereinbarten Simons Söhne Otto und Bernhard V., dass Otto den Besitz östlich und Bernhard das lippische Erbe westlich des Teutoburger Waldes, also auch Rheda, erhalten solle[37], deren städtischem Flecken 1355 das verbriefte Stadtrecht zugestanden wurde[38]. Obwohl man sich bei Vertragsabschluß offenbar einig war, dass, wenn einer der Brüder ohne männlichen Erben stürbe, sein Anteil an den lippischen Mannesstamm zurückfallen sollte, übergab Bernhards Witwe Richarda, deren einziger Sohn Simon frühzeitig gestorben war, 1365 das Erbe Bernhards an den Gatten ihrer ältesten Tochter Adelheid, Otto V. von Tecklenburg, zu treuen Händen für Adelheids und seine Kinder [39]. Zwar revidierte Richarda unter Vermittlung des Erzbischofs von Köln schon am 9. April 1366 diesen Vertrag wieder zu Gunsten ihres Neffen Simon III. zur Lippe[40], allein Otto von Tecklenburg verweigerte die Herausgabe des ihm überantworteten Besitzes, zumal ihm seine früh gestorbene Ehefrau Adelheid einen Sohn Nikolaus (II.) hinterlassen hatte[41], und leitete damit eine jahrzehntelange Fehde um Rheda ein.

Die Grafen von Tecklenburg

Im Zuge der Erbauseinandersetzung begannen die eigentlichen Kampfhandlungen offensichtlich erst 1369 damit, dass die jeweils feindlichen Ortschaften und Besitzungen niedergebrannt oder verwüstet, das Vieh fortgetrieben oder Gefangene gemacht wurden, um ein entsprechendes Lösegeld zur Deckung der Kriegskosten zu erpressen[42]. Dabei geriet Simon zur Lippe im Herbst 1371 in die Gefangenschaft Ottos von Tecklenburg und kam nach zwei- bis dreijähriger Haft (vermutlich im Turm zu Rheda) erst wieder frei, nachdem sein Bruder Otto zur Lippe einen Handfrieden mit einigen Verbündeten Tecklenburgs geschlossen und sein Onkel Engelbert von der Mark die Stadt Rheda erobert und zerstört hatte[43]. Sicherlich förderten auch das Landfriedensgebot Kaiser Karls IV. vom 25. 11. 137l[44] und der Westfälische Landfriedensbund vom 25. 7. 1372[45] die Freilassung Simons, konnten ihn aber nicht von der Zahlung eines Lösegelds in der für damalige Verhältnisse ungewöhnlichen Höhe von 8000 Mark in Silber entbinden, zu dessen Beschaffung 1376 u. a. sogar Lippstadt verpfändet werden musste, das später nie wieder eingelöst werden konnte[46].

Doch mit dieser Vereinbarung war der Erbschaftskonflikt jedenfalls von den Lippern her gesehen – keineswegs beigelegt: Noch vor der Freilassung Simons schworen die Brüder Engelbert und Dietrich von der Mark, den Lippern weiterhin beizustehen und auch in Zukunft mit ihnen Otto von Tecklenburg feindlich zu begegnen[47]. Dabei waren – von der gesamtpolitischen Lage her – Aussichten auf einen Erfolg des lippischen Hauses durchaus vorhanden; denn bei dem systematischen, aber auch rigorosen Ausbau der im Lande verstreuten Besitzund Rechtstitel zu einem abgerundeten landesherrlichen Territorium hatte sich Otto von Tecklenburg nicht gerade die Freundschaft der benachbarten Stifter und Städte Münster und Osnabrück erworben[48]; ja das nachbarschaftliche Verhältnis schlug sogar in offene Feindschaft um, als er seinem Schwager, dem berüchtigten, von Kaiser Karl IV. geächteten Wegelagerer Burggraf Johann von Stromberg, Zuflucht ausgerechnet in der Burg Rheda gewährte, von der aus dieser sein Unwesen weitertrieb[49]. So wurde Schloss Rheda erneut nicht nur im Frühjahr 1377 von Bischof Florenz von Münster belagert[50], sondern 1379 nach einem kurzfristigen Bündnis zwischen den Bistümern Paderborn, Münster und Osnabrück, Graf Engelbert von der Mark und den Städten Münster und Osnabrück nach fast sechsmonatiger Belagerung sogar erobert[51]. Sehr zum Leidwesen Simons führte dieser Erfolg gegen Otto von Tecklenburg zwar zur Wiederherstellung der Selbständigkeit des Hochstifts Osnabrück, nicht jedoch zur Rückgabe der Herrschaft Rheda an die Lipper. Nach einer Zahlung von 8000 Gulden kam Otto, diesmal sogar mit Zustimmung der feindlichen Allianz, wieder in den Besitz der alten lippischen Residenz[52]. So schwelte die Erbauseinandersetzung weiter, und eine blutige Kampfhandlung jagte die andere; doch Otto, Graf von Tecklenburg beharrte hartnäckig auf seinem Erbteil, das ihm als zweite „Zange“ gegen Osnabrück erhebliche territoriale Vorteile versprach[53].

Selbst nach dem Tode Ottos von Tecklenburg im Jahre 1395[54] blieben Vermittlungsversuche erfolglos[55]; und als auch von seinem Sohn und Nachfolger Nikolaus II. (1395-1422)[56] die Politik der territorialen Sicherung konsequent weiterbetrieben wurde, gelang es erst dem tatkräftigen münsterischen Bischof Otto von Hoya im Bunde mit Osnabrück, Hildesheim, Hoya und Schaumburg im Jahre 1400[57] den sowohl nach außen wie nach innen territorialpolitisch außerordentlich aktiven Tecklenburger nachhaltig zu bezwingen, Nikolaus II. in Münster gefangenzusetzen und ihn zum Verzicht auf das gesamte Tecklenburger Nordland (Friesoythe, Cloppenburg und Bevergern) zu zwingen[58]. Damit war zwar die Rolle Tecklenburgs als entscheidender Machtfaktor in Nordwestfalen ausgespielt und die Grafschaft in zwei räumlich getrennte Landesteile (Tecklenburg -Lingen und Rheda) zerfallen; die alte lippische Residenz befand sich aber trotz zweier Friedensschwüre gegenüber Simon zur Lippe[59] immer noch in Tecklenburger Besitz. So ist es nicht verwunderlich, dass ein Zwist von 1414, ein lippischer Streifzug von 1437, ein Tecklenburger Vorstoß von 1451 bei gleichzeitigem Überfall der Lipper auf die Rhedaer Vorburg[60] und nicht zuletzt der gescheiterte lippische Ansturm vom 6. Juni 1454, bei dem sich der streitbare Bernhard VII. zur Lippe nur mit knapper Not hinter die schützenden Mauern von Wiedenbrück retten konnte[61], andeuten, dass der Streit um das traditionsreiche Familiengut Rheda immer wieder aufflackerte und erst endgültig mit dem Erbverzicht und Verkauf Rhedas durch Bernhard VII. zur Lippe am 13. Juli 1491 beigelegt werden konnte[62].

Die wilde Kampfes- und Angriffslust der Schweriner Linie des Tecklenburger Grafenhauses machte auch vor der eigenen Familie nicht halt: Sowohl Nikolaus II. als auch Nikolaus III. und dessen herrschsüchtiger Sohn Nikolaus IV. waren zum Beispiel durch Empörung gegen die eigenen Väter zur Herrschaft gekommen, ja letzterer warf 1489 seinen Vater sogar in den Kerker, aus dem ihn erst sein ältester Sohn Otto VII. wieder befreite.

Um nun die streitbaren Geister zu trennen, hatte es sich eingebürgert, dass Lingen jeweils als Leibzucht, als Altenteil also, diente, Tecklenburg dem regierenden Grafen unterstand und Rheda von dem ältesten Sohn verwaltet wurde. Dennoch blieb es nicht aus, dass nach dem Tode Nikolaus‘ III. im Jahre 1496 neuer Hader unter seinen Söhnen Otto VII. und Nikolaus IV. entstand, der schließlich zur Teilung des Besitzes führte: Tecklenburg und Rheda erhielt Otto VII. (reg. 1493-1534), die Nieder- und Obergrafschaft Lingen Nikolaus IV. (reg. 1493-1541). Der ältere Otto achtete jedoch peinlichst darauf, dass der jüngere Nikolaus keine standesgemäße Ehe einging, damit Tecklenburg nicht endgültig geteilt blieb. Er scheute sogar nicht davor zurück, seinen Bruder nahezu ein Jahr lang in Haft zu halten, um ihn an einer geplanten Verlobung mit der Gräfin von Nassau-Beilstein zu hindern[63].

So konnte Ottos ältester Sohn und Erbe, Konrad von Tecklenburg, tatsächlich nicht nur 1534 Tecklenburg [64], sondern 1541, nach dem Tode seines Onkels Nikolaus, ebenfalls die Grafschaft Lingen in Besitz nehmen, wenn auch mit der später verhängnisvollen Lehnsherrschaft des Herzogs Karl von Geldern belastet, die diesem 1526 von Nikolaus IV. während einer Fehde mit Bischof Erich von Münster für geleistete Hilfe aufgetragen werden musste[65].

Obwohl Konrad von Tecklenburg, volkstümlich auch der ,,tolle“ oder „wilde“ Cord genannt, wie seinen Vorfahren, Kirchenfrömmigkeit im eigentlichen Sinn immer wieder abgesprochen wird[66], zumal er stets kompromisslos auf vermeintlichem oder tatsächlichem Recht beharrte und in seinem ausgeprägten Streben nach Herrschaft selbst Verwandte nicht schonte und Freunde und Verbündete immer wieder in Schwierigkeiten brachte[67], ist ihm, dem letzten Tecklenburger der harten Schweriner Linie, eine entscheidende Wende im geistig-religiösen Leben seiner Herrschaft zu verdanken: Nach einer gründlichen Ausbildung als Junker am Hof des hessischen Landgrafen Philipp des Großmütigen, während der er am Reichstag zu Worms und an der Franz-von-Sickingen-Fehde teilnahm, konnte Konrad mit der Übernahme der Teilherrschaft Rheda im Jahre 1524 an eine standesgemäße, politisch einflussreiche Heirat denken und verlobte sich unter Vermittlung des hessischen Landgrafen im Dezember 1526 mit dessen Cousine, der Landgräfin Mechthild von Hessen. Durch ihren, aber auch wohl des Landgrafen Einfluss wendete er sich früh der evangelischen Lehre zu und trug sie als erster westfälischer Territorialherr mit seiner Heirat im Jahre 1527 in seine Herrschaft, so dass die Schlosskaplanei in Rheda wohl die erste vollgültige evangelische Gemeinde mit evangelischer Gottesdienst- und Abendmahlsform in Westfalen wurde.

Abgesehen von einzelnen bilderstürmerischen Aktionen und einigen rechtlichen Übergriffen, hat Konrad, wahrscheinlich unter dem Einfluss seiner Eltern, vor allem seiner Mutter Irmgard von Rietberg, und gut beraten von seinem Hofprediger, dem ausgeglichenen Humanisten Johannes Pollius, und dem hessischen Landgrafen[68], die Reformation zunächst in Rheda, bald auch in Tecklenburg relativ vorsichtig und ohne gewaltsame Unterdrückung katholischer Gottesdienste eingeführt. Wenn sich auch die Zahl der Übergriffe ab 1537 deutlich mehrte[69], so spiegelten doch die Duldung alter Riten zum Beispiel im traditionsreichen Benediktinerinnenkloster Herzebrock und nicht zuletzt auch die maßvolle Tecklenburger Kirchenordnung von 1543 eine durchaus flexible Haltung[70].

Neben der mit Ernst vertretenen evangelischen Sache hatte Konrad von Tecklenburg sicherlich auch den Wiedererwerb früheren tecklenburgischen Erbgutes im Hochstift Osnabrück und im Niederstift Münster im Blick gehabt, als er 1539 dem Schmalkaldischen Bund, der Liga der Protestanten, beitrat. Statt der erhofften Vorteile brachte dieser Anschluss für die Grafschaft Tecklenburg jedoch nur Verheerung und weiteren Zerfall: Als feste Stütze des Protestantismus und eines der Häupter des Schmalkaldischen Bundes wurde Konrad von Tecklenburg früh Ziel der Angriffe des Herzogs Heinrich von Braunschweig, des Bundesgenossen Kaiser Karls V., und von letzterem 1546, dem Todesjahr Luthers, gar geächtet. Hinzu kam, dass Karl V. als Erbe des kinderlos verstorbenen Herzogs von Geldern auf Grund des o.g. Vertrages von 1526 sich als Lehnsherr über die Grafschaft Lingen fühlte und sie über den Kopf des Tecklenburgers hinweg Maximilian von Egmont, dem Grafen von Buren, schenkte. Zur Aufhebung der Reichsacht musste Konrad sich schließlich sogar verpflichten, nicht nur die Nieder-, sondern auch die Obergrafschaft Lingen an Maximilian von Egmont abzutreten und zusätzlich die ungeheure Summe von 25 000 Talern zu zahlen. Nachdem die Erbtochter Maximilians auf Betreiben Karls V. Lingen an die spanische Krone verkauft hatte, war dieses alttecklenburgische Land für immer verloren, galt in Zukunft als niederländisch und teilte unter Philipp II. von Spanien im Zuge der Gegenreformation die Verheerungen und Drangsale der benachbarten Niederlande[71].

In seinen letzten Regierungsjahren erschöpfte sich der „wilde Cord“ in zahllosen, oft blutigen Kompetenz- und Rechtsstreitigkeiten mit dem Bistum Osnabrück, schuf aber immerhin dadurch eine solide Ausgangsposition für den sogenannten Bielefelder Vergleich, der – zusammen mit dem Vertrag zu Wiedenbrück – 1565 die Rechts- und Herrschaftsstrukturen im Grenzbereich zum osnabrückschen Amt Reckenberg für zweieinhalb Jahrhunderte stabilisierte[72].

Die Grafen von Bentheim

Nach dem Tode des letzten regierenden Tecklenburgers am 6. 5. 1557 fielen Tecklenburg und Rheda an seine Erbtochter Anna, die seit 1553 mit dem jungen Grafen Everwin III., dem Erben von Bentheim, verheiratet war – eine Verbindung, die politisch einen erheblichen Machtzuwachs bedeutete, privat jedoch höchst unglücklich verlief, so dass der frühe Tod des jungen Bentheimer Grafen im Jahre 1562 für die Tecklenburger Erbtochter eher eine Erlösung bedeutete[73]. Ihr gemeinsamer Sohn Arnold IV.[74] (in Bentheim der II. Träger dieses Namens) konnte selbstverständlich im zarten Alter von sieben Jahren noch nicht die Herrschaft über seine Besitzungen antreten. Während seine Mutter als Vormund inzwischen die Regierungsgeschäfte für ihn wahrnahm, erhielt Arnold zunächst im Hinblick auf seine späteren Aufgaben eine gründliche Ausbildung am Hof des Herzogs Wilhelm von Jülich Kleve, der anfangs dem lutherischen Glauben zuneigte, nach 1566 aber krank und unter dem massiven politischen Druck Albas wieder zur katholischen Religion zurückkehrte, besuchte dann als Sechzehnjähriger 1571 in Begleitung eines Hofmeisters das protestantische Gymnasium zu Straßburg und kam hier durch seinen Lehrer Johannes Sturm und durch Straßburger Hugenottenkreise mit den Lehren Calvins in Berührung. Aufgrund der Nachricht von der blutigen Bartholomäusnacht (24. 8. 1572) nahm er Abstand von einer geplanten Reise nach Paris, kehrte in die Heimat zurück und trat nach seiner Heirat mit der vermögenden Gräfin Magdalena von Neuenahr (26. 6. 1573) die Regierung seiner Länder an, die infolge der Erbschaft von seinem Vater Everwin die Grafschaft Bentheim und seit dem Tode seines 1566 kinderlos verstorbenen Onkels Arnold III. auch die Grafschaft Steinfurt mit Gronau nebst Wevelinghoven (Kr. Grevenbroich), Havikerwaard (b. Doesburg) und die Solms-Ottensteinschen Güter umfassten.

Dieser schon recht ansehnliche Besitz wurde noch einmal nach dem Tode seiner Mutter im Jahre 1582 um Rheda und Tecklenburg, nach dem Aussterben der Grafen von Hoya aufgrund einer Erbvereinigung von Tecklenburg mit Hessen um die beiden Ämter Uchte und Freudenberg und nach dem Tode seines Schwagers Adolf von Neuenahr 1589 um die Erbanwartschaft auf die Grafschaft Limburg an der Lenne, auf die Herrschaft Alpen (bei Xanten) und Helfenstein (bei Neuß). auf die freie Baronie Lennep und auf das Vogteirecht über Stadt und Erzstift Köln erweitert, so dass Graf Arnold eine von seinem Hause nie zuvor erreichte Territorialmacht in seiner Hand vereinigte, aus der unter günstigeren Umständen ein kleines Reich hätte gebildet werden können.

Schon früh, wahrscheinlich bereits 1573, sicher aber 1575 hatten er und seine Angehörigen sich für das calvinistische (reformierte) Bekenntnis entschieden. Selbst auf die Gefahr hin, aufgrund der Lage seines Territoriums zwischen die Mahlsteine der Gegenreformation zu geraten, die einerseits von den Spaniern gegen die aufständischen Niederlande, andererseits auf münsterischer Seite von dem Bischof Johannes von Hoya eingeleitet und unter dem Kurfürsten von Köln und Bischof von Münster Ernst von Baiern mit Nachdruck betrieben wurde, führte er in fester Haltung, wahrscheinlich auch zur Stützung des mit ihm über seine Gemahlin verschwägerten Prinzen Wilhelm von Oranien, 1588 in Tecklenburg und Rheda, 1591 in Steinfurt und 1592 in Bentheim die reformierte Kirchenordnung ein [75].

Zudem gründete er gemäß dem Erziehungsziel seines Lehrers Johannes Sturm ,,sapiens et eloquens pietas“ nicht nur in Tecklenburg und Rheda Lateinschulen, sondern 1588 in Schüttorf auch eine Hohe Schule, die 1591 mit einem Kostenaufwand von 30000 Talern nach Burgsteinfurt verlegt wurde und als Gymnasium illustre Arnoldinum das geistige Bollwerk reformierten Bekenntnisses gegen das 1588 in Münster von den Jesuiten gegründete Gymnasium sein sollte und gewesen ist [76].

Graf Arnold war dennoch keineswegs eine kämpferische Natur, die – wie vielleicht sein Großvater Konrad von Tecklenburg – die Grafschaft Bentheim zum Hort eines militanten Calvinismus hätte machen können: Als ein höchst feinsinniger Mann von ungewöhnlicher Bildung und relativ aufgeklärtem Geist [77] vermied er Übergriffe jeglicher Art; und als, vor allem seit Beendigung des Kölnischen Krieges (1585), seine Grafschaft Jahr für Jahr von plündernden Kriegshaufen durchzogen wurde, verzichtete er auf militärische Aktionen und suchte – entsprechend seinem Wahlspruch „patiens pietas“ in erster Linie durch Bewirtung der fremden Truppenführer und Geschenke an die benachbarten Kriegsherren das Schlimmste von seinem Lande fernzuhalten. Trotzdem war er 1587 gezwungen, seine Hofhaltung nach Tecklenburg zu verlegen und Archiv und Kleinodien weitab in Sicherheit zu bringen.

Diese wohl auch von Bischof Ernst von Baiern insgeheim unterstützte Missachtung der Neutralität Bentheims erreichte ihren Höhepunkt unter dem Oberbefehlshaber der spanischen Truppen Don Francesco de Mendoza, der mit seinen 24000 Mann im Winterquartier 1598/99 nahezu das ganze Münsterland verwüstete und vielerorts gewaltsam den katholischen Gottesdienst wiederherstellte[78]. Doch weder diese Kriegsereignisse noch die Pest in ihrem Gefolge, die die gräfliche Familie über Tecklenburg und Rheda bis nach Freudenberg bei Syke trieb, vernichtete die beachtliche Macht des bentheimschen Hauses, sondern ein unglückliches Testament, das die Teilung des gesamten Besitzes unter Arnolds fünf Söhne bestimmte, wahrscheinlich wohl auch aus dem Grunde, weil nachgeborene Söhne protestantischer Häuser nicht mehr mit geistlichen Pfründen abgefunden werden konnten [79].

Obgleich der Erbfall schon im Januar 1606 mit dem Tode Arnolds IV. eingetreten war, verwalteten aufgrund der spanisch-niederländischen Kriegshandlungen seine Söhne den Besitz zunächst gemeinsam und teilten ihn erst nach dem spanisch-niederländischen Waffenstillstand (1609) folgendermaßen auf: Der älteste, Graf Adolf (1577-1623), erhielt (neben dem Anspruch auf die schon lange verlorengegangene Grafschaft Lingen) Tecklenburg, Rheda und die beiden hoyaschen Ämter und begründete damit die noch heute in Rheda ansässige Linie Bentheim-Tecklenburg; Graf Arnold Jobst wurde Herr zu Bentheim, Wilhelm Heinrich Herr zu Steinfurt etc., Conrad Gumprecht Herr zu Limburg und Lennep und Friedrich Ludolf Herr zu Alpen und Helfenstein[80]. Wenn auch Graf Arnold IV., den vorhandenen Unterlagen nach, nur relativ selten seine Besitzungen in Rheda aufsuchte, so hatte er dennoch auch diesen Teil seiner Herrschaft von seiner Baufreudigkeit profitieren lassen: In der Zeit von 1596-1604 beschäftige er u. a.. Johann von Brachum, einen Sohn des berühmten Baumeisters der Lipperenaissance Laurenz von Brachum, mit Bauarbeiten an dem Renaissancewohntrakt des Schlosses. Vollendet wurde dieser heute noch so malerische Wohnflügel jedoch erst unter seinem Sohn Adolf[81], der – wie auch die Fertigstellung der reformierten Stadtkirche zeigte – sich viel stärker als sein Vater auf die bauliche Entwicklung Rhedas konzentrieren konnte. Ähnliches galt für das Schulwesen in Rheda und Tecklenburg: Nicht nur die Einrichtung von mehreren Schulen auf dem Lande, sondern auch die Verabschiedung neuer Schulordnungen für die ganz sicher hier bereits bestehenden Schulen führten dazu, dass in späteren Annalen die Initiativen seines Vaters im Bereich des Schulwesens von Rheda und Tecklenburg nahezu in Vergessenheit gerieten und zum Beispiel die Einrichtung der dortigen Lateinschulen immer wieder nur mit dem Namen des Sohnes verknüpft wurde[82]. In den Blickpunkt der großen Politik ist der stets als besonders gottesfürchtig bezeichnete Graf Arnold jedoch nie getreten; seine politischen und kirchlichen Anstöße hatten jeweils nur lokale Bedeutung.

Nachdem Graf Adolf 1623 im Alter von erst 46 Jahren gestorben war, führte seine Gemahlin, die geborene Gräfin von Nassau -Wiesbaden-Idstein, bis zur Volljährigkeit seines Sohnes und Erbnachfolgers Mauritz (1615-1674) vorwiegend von Rheda aus ein schweres Regiment; denn Einquartierungen, exorbitante Kontributionen und Plünderungen brachten die Herrschaft Rheda schon in der ersten Hälfte des Dreißigjährigen Krieges bis an den Rand des wirtschaftlichen Ruins: So mussten ab März 1623 Einquartierungen und Kontributionen für die kaiserlichen Truppen des Grafen Anholt erduldet, 1625 Schäden durch umherstreifende spanische Haufen hingenommen, im März 1626 Dänen im Schloss einquartiert und finanziell unterhalten, 1627 wieder eine kaiserliche Kompanie Reiter untergebracht und 1631/32 Plünderungen und Gewalt ertragen werden [83].

Demnach stand die Übernahme der Regentschaft durch den jungen Grafen Mauritz 1632 unter keinem günstigen Stern, obgleich seine Grafschaft nach dem Tode der kinderlos verstorbenen Brüder seines Vaters (Conrad Gumprecht war 1618, Friedrich Ludolf war 1629 und Wilhelm Heinrich 1632 gestorben) durch Erbgang recht beträchtlich wieder um den Besitz von Limburg, Lennep, Helfenstein, Wevelinghoven, Gronau und den später verkauften Anteil an der Erbvogtei Köln erweitert worden war.

Nachdem Feldmarschall Huyn von Geleen im Februar 1634 Rheda gerade den hessischen Feinden wieder entrissen hatte, plünderten diese 1635 die Herrschaft erneut aus, so dass 1637 ein ,,furchtbar ausgesogenes Land“ zu verwalten war“[84]. Nicht viel besser erging es der Grafschaft Limburg, die von 1633-1636 zu einem Drangsal und Schrecken verbreitenden Quartier des ligistischen Generals von Bönninghausen gewesen war[85]. Hinzu kamen die Pest im Jahre 1635 und in den letzten Kriegsjahren der Streit mit dem Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg um die Hoheitsrechte über Limburg an der Lenne[86]. Immerhin beschränkten aber in den letzten Kriegsjahren Schutzbriefe kaiserlicher und schwedischer Befehlshaber Plünderungen und Zerstörungen in der Herrschaft Rheda auf Einzelaktionen, so dass der Große Kurfürst 1648 anlässlich eines Besuches von einem relativ wenig Versehrten Schloss Rheda aus die zerstörten Festungsanlagen Wiedenbrücks besichtigen konnte.

Dennoch herrschte zum Ende des Dreißigjährigen Krieges in der Stadt und auf dem Lande unbeschreibliche Not, so dass ein wirtschaftlicher Aufschwung nur durch gezielte Maßnahmen des Grafen Mauritz eingeleitet werden konnte: Zu diesen Maßnahmen zählten u. a. die Einrichtung einer eigenen Münzwerkstatt (1655)[87], Zoll- und Steuerprivilegien für die Bürger der Stadt (1657)[88], die Weiterentwicklung des Handels- und Marktwesens (schon 1640 war von ihm als 3. Jahrmarkt der neue Andreasmarkt festgesetzt worden)[89] und nicht zuletzt die konsequente Förderung der Hausleinenindustrie, die Rheda zu einem der bedeutendsten Orte dieses Gewerbes in Westfalen machte[90]. In diesem Zusammenhang ist auch die Gründung der Legge, einer die Qualität begutachtenden Leinenprüfanstalt, in Tecklenburg im Jahre 1660 zu sehen. Trotz etlicher noch bestehender widriger Umstände, allein in Limburg mussten z. B. bis 1672 52805 Reichstaler an Einquartierungsgeldern gezahlt werden[91], breitete sich so bescheidener Wohlstand in der Herrschaft aus.

Nach dem Tode des um den wirtschaftlichen Aufschwung seiner Herrschaft redlich und mit Erfolg bemühten Grafen Mauritz (1674) kam es jedoch ausgerechnet in politisch relativ stillen Zeiten nach dem Frieden von Nimwegen unter seinem ältesten Sohn und Erbnachfolger Johann Adolf(1637-1704) zu erneuten regionalen Einbußen: Während der Verlust der Herrlichkeit Gronau an das Fürstbistum Münster im Jahre 1699 und der Einzug der beiden hoyaschen Ämter durch Hessen im Jahre 1700 relativ leicht verschmerzt werden konnten, traf im Jahre 1686 das Urteil des Reichskammergerichtes zu Wetzlar, nach dem drei Achtel der Grafschaft Tecklenburg an die Grafen von Solms-Braunfels abzutreten seien, Johann Adolf von Bentheim-Tecklenburg wie ein Keulenschlag. Mit diesem Urteil war ein Erbschaftsprozess abgeschlossen worden, der 110 Jahre zuvor von Graf Conrad von Solms gegen die Bentheim-Tecklenburger angestrengt worden war, weil Konrad, der letzte Tecklenburger, seiner Schwester Anna, der Mutter Conrads von Solms, bei ihrer Heirat mit dem Grafen Philipp von Solms den ihr zustehenden Brautschatz vorenthalten und später Anna von Bentheim, geb. von Tecklenburg, den Nachlass ihres gemütskranken Onkels Otto allein für sich in Anspruch genommen hatte. Als auch ein Einspruch Johann Adolfs 1696 abschlägig beschieden wurde, verglich er sich 1699 in einem durch das Reichskammergericht bestätigten Finalrezess dahingehend, dass der Graf von Solms drei Achtel der Grafschaft Tecklenburg und der Herrschaft Rheda, weiterhin drei Viertel des Schlosses Tecklenburg und ein Viertel des Schlosses Rheda erhalten sollte[92].

Da nun Wilhelm Moritz von Solms-Braunfels hoch verschuldet war und mit guten Gründen weitere Anfechtungen dieses Vergleichs fürchtete (sowohl der schon 1701 verstorbene einzige Sohn Johann Adolfs, Johann August, als auch der dann als Erbnachfolger eingesetzte Bruder Johann Adolfs, Friedrich Mauritz von Bentheim -Tecklenburg zu Hohenlimburg, hatten sich bereits offen den Vereinbarungen widersetzt bzw. sie vor den Reichshofrat gebracht), verkaufte er die gesamte Erbschaft für 250000 Taler 1707 an den König in Preußen, der auch – sehr zum Leidwesen der für den Soldatendienst tauglichen jungen Männer – Tecklenburg kurzerhand besetzte[93.

Als Friedrich Mauritz schon drei Jahre später starb (13. 12.1710), übernahm zunächst seine Gattin Christina Maria, geb. zur Lippe, die Aufgaben der Regierung, da ihr gemeinsamer Sohn und Erbe Moritz Casimir (1701-1768) erst neun Jahre alt geworden war. In den Jahren ihrer Regentschaft ereignete sich der spektakuläre Schlossbrand (8. 8. 1718), dem nicht nur der Brandherd, das Backhaus, sondern auch weitere alte und neue Gebäude des Schlosses zum Opfer fielen[94]. Die neue Torhalle (1719) gehörte wohl zu den Wiederaufbaumaßnahmen. Währenddessen studierte Moritz Casimir I., der sich schon früh den Ruf eines Musikliebhabers und Mäzens für notleidende Musiker erworben hatte, mehrere Jahre in Utrecht Juristerei, die schönen Künste und besonders die Musik, erweiterte in dieser Fachrichtung 1722 seinen Horizont in Wien[95] und übernahm schließlich 1726, nachdem seine Mutter im Jahr zuvor Haus Bosfeld als Witwensitz hatte bauen lassen[96], selbst die Regierung. Einen beachtlichen politischen Erfolg erzielte er 1729 in dem sogenannten Tecklenburger Vergleich, in dem der König in Preußen u. a. auf alle Hoheitsrechte in der Grafschaft Limburg verzichtete und für die endgültige Abtretung der restlichen Rechte auf Tecklenburg 175000 Reichstaler an Moritz Casimir zahlte[97]. Gräfliche Residenzen waren dementsprechend in den folgenden Jahren im Wechsel Hohenlimburg, wo gar ein vollständiges Orchester unterhalten wurde, und Schloss Rheda, auf dem der Neubau eines großzügigen Barocktraktes (bez. 1745) mit einem Gediegenheit ausstrahlenden Rokokofestsaal (1754 fertiggestellt) die Räumlichkeiten für ein reges Holleben mit vielseitigen und qualitätsvollen Theater- und Kammermusikaufführungen bot [98]. Aus Sparsamkeitsgründen[99] wurde Rheda ab 1757 alleinige gräfliche Dauerresidenz, obwohl auch dort – wie in Hohenlimburg – während des Siebenjährigen Krieges (1756-1763) ständig mit Einquartierungen und dem Durchzug größerer Truppenverbände – 1757 z. B. lagerten ca. 65000 französische Soldaten auf den östlichen Emswiesen vor den Mauern des Schlosses [100] – zu rechnen war.

Auf Moritz Casimir I. folgte 1768 im Einklang mit der 1746 von ihm erlassenen Primogeniturordnung sein Sohn Moritz Casimir II. (1735-1805), der sich als ebenso musik- und theaterbegeistert erwies[101]. Dementsprechend ergänzte er die bereits unter seinem Vater auf der Vorburg neu errichteten Ökonomiegebäude (1732) und Pferdeställe (1760) nicht nur um eine Schlossmühle (1772) und ein Kanzlei- und Wachthaus (1780/81), sondern auch um ein kleines, baulich höchst reizvolles Hoftheater (1790)[102]. Darüber hinaus kümmerte er sich aber auch mit konkreten Projekten um den wirtschaftlichen Aufschwung seines Landes: Sicherlich nicht nur aus kameralen Gesichtspunkten gründete er als eine seiner ersten Regierungsmaßnahmen 1769 eine Steingutmanufaktur auf Haus Bosfeld, die jedoch vier Jahre später aus wirtschaftlichen Gründen wieder ihren Betrieb einstellen musste[103], und ermunterte er die Linnentuchmacher, ihre Waren den Konkurrenzprodukten der Nachbarstädte anzupassen[104]. Auch die gräfliche Gesundheitsfürsorge entsprach durchaus den Forderungen der Zeit; ja, die Verordnungen zur Abwendung der Pest, der Tollwut, der Pocken, der Ruhr zeigten Umsicht und medizinische Vorausschau. Und geradezu vorbildlich war die Betreuung der Geisteskranken![105] Die von Peter Florens Weddigen zwar recht oberflächlich. aber doch anschaulich geschilderte reichsgräfliche Hofidylle[106] dauerte praktisch bis zum Ende des alten Reiches.

Wenn auch die Herrschaft Rheda noch vom Reichsdeputationshauptschluss (1803) unberührt blieb, so wurde sie doch 1808 unter dem ab 1805 regierenden Grafen Emil Friedrich Karl (1765-1837) von Napoleon der Reichsunmittelbarkeit enthoben („mediatisiert“) und dem Großherzogtum Berg einverleibt. Auch nach der Befreiung Westfalens wurde die Standesherrschaft Rheda der Verwaltung des späteren Oberpräsidenten von Vincke unterstellt und nach dem Wiener Kongress endgültig Preußen zugeschlagen. Damit war aus der früher reichsunmittelbaren Herrschaft trotz aller energischen Bestrebungen des Grafen, die volle Souveränität zurückzuerhalten, eine preußische Standesherrschaft geworden, die jedoch immerhin dem ehemals regierenden Haus noch etliche hoheitliche Standesrechte nach Artikel XIV der deutschen Bundesakte beließ: So gehörte die gräfliche Familie weiterhin zum hohen Adel, genoss erhebliche Steuerprivilegien, einen bevorzugten Gerichtsstand und die Befreiung von aller Militärpflichtigkeit, hatte das Recht, in jedem deutschen Staat ihren Wohnsitz zu wählen und Familienverträge zu schließen, behielt im Rahmen der Landesgesetze das Recht der bürgerlichen und peinlichen Gerichtsbarkeit in l. Instanz, der Forstgerichtsbarkeit, der Polizeigewalt, der Aufsicht über Kirchen- und Schulangelegenheiten etc. und war mit einer Stimme auf den westfälischen Landtagen vertreten[107].

Trotz des Verlustes der Souveränität war das Verhältnis mit der Krone Preußens freundschaftlich und führte 1817 nicht nur zur Erhebung in den preußischen Fürstenstand [108], sondern in den folgenden Jahrzehnten auch zu etlichen Besuchen von Mitgliedern des preußischen Königshauses in Rheda. Als Missernten nach 1830 zu bitterster Armut in der Landwirtschaft und hohe Einfuhrzölle und das aufziehende Maschinenzeitalter zum wirtschaftlichen Niedergang auch des Weberund Spinnerhandwerks führten, kam es zu Hungersnöten und regelrechten Auswandererwellen. Da neue Erwerbsquellen nicht in Aussicht waren, ließ Fürst Emil, der am 29. März 1834[109] seine hoheitlichen Standesrechte an Preußen abgetreten hatte, in einer Art von Arbeitsbeschaffungsprogramm umfangreiche Aufforstungen durchführen und gegen die Staunässe in seinen Forsten die heute noch erhaltenen Kiefernrabatten anlegen.

Von nachhaltigerem Erfolg im Hinblick auf eine Verbesserung der Wirtschaftsstruktur waren die Bemühungen seines Erbnachfolgers Fürst Moritz Casimir III. (1795-1872), der es nach Bereitstellung größerer Ländereien erreichte, dass nicht nur die Köln-Mindener Eisenbahn an Rheda herangeführt wurde, sondern auf seinen Wunsch auch dort halten musste[110]. Aufgrund des allgemein bekannten sozialen Engagements des Fürsten fanden in Rheda die Ideen der Märzrevolution (1848) kaum Widerhall, obgleich dort einer der bedeutendsten Vorkämpfer des Kommunismus in Deutschland, der mit Marx und Engels befreundete Redakteur Otto Lüning, das sozialistische Ideen verbreitende ,,Westfälische Dampfboot“ herausgab[111].

Auf Fürst Moritz Casimir III. folgte 1872 sein Bruder Franz (Friedrich Ferdinand Adolf) und nach diesem 1885 der Enkel Moritz Casimirs III., Fürst Gustav (1849-1909), dessen einziger Sohn und Erbe, Fürst Adolf (Moritz Casimir) (1889-1967), jahrelang Adelsmarschall der deutschen Adelsgenossenschaft und Präsident des Vereins der deutschen Standesherren war. Auf Anweisung der Besatzungstruppen musste dieser 1946 mit seinen Angehörigen das Schloss der Vorväter verlassen und ins Haus Bosfeld übersiedeln[112]. Dort lebt auch heute noch sein Sohn und Erbnachfolger Fürst Moritz Casimir (Widukind Gumprecht) IV. (geb. 12. 10. 1923) mit seiner Familie.

Um die hohen Kosten für die Unterhaltung und Restaurierung des Rhedaer Schlosses zu decken, blieb auch nach der Aufhebung des Evakuierungsbefehls ein großer Teil seiner Oberburg- und Vorburggebäude vermietet[113], so dass heute nur noch bei Empfängen und festlichen Konzerten die Gesellschaftsräume des fürstlichen Schlosses ihrer ursprünglichen Funktion dienen. Nach dem Verlust fast aller alten Standesrechte sieht das fürstliche Haus nunmehr seine vordringliche Aufgabe in der Bewahrung und Dokumentation des historischen Erbes. In diesem Sinne versucht der Fürst zu Bentheim-Tecklenburg neben seinen privaten Aufgaben als Diplom-Forstwirt nicht nur seinen umfangreichen, zumeist alten und damit stets in ‚irgendeiner Weise restaurierungsbedürftigen Hausbesitz mit denkmalpflegerischem Akzent zu erhalten, sondern auch als Vorsitzender der Vereinigung westfälischer Adelsarchive der Wissenschaft und somit der Öffentlichkeit den Zugang zur Landesgeschichte zu erschließen.

Unterstützt wird seine Arbeit durch seine Gattin Huberta, gen. Fürstin „Sissi“, einer geborenen Gräfin Hardenberg aus der Familie des bekannten preußischen Staatsmanns und Reformators Karl August Fürst von Hardenberg, die sich sowohl regional für die Erhaltung heimatlicher Bausubstanz und für die Pflege des kulturellen Erbes als auch international als Vizepräsidentin des Internationalen Burgeninstituts für die Bewahrung von Kulturdenkmälern und der sie umgebenden Landschaft engagiert. Beiden ist es zu verdanken, dass heute Schloss Rheda nicht nur eine für die Landesgeschichte kaum abschätzbare museale Funktion erfüllt, sondern auch – anknüpfend an die große musische Tradition des 18. Jahrhunderts – mit privat organisierten, kunstgeschichtlichen und historischen Vortragsveranstaltungen und künstlerisch anspruchsvollen Schlosskonzerten[114] als ein bedeutendes kulturelles Zentrum in Erscheinung tritt.

Auswahl aus der benutzten weiterführenden Literatur

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Bentheim-Tecklenburg, Adolf Fürst zu: Schönes altes Rheda, Privatdruck Rheda 1975

Berentelg, Hugo: Der Schmalkaldische Krieg in Nordwestdeutschland, (Diss. Münster), Rostock 1908

Bollweg, Heinrich: Beitrag zur Geschichte der Juden in der Herrschaft Rheda, (Masch. Sehr.) Dülmen 1973Döhniann, Karl Georg: Das Leben des Grafen Arnold von Bentheim 1554-1606, nach den Handschriften herausgegeben von K. G. Döhmann, Burgsteinfurt 1903

Domp, Joachim: Studien zur Geschichte der Musik an Westfälischen Adelshöfen im 18. Jahrhundert, Freiburger Studien zur Musikwissenschaft, Regensburg 1934

Eickhoff, Hermann: Geschichte der Stadt Wiedenbrück und ihrer nächsten Umgebung während des dreißigjährigen Krieges, in ,,Evangelisches Gymnasium zu Gütersloh, Bericht über das Schuljahr 1881-1882, S. 3-34

Eickhoff, Hermann: Osnabrückisch-rhedischer Grenzstreit (15241565) unter Berücksichtigung des Kirchspiels Gütersloh. Osnabrück 1897

Esser, Hermann: Hohenlimburg und Elsey, ein Beitrag zur westfälischen Orts- und Territorialgeschichte, Dortmund 1907

Flaskamp, Franz: Weddigens Beschreibung der Stadt Rheda, 62. Jahresbericht des Historischen Vereins für die Grafschaft Ravensberg, Jahrgang 1960/61, Bielefeld 1962, S. 108-127

Gaul, Otto: Die ehemalige lippische Residenz Rheda, Mitteilungen aus der lippischen Geschichte und Landeskunde, 24. Band, 1955, S.182-211

Gertzen, Bernhard: Die alte Grafschaft Tecklenburg bis zum Jahre 1400, Gütersloh 1939

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Kiewning, Hans: Lippische Geschichte, hrsg. von Adolf Gregorius, Detmold 1942

Kittel, Erich: Geschichte des Landes Lippe, Köln 1957

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Reuter, Rudolf: Das Instrumentarium der Fürstlich-Bentheim-Tecklenburgischen Hofmusik im Erbdrostenhof zu Münster, Westfalen, 46. Band, 1968, S. 129-145

Richter, Hans: Konrad von Tecklenburg, Westfälische Lebensbilder, Hauptreihe, Band III, Heft 2, Münster 1932, S. 175-194

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Rübel, Rudolf: Graf Arnold von Bentheim-Steinfurt, Westfälische Lebensbilder, Band 9, Münster 1962, S. 18-33

Rübesam, Rudolf: Konrad von Tecklenburg (1501-1557). Ein Lebensbild des letzten Tecklenburger Grafen. Phil. Diss. Münster 1928

Scheffer-Boichorst, Paul: Herr Bernhard von der Lippe als Ritter, Mönch und Bischof. Zeitschrift für vaterländische Geschichte und Altertumskunde (Westfälische Zeitschrift), 29. Band, 1871, II , S. 107-235

Schnoor, Hans: Musik auf Schloss Rheda. Monographie des Landkreises Wiedenbrück, Musik + Theater-ohne eigenes Dach. Bielefeld 1969, S. 32-57

Stoob, Heinz: Westfälischer Städteatlas, l. Lieferung, Blatt 12, Rheda, Dortmund 1975 (auch einzeln erhältlich)

Strenger, Hermann: Geschichte des Zisterzienserklosters Marienfeld, Gütersloh 1913

Tecklenburg,Kirche – Gemeinde – Stadt in Vergangenheit und Gegenwart, 1566-1966, Hrsg. Presbyterium der Evangelischen Kirchengemeinde Tecklenburg, 1966

Theuerkauf, Gerhard: Das Lehnswesen in Westfalen. Westfälische Forschungen, Band 17, 1964, S. 14-27

Vahrenhold, Wilhelm: Kloster Marienfeld, Warendorf 1966

[1] Zur mittelalterlichen Straßensituation vgl. G. Willner in „Der Landkreis Wiedenbrück“. Münster 1969. S. 176- 179; ferner J. Prinz: Mimigernaford-Münster, Münster 1960, S. 20/21; H. Stoob: Westfälischer Städteatlas, Dortmund 1975, Blatt Rheda.

[2] F. Philipp;; Osnabrücker Urkundenbuch, Band I. Osnabrück 1892, 201 (1088).
[3] Everwin wurde erstmalig 1142. letztmalig 1166 als Vogt von Freckenhorst erwähnt (vgl. H. A. Erhard: Urkundenbuch zur Geschichte Westfalens. Münster 1851, 2. Theil, 238 bzw. 335).
[4] 1169 wurde Widukind noch als Vogt von Freckenhorst (WUB II = Erhard: Urkundenbuch zur Geschichte Westfalens. 342), 1170 bereits als Vogt von Rheda (WUB II. 345) bezeichnet
[5] O. Gaul: Die ehemalige lippische Residenz Rheda, Mitteilungen aus der lippischen Geschichte und Landeskunde, 24. Band. Detmold 1955, S. 184.
[6] P. Scheffer-Boichorst: Herr Bernhard von der Lippe als Ritter. Mönch und Bischof. Zeitschrift für vaterländische Geschichte und Altertumskunde, 29. Band. 1871- II, S. 145-146.
[7] Vgl. P. Scheffer-Boichorst, a. a. O. S. 144 ff.
[8] Preuß/Falkmann: Lippische Regesten I. Lemgo und Detmold 1860. Nr. 9.3 (2.4. 1184).
[9] Preuß/Falkmann: Lippische Regesten I. Nr. 108(2. K). 1188).
[10] WUB II. 451 (zu 1185); H. Strenger: Geschichte des Zisterzienserklosters Marienfeld, Gütersloh 19l3. S. 3-4; W. Vahrenhold: Kloster Marienfeld. Warendorf 1966; W. Werland: Campus s. Mariae. Marienfelder Chronik. Marienfeld 1968
[11] H. Lahrkamp: Mittelalterliche Jerusalemfahrten und Orientreisen westfälischer Pilger und Kreuzritter. Westfälische Zeitsehritt, Band 106, Münster S 269-346 (besonders S. 277-28.3).
[12] WUB II, 496 (1189), und WUB 111 (- R. Wilmans: Westfälisches Urkundenbuch. Münster 1871), 84 (1189).
[13] Vgl. R. Röhricht: Geschichte des Königreichs Jerusalem, Innsbruck 1898, S. 514 ff.
[14] Die Kreuzfahrt des Landgrafen Ludwigs des Frommen von Thüringen, hrsg. Hans Naumann in: Monumenta Germaniae Historica, Deutsche Chroniken IV 2 Abt Berlin 1923. V. 975-978 und V. 44.30-44.31.
[15] Wenn ein Lehnsmann mit einer Herrschaft, einem Gericht oder Amt belehnt wurde, so durfte er die daraus erwachsenden Renteneinkünfte nutzen, durfte aber den Wert des Lehens nicht mindern oder gar Teile des Lehens verkaufen. Als Gegenleistung war er zur Treue zum Lehnsherrn und zum Ritterdienst verpflichtet. Oft wurde jedoch der Lehnsbesitz dem Lehnsherrn entfremdet, so dass er im Laufe der Zeit als vererbbarer Eigenbesitz galt. Vgl. dazu G. Theuerkauf: Das Lehnswesen in Westfalen, Westfälische Forschungen, Bd. 17, 1964, S. 14-27.
[16] A. K. Hömberg: Die Entstehung der Herrschaft Lippe, Mitteilungen aus der lippischen Geschichte und Landeskunde, 29. Band, 1960, S. 5-64.
[17] Das Lippiflorium. Ein westfälisches Heldengedicht aus dein 13. Jahrhundert. Hrsg. Hermann Althof, Leipzig 1900, S. 24, V. 41-44.
[18] A. K. Hömberg: Geschichte der Comitale des Werler Grafenhauses, Westfälische Zeitschrift. Band 100, 1950, S. 9- 133, (hier besonders S. 59-74).
[19] Vgl. zu den folgenden Ereignissen P. Scheffer-Boichorst: Herr Bernhard von der Lippe, a. a. O., S. 107-235.
[20] Vgl. dazu H. Hiller: Heinrich der Löwe. München 1978. S. 238 ff.
[21] Preuß/Falkmann: Lippisehe Regesten I, 89 (1181)
[22] Preuß/Falkmann: Lippische Regesten l, 99 (13.3.l186)
[23] H. Rothert: Der Stadtplan von Lipnstadt,Westfälische Zeitschrift. 105 Band 1955 S. 1-28.
[24] WUB II, 532.
[25] H. A. Erhard: Regesta Historiae Westfaliae. 2. Band. 2331 (l194).
[26] Zu den livländischen Unternehmungen Bernhards vgl. F. Benninghoven: Der Orden der Schwertbrüder. Köln 1965. S. 29-35
[27] H Thümmler; Die Bedeutung der Edelherren zur Lippe für die Ausbreitung der westfälischen Baukunst im 13. Jahrhundert, in: Westfalen-Hanse-Ostseeraum, Veröffentlichungen des Provinzialinstitutes für Westfälische Landes- und Volkskunde, Heft 7, Münster 1955, S. 161-169
[28] Vgl. A. K. Hömberg: Die Entstehung der Herrschaft Lippe, a- a. O- S. 7.

[29] F. Mühlen: Schloss und Kapellenturm zu Rheda, Westfalen, 46. Band (1968). S. 62 – 76.
Zur Datierung vgl. auch die dendrochronologischen Untersuchungsergebnissc von E. Hollstein, veröffentl. in „Westfalen“, 55. Band (1977). S. 520.
[30] Preuß/Falkmann: Lippische Regesten I, 127 (November 1201)
[31] Preuß/Falkmann: Lippische Regesten I, 188 (Dezember 1229).
[32] Preuß/Falkmann: Lippische Regesten I, 233 (25. 12. 1244); 236 (19. 1. 1245); WUB III, 431 (19. 1. 1245); F. Philipp;: Osnabrücker Urkundenbuch, Band II, Osnabrück
1896 462 (19.1.1245)
[33] WUB, 1056 (1265-1270)
[34] O. Gaul: Die ehemalige lippische Residenz Rheda. a. a. O. S- 189; H. Kiewning: Lippische Geschichte. Detmold 1942, S. 44-45.
[35] Vgl. H. Kiewning, a.a.O. S. 45-50.
[36] Preuß/Falkmann: Lippische Regesten II, 546 (8.7.1305).
[37] Preuß/Falkmann: Lippische Regesten II, 853 (16.10.1344).
[38] Diese Urkunde wurde im Wortlaut abgedruckt in E. A. Lübbermann: Rheda – Zeugnisse aus alter Zeit, Marienfeld 1976. S. 63.
[39] Preuß/Falkmann: Lippische Regesten II. 1128 (12.3.1365).
[40] Preuß/Falkmann: Lippische Regesten 11, 1144 (9.4.1366).
[41] Preuß/Falkmann: Lippische Regesten II, 1161 (4. 11. 1366).
[42] H Kiewning: Lippische Geschichte, a.a.O., S. 64; Preuß/Falkmann: Lippische Regesten II, 1193 (5.4. 1369), 1199 (17 .9.1369) 1204 (1.2.1.370), 1207 (27.3.1370).
[43] Vgl. Preuß/Falkmann: Lippische Regesten II, 1258 und 1267.
[44] Preuß/Falkmann: Lippische Regesten II, 1219 (25. 11. 1371).
[45] K. Rübel: Dortmunder Urkundenbuch, Bd. II, 1, Dortmund 1890, Nr. 7 (25.7.1372).
[46] Preuß/Falkmann: Lippisehe Regesten II, 122.3(1372-1375)
[47] Preuß/Falkmann: Lippische Regesten II. 1268 (13.6.1376).
[48] Vgl. C. Stüve: Geschichte des Hochstifts Osnabrück bis zum Jahre 1508 Jena und Osnabrück 1853. S. 25.3 f.
[49] Vgl. z. B. K. Rubel: Dortmunder Urkundenbuch, Band II, 2, Dortmund 1894, S, 480, Nr. 5l8 (8.5.1377).
[50] C. Stüve: Geschichte des Hochstifts Osnabrück, a. a. O. S. 254/5. Otto von Tecklenburg geriet hiernach gar für drei Monate bis Ostern 1378 in die Gefangenschaft Limburgs.
[51] C. Stüve: Geschichte des Hochstifts Osnabrück, a. a. 0., S. 256/7; J. Ficker: Die Münsterischen Chroniken des Mittelalters, Münster 1851. Band I. S. 71 f.
[52] Vgl. C. Stüve: Geschichte des Hochstifts Osnabrück, S. 257.
[53] Preuß/Falkmann: Lippische Regesten II, 1398 (nach 1391). In dieser Zeit entstand auch wohl der rohe nordöstliche Wohnturm der Burg Rheda.
[54] Zweifelsfrei lebte und regierte Otto von Tecklenburg 1395 noch, obgleich sich sein Sohn Nikolaus II. 1388 gegen ihn erhoben hatte. Vgl. dazu die zahlreichen Belege in B. Gertzen: Die alte Grafschaft Tecklenburg bis zum Jahre 1400. Gütersloh 1939. S.14 Anm.74.und dazu die Lippischen Regesten II. 1398 (nach 1391) und 1431 (13. l. 1395).
[55] Preuß/Falkmann: Lippische Regesten IV. Detmold 1868. 2511 (Oktober 1396).
[56] Zu den Lebensdaten vgl. die Nachweise bei B. Gertzen: Die alte Grafschaft Tecklenburg, a.a.O., S. 15. Anm. 81.
[57] J. Niesert: Beiträge zu einem Münsterischen Urkundenbuche, Münster 1823. Band I, 2. Abt., S. 318, Nr. 100 (1400, Samstag nach Ägidius); dazu Lippische Regesten II, 1484 (4.9.1400)
[58] J. Niesert: Beiträge zu einem Münsterischen Urkundenbuche, a.a.O., Nr. 101, 102, 103 (25. 10.1400).
[59] Preuß/Falkmann: Lippische Regesten 11,1479 (25.5.1400) und Lippische Regesten IV, 2514(24. 12. 1401).
[60] s. F. Flaskamp: Zur Geschichte der Lippisch-Tccklenburgischen Fehde, Neue Quellen zum Kampf um Rheda, Lippische Mitteilungen aus Geschichte und Landeskunde. 39. Band. Detmold 1970, S. 86-102; Preuß/Falkmann: Lippische Regesten III, 2119 (1451). 1414 regierten Nikolaus II. von Tecklenburg, der ,,Raubgraf“, (reg. 1395-1422) und Bernhard VI. zur Lippe (Alleinregent von 1410-1415); 1437 Otto VI. von Tecklenburg (reg. 1425- 1450) und auf lippischer Seite nach dem Tode Simons IV. zur Lippe (reg. 1415-1429) seine Witwe, die Herzogin Margarete zu Braunschweig-Grubenhagen: 1451 Nikolaus III. von Tecklenburg. der „Böse“, (reg. 1450-1493) und der streitbare („Bellicosus“) Bernhard VII. zur Lippe (reg. 1446-1511).
[61] Preuß/Falkmann: Lippische Regesten III, 2148 (Juni 1454), IV, 2529 (2. 12. 1454), 111,2171 (20.5. 1456), III, 2172 (23. 5. 1456).
[62] Preuß/Falkmann: Lippische Regesten III, 2760 (16.6.1490) und 2774 (13.7.1491)
[63] Preuß/Falkmann: Lippische Regesten IV, 2960 (26. 6. 1509).
[64] Der Tecklenburger Herrschaftsvertrag vom 15. 10. 1534 findet sich in R. Rübesam: Konrad von Tecklenburg, Phil. Diss. 1928, S. 82-84.
[65] Vgl. dazu R. Rübesam, a.a.O., S. 35 ff.
[66] Kein Tecklenburger der Schweriner Linie hatte je ein hohes Kirchenamt bekleidet. Vgl. weiterhin H. Eickhoff: Osnabrückisch-rhedischer Grenzstreit (1524-1565) unter Berücksichtigung des Kirchspiels Gütersloh, Gütersloh 1897, S. 17; R. Rübesam: Konrad von Tecklenburg, S. 14/15; H. Richter: Konrad von Tecklenburg, Westfälische Lebensbilder. Hauptreihe Bd. III. Heft 2, Münster 1932. S. 176.
[67] Vgl. H. Eickhoff: Osnabrückisch rhedischer Grenzstreit, a. a. 0. S. 10 ff.; H. Richter: Konrad von Tecklenburg. a.a.O. S. 180, 185.
[68] Vgl. Regula Wolf: Der Einfluß des Landgrafen Philipp des Großmütigen von Hessen auf die Einführung der Reformation in den westfälischen Grafschaften, in: Jahrbuch des Vereins für westfälische Kirchengeschichte 51/52, 1958/59, S. 53-68, 73-76. 88-91.
[69] Vgl. H. Klueting: die Landstände der Herrschaft Rheda, Westfälische Forschungen, Band 27. Münster 1975. S. 79/80.
[70] Vgl. F. Große-Dresselhaus: Die Einführung der Reformation in der Grafschaft Tecklenburg. Osnabrück 1918; H. Richter: Konrad von Tecklenburg, a. a. 0. S. 180-185; J. F. G. Goeters: Die Reformation in Rheda. (Ungedr.) Vortrag vom 29. 10. 1977 in
Rheda. 0. Kühn: Landesherr und Kirche – 450 Jahre evangelische Gemeinde zu Rheda -, in „Festschrift“, 450 Jahre Evangelische Gemeinde zu Rheda, Rheda 1977, S. 7-32.
[71] Vgl. dazu F. Müller: Geschichte der alten Grafen von Tecklenburg in Westfalen, Osnabrück 1842. S. 247 ff.; H.Richter: Konrad von Tecklenburg, a. a. 0. S. 187-193; H. Rothert: Westtalische Geschichte, 2. Band, Gütersloh 1950, S.61 ff. und 100 ff.
[72] H. Eickhoff: Osnabrückisch-rhedischer Grenzstreit Abdruck des Vergleichs S, 75 -86.
[73] Vgl. F. Müller: Geschichte der alten Grafen von Tecklenburg. a. a. O. S. 255.
[74] Zu den Lebensdaten des Graten Arnold s. K. G. Döhmann: Das Leben des Grafen
Arnold von Bentheim 1554-1606, Burgsteinfurt 1903: R. Rubel: Graf Arnold von Bentheim-Steinfurt. in „Westfälische Lebensbilder“, Band IX, Münster 1962, S. 18 33; F. E. Hunsche in .,Tecklenburg, Kirche – Gemeinde – Stadt in Vergangenheit und Gegenwart“, Tecklenburg 1966, S. 81 ff.
[75] Zur Kirchenordnung von 1588 vgl. Moritz Graf zu Bentheim: Die Tecklenburgische Kirchenordnung des Grafen Arnold von Bentheim de anno 1588, in „Der Grafschafter“, Heimatbeiträge der Grafschafter Nachrichten- Nordhorn, Folge 136, Juni 1964 S 137-138.
[76] Vgl, R. Rubel- Das Burgsteinfurter Gymnasium Arnoldinum im Wandel der Zeiten, Burgsteinfurt 1953.
[77] Er beseitigte nicht nur 1581 durch eine neue Hofgerichtsordnung die geistliche Jurisdiktion, sondern bot auch dem mutigen Kämpfer gegen den Hexenwahl) Dr. Johannes Weyer (Wier) Zuflucht im Schloss Tecklenburg vor seinen fanatischen Verfolgern.
[78] Vgl. H. Rothert: Westfälische Geschichte, 2. Band, S. 102.
[79] Vgl. H. Rothert: Westfälische Geschichte, 2. Band, S. 123/124.
[80] Vgl. E.-A. Lübbermann: Die Graten von Bentheim, ihre Territorien und ihre Archive, Gütersloher Beiträge zur Heimat- und Landeskunde des Kreises Wiedenbrück. Heft 12, Juli 1968, S. 243-246.
[81] Vgl. G. Dehio: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Nordrhein-Westfalen, 2. Band Westfalen, bearb. von D. Kluge und W. Hansmann, München und Berlin 1969. S.481.
[82] Vgl. F. E. Hunsche in „Tecklenburg“ (1966), S. 84: F. Flaskamp: Zur Geschichte des Rhedaer Schulwesens, Ravensberger Blätter. Oktober 1951. S. 186-187: S. Hajek/W. Sundennann: Die mittlere Schule in Rheda. in Monographien des Landkreises Wiedenbrück, höhere mittlere Schulen, Gütersloh 1966. S. 116 ff.
[83] Vgl. dazu H. Eickhoff: Geschichte der Stadt Wiedenbrück und ihrer nächsten Umgebung während des dreißigjährigen Krieges, in: Evangelisches Gymnasium zu Gütersloh. Bericht über das Schuljahr 1881-l882, S. 3-34.
[84] Vgl. H. Eickhoff, a.a.O. S. 11-15.
[85] Vgl. W. Bleicher: Hohenlimburg, Hohenlimburg 1975, S. 70; Zu Bönninghausen s. H. Lahrkamp: Lothar Dietrich Freiherr von Bönninghausen, Westfälische Zeitschrift. 108. Band, Münster 1958, S. 239-365.
[86] Vgl. H. Klueting: Ständewesen und Ständevertretung in der westfälischen Grafschaft Limburg im 17. und 18. Jahrhundert, in Beiträge zur Geschichte Dortmunds und der Grafschaft Mark 70, 1976, S. 109-201. besonders S. 136-142.
[87] K. Kennepohl: Die Münzen der Grafschaften Bentheim und Tecklenburg sowie der Herrschall Rheda. Frankfurt 1927. S. 50 f.
[88] Vgl. E. A. Lübbermann: Rheda – Zeugnisse aus alter Zeit. S. 75.
[89] Vgl. W. Voigt: Graf Mauritz gründete 1640 den Rhedaer Andreasmarkt, Gütersloher Beiträge, Heft 17. Oktober 1969. S. 345.
[90] Vgl. E. A. Lübbermann: Rheda – Zeugnisse als alter Zeit, S. 7.
[91] Vgl. W. Bleicher: Hohenlimburg. S. 70.
[92] Vgl. F. E. Hunsche: Tecklenburg (1976), S. 35 und 38.
[93] Vgl. F. E. Hunsche: Tecklenburg (1966). darin „Der Übergang der Grafschaft Tecklenburg an Preußen, ein Originalbericht aus den Akten des Staatsarchivs in Merseburg“,
S. 103-106; Vgl. F. E. Hunsche: Tecklenburg (1976). S. 35 und 40; V. Loewe (Hrsg.): Preussens Staatsverträge aus der Regierungszeit König Friedrichs I.. Publikationen aus Den preußischen Staatsarchiven. 92. Band, Leipzig 1923, S. 83.
[94] W. Voigt: Der Rhedaer Schlossbrand vor 250 Jahren, Gütersloher Beiträge, Heft 14, Januar 1969, S. 290-291.
[95] J. Domp: Studien zur Geschichte der Musik an Westfälischen Adelshöfen im 18. Jahrhundert, Freiburger Studien zur Musikwissenschaft, Regensburg 1934, S. 7 ff.
[96] H. Klueting: Die Landstände der-Herrschaft Rheda, a.a.O. S. 75 f.
[97] Victor Loewe (Hrsg.): Preussens Staatsverträgc aus der Regierungszeit Friedrich Wilhelms l.. Publikationen aus den preussischen Staatsarchiven. Band S7. Leipzig 11) l 3. S. 384-391.
[98] Vgl. L. Zellner: Der Barocktrakt auf dem Schlosse zu Rheda, Heimatblätter der Glocke, Nr. 148, 26. 6. 1964, S. 589 f.; zum Kulturleben vgl. J. Domp a.a.O. S. 9 ff. und H. Schnoor: Musik auf Schloss Rheda, Monographie des Landkreises Wiedenbrück. Musik + Theater – ohne eigenes Dach. Bielefeld 1969, S. 32 – 57.
[99] Diesen Hinweis gab H. Klueting aufgrund seiner Forschungen über die Hofhaltungskosten in Hohenlimburg.
[100] G. Ortenburg: Das Lager von Rheda/Wiedenbrück im Jahre 1757, in Heimatblätter der Glocke, 2.3.1978, S. 105-106.
[101] Vgl. J. Domp a.a.O. S. 11 ff.
[102] Zur Datierung vgl. Fürst Adolf zu Bentheim-Tecklenburg: Schönes altes Rheda, Privatdruck 1975, S. 11. Er verweist auf einen Eckstein mit der Jahreszahl 1790 an der Südwestecke des Schlosstheaters.
[103] F. Flaskamp: Die „Porzellanfabrik“ zu Bosfeld, Ravensberger Blätter 1962, S. 344.
[104] J. Blotenberg: Gesunde Vielfalt in Industrie und Handel, Monographie des Landkreises Wiedenbrück, Gütersloh 1966,S.19.
[105] H. Aders: Das Medizinalwesen in der Herrschaft Rheda von der Mitte des 17. Jhd. bis zum Beginn der preußischen Zeit, Westfälische Zeitschrift, 119. Band, Münster 1969, S. 1-106, hier besonders S. 25.
[106] Abgedruckt und kommentiert ist diese Beschreibung von F. Flaskamp: Weddigens Beschreibung der Stadt Rheda, in 62. Jahresbericht des Historischen Vereins für die Grafschaft Ravensberg, Jahrgang 1960/61, Bielefeld 1962, S. 108-127.
[107] Vgl. H. Gollwitzer: Die Standesherren, Göttingen 19642; (N. 109) Journal des Niederund Mittel-Rheins vom 12. 9. 181.5, Nr. 291: Verordnung, betreffend die Verhältnisse der vormals unmittelbaren deutschen Reichsstände in den preußischen Staaten vom 21. Juni 1815 (Rheda wird hier u. a. ausdrücklich genannt), Staatsarchiv Münster. Oberpräsidium 1002: Commissionsacten, betreffend die Festsetzung des standesherrlichen Rechtszustandes für die Herrschaft Rheda, Oberpräsidium 66 b, 66 c, 718, Staatsarchiv Münster; weiterhin Staatsarchiv Münster, OLG Münster I, Nr. 35 und 36.
[108] Vgl. M. F. Gritzner: Chronologische Matrikel der Brandenburgisch-Preussischen Standeserhöhungen und Gnadenacte, Berlin-1874, S. 82 (20. Juni 1817).
[109] Fürstliches Archiv Rheda, Urkunden, Nr. 3015
[110] Vgl F. Adämmer: Eisenbahnbau und Armut im früheren Kreis Wiedenbrück, Gütersloher Beiträge, Heft 48/49, Dezember 1977, S. 993-996.
[111] Vgl A. Herzig: Die Entwicklung der Sozialdemokratie in Westfalen bis 1894. Westfälische Zeitschrift. 121. Band. Münster 1971, S. 97-172, hier besonders die S. 100101; W. Schulte-Ahlen; Der Holter oder Rhedaer Kreis, Gütersloher Beiträge, Heft 18, Januar 1970, S. 361-364.
[112] Vgl. seine Erinnerungen: Schönes altes Rheda, Privatdruck Rheda 1975, und den Nachruf von E. A. Lübbermann in den Gütersloher Beiträgen, Heft 7, April 1967, S. 156-157.
[113] Vgl. W. Voigt: Der fürstliche Marstall in Rheda vor 100 Jahren, Gütersloher Beitrage, Heft 22. Januar 1971, S. 445.
[114] Vgl. K.-H. Kruhl: Die Rhedaer Schlosskonzerte, Gütersloher Beiträge, Heft 15. April 1969, S. 310-312.

Auszüge aus der Familiengeschichte

Der Begründer der Familie, Richard Le Forte, ist ein Nachfahre der normannischen Herren von St. Evremont-sur-l’Ozanne und Mesnil-Angot. Bei den Schlachten gegen die Angelsachsen von 1066 rettete Richard Le Forte Willhelm dem Eroberer das Leben. Für seine Verdienste erhielt er in 1068 die Herrschaft Nord Devon an der Südspitze Englands, die noch immer im Besitz der Familie ist. Seit dieser Zeit lautet das Motto der Grafen von Fortescue: Fortescutum salus Ducum, ein starker Schild schützt den Führer.

Das Wappenschild der Grafen Fortescue
Sir John Fortescue, seit 1442 oberster Richter Englands, wurde während des Exils von Heinrich VI Kanzler. Als herausragender Rechtsgelehrter ist Forstescue einer der Gründervater der britischen Verfassung. Er befürwortete die Stärkung des Unterhauses als Gegenpol zum Oberhaus, dem House of Lords. Für seine Verdienste erhielt er das Schloss Ebrington in Gloucestershire, wo er nach dem Sturz des Königs durch Eduard IV lebte. Seine juristische Abhandlung De Laudibus Legnum Angliae inspirierte William Shakespeare für seinen Hamlet.

Sir Adrian Fortescue, verwandt mit Königin Anne Boleyn über seinen Großvater, Sir Geoffrey Boleyn, wurde als enger Vertrauter seiner königlichen Cousine im Mai 1539 im Tower von London auf Befehl von Heinrich VIII hingerichtet. In der katholischen Kirche wird Sir Adrian als Martyrer verehrt. Zu seinem Andenken wurden in der Johanneskirche in Valetia und im Collegio di San Paolo in Rabato auf der Insel Malta Heiligenschreine geweiht.

1788/9 erhielt die Familie den Grafentitel (Earl Fortescue).

In diesem Jahrhundert hat sich die Familie auf militärischem Gebiet verdient gemacht. Sir John Fortescue lebte in Windsor Castle und schrieb eine 24 bändige Militärgeschichte der britischen Armee. Der Earl und dessen Geschwister waren hochdekorierte Soldaten in den letzten Kriegen. Er heiratete die Tochter des Vizekönigs von Indien, Viscount Harding von Lahore.

Der Vater von Prinzessin Marissa, The hon. Mr Seymour Fortescue, war einer der jüngsten Direktoren von Barclays Bank . Die Großeltern mütterlicherseits, Sir John und Lady Pilcher waren britische Botschafter in Tokio und Wien.

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Fürstlich zu Bentheim-Tecklenburgische Kanzlei